So, jetzt habe ich quasi Trier gegen Koeln eingetauscht. Kommt von den Groessenverhaeltnissen ungefaehr. Aber so richtig angekommen bin ich noch nicht in dieser grossen Stadt. Jetzt muss ich sechs Stunden pro Tag "arbeiten", mir neue Freunde suchen und ein wenig den Alltag strukturieren.

Ausserdem habe ich noch nicht die passende Unterkunft gefunden. Die erste war nicht zum Aushalten. Ich weiss nicht, was schlimmer war - der Gestank nach Katzenpipi und Acryllack oder die Madre de la Casa ... Das zweite Haus gefaellt mir auch nicht so richtig. Ist weit ab von der Innenstadt und ist mehr ein liebevoll heruntergekommenes Partyhaus fuer die netten Brasilaner. Immerhin ist mein Zimmer hier mindestens 5-Mal so gross. Vorher hatte ich ca. 5 qm ... WErde wohl mal testen, wie oft man hier die Unterkunft wechseln kann ;-) Haette ich doch weniger Gepeck dabei...

Witzigerweise funktionieren hier in ganz Cordoba die Toilettenspuelungen nicht. Die wissen gar nicht, dass es auch Systeme gibt, die funktionieren. Horror. Nichts mit gemuetlichen Sitzungen und so ... Gut, dass ich ein wenig Ahnung von Mechanik habe, denn es gibt ja nichts peinlicheres als eine nicht funktionierende Klospuelung ;-) Nicht war Ufi?

Tja, das Partyleben ist vorbei - zunaechst einmal. Mein Rollentausch von der Wissenschaftlerin zur einfachen Praktikantin ist schon sehr amuesant. ich nehme es mit Humor und mache die gleichen Arbeiten wie unsere GPC-Praktikanten und Azubis. Seit heute sortiere ich die Ordner neu. Ja Friedel, es ist manchmal ganz hilfreich, einen kleinen Rollentausch zu machen ;-)

Doof ist, dass die Bueroausstattung sehr schlecht ist und ich improvisieren muss. Das einzig spannende ist wirklich zu sehen, dass ueberall Chaos herrscht und ich die Sprachbarriere nun endgueltig ueberwinden muss. Ein wenig Herausforderung gibt es also doch. Ansonsten sind die Leute heir im Buero OK und supernett. Ist eine Art Grossraumbuero mit mehreren Raumen Marke gepflegter Altbau und Unmengen PCs. Nix mit eigenem Schreibtisch...

Ach ja, ich habe auch schon die ersten Postkarten geschreiben. Nun faengt die Suche nach Briefmarken an und dann die Suche nach Postkaesten ;-)

Ich hoffe dennoch, dass ich mich bald einlebe. Will auch hier das Abend- und Nachtleben kennenlernen. Ausserdem werde ich wohl noch ein paar Privatstunden nehmen. Das mit den Zeiten und dem Subjuntivo bekomme ich noch nicht wirklich hin ...

So, ganz liebe Gruesse aus einer an sich sehr schoenen Stadt.

 

LG

Britta