Zöglinge wurden sie genannt, die Waisenknaben im Alter zwischen 6 und 14 Jahren.
Ins Waisenhaus wurden sie gesteckt, nachdem sie niemand auf Dauer aufnehmen und haben wollte. Sie waren einheitlich von Kopf bis Fuß gekleidet - bis hin zur roten Dreiecksbadehose - die manche noch im Bund herunterrollten, damit sie ganz knapp saß. Die Köpfe waren kahl geschoren. Alle Intelligenzgruppen waren vertreten. Vom Hochbegabten bis zum Hilfsschüler.
Die rauflustigen Kerle waren stets unter Aufsicht - und doch nicht. So beschwerte sich der Obsthändler im Städtchen, die Waisenknaben würden ihm seine Äpfel stehlen, wenn sie an seinem Laden gelegentlich vorbeikamen.

Eines Tages hatte sich am Hauptportal des Waienhauses eine Gruppe von zehn zwölf Kerlen aus irgend einem Anlass eingefunden. Da ertönte plötzlich der Ruf:
"D'Schella raus!"
Vier Kerle hatten sich ein Opfer ausgesucht, es zu Boden geworfen und an allen vier Gliedmaßen gepackt. Zwei Weitere kamen hinzu, griffen das heftig sich wehrende Kerlchen an den Flanken, um es dann gemeinsam hochzuhieven. Flugs gesellte sich ein Siebter hinzu, riiss den Hosenladen des Opfers auf und zerrte dessen Gemächt heraus, um es mit Vehehenz - ja mit Inbrunst und Leidenschaft - zu wichsen.

Erstaunt, doch mit einer gewissen Faszination habe ich so erfahren, dass man seinen Schnäpper nicht nur zum Brunzen hat sondern auch, dass der in vielfältiger lustvoller Weise "seinen Mann steht", .
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Ein Jahr später, ich war inzwischen aufs Gymnasium übergetreteen, stieß ich im Gmünder Hallenbad wieder auf die wilde Horde in den knappen roten Dreiecksbadehosen, und ehe ich mich versah, hatten vier von ihnen mich an den vier Gliedmaßen gepackt und mich wieder und immer wieder unters Wasser getaucht. Ich muss damals schon eine gute Atremtechnik gehabt haben, denn es ging so roh zu, dass ich beinahe ersoffen wäre. Ziemlich erschöpft zog ich mich nach der Prozedur an einer Leiter aus dem Wasser hoch. Dort stand der Günther Meyer, im späteren Leben ist er sogar Professor geworden, und sagte mir:
"Bisch halt a dauber Seckl!"
Da hat mich meine vom Taschengeld erstandene Dreicksbadehose - blau war sie mit weißen Streifen - nicht mehr gefreut. Doch nicht sehr lange. Es war halt gar zu schön und erregend, den kleinen steifen Bubenchwanz samt Eiern in der allzu engen Dreiecksbadehose zu verstauen.

Und die Lust des Einsteckens in die auch heute noch zu enge Dreiecksbadehose des inzwischen stattlich ausgewachsenen Organs ist bis heute geblieben.