Die Beziehung des Esperanto zur Überschreitung der Klassik

1. Als Einführung nur in einigen Sätzen, was ist die Klassik? Weil ich möchte nicht über die Klassik selbst, auch nicht über ihre Überschreitung reden, sondern über ihren Verhältnis zum Esperanto. In der Wirklichkeit sage ich hier gar nichts Neues, nur bekanntes Wissen setze in bis jetzt nicht gekannte, aber aktuelle Zusammenhänge.

Was wir im europäischen Kulturkreis unter der Klassik verstehen, das fing noch in der griechischen Antike an, unter der sklavenhalterisch Sozialer Ordnung. D.h. die Klassen waren selbstverständlich, sogar von Göttern gegeben. Die Klassik durchdrängte das ganze Verständnis, Denken und Philosophie. Man hat nach der klassischen Logik des Aristoteles, in Kategorien gedacht. Was dann ausschließlich dauerte, bis in unserer Gegenwart.

Auch jetzt noch, neben den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und historischen Erfahrungen, behauptet sich die Klassik, mit dialektischer Gewalt. Realitätsfremde Ideale, gewohnheitsmäßige Ethik, sowie der heroische Selbstaufopferung, fürs Eigene, (Ehre, Besitz, Volk, Familie, Religion, usw.,) blieben weiterhin, störend für die Weiterentwicklung der Gesellschaft.

Die Überschreitung der Klassik in Europa, hat nach ihre extreme Pervertierung in der Gesellschaft begonnen. Die Französische Revolution zerstörte die klassische Einrichtung, welche sich in den USA zu neue Stufe der sozialen Ordnung entwickelte. Die Realität hat die notwendigen Veränderungen diktiert, die Methode blieb aber die gleiche dialektische Überzeugungskunst. Die Erfahrung der Grenzen der Gewalt, hatte noch die Entwicklung der Weltvernichtungskräfte gebraucht.

Das, was konkret in der Gesellschaft geschah, bereitete sich schon lange in der geistige Sphäre vor. Bei verschiedenen Künsten meldete sich die Überschreitung der Klassik. Bei der Musik, bei der Malerei, in der Literatur, usw. entstanden Werke, die mit der klassischen Ästhetik nicht mehr begreifbar waren. Auch die klassische Philosophie erreichte ihren Höhepunkt und die Notwendige Überwindung in der Hegelschen Dialektik.

In der Philosophie erschien nach der Überwindung des klassischen Idealismus, das „Neue Denken“. Bald zeigte sich auch in der Realität das tragische Ende (in Revolutionen und Kriegen) der klassisch einseitige Glaube des Idealismus. Dann trat heraus aus dem Hintergrund das bislang unterdrückte dialogische Realität und schlug ihre Hilfe vor. In diesem Bereich gehört auch Esperanto.



2. Warum über Esperanto philosophieren? Reichen nicht die unseriösen, auch spöttischen Bemerkungen der „wissenschaftlich denkenden“ Welt über Esperanto? Warum Esperanto verbinden noch mit der Philosophie, welche zu Zeit selbst keine hohe Anerkennung in der Wissenschaft hat?

Aber einer der wichtigsten neuzeitlichen Philosophen (im 20.sten J. h) Martin Heidegger sagte dass: „die jetzige Wissenschaft, denkt nicht“. Selbstverständlich er wollte nicht sagen dass dieWissenschaftler blöd sind. Aber das Denken ist das höchste und muss auch die breiteste geistige Bewegung der Menschheit sein.

Und schon immer waren die Genies in verschiedenen Bereichen Geistig etwas beschränkt, auf ihr eigenes Fach. Bei den mittelmäßigen Menschen sagt man dass die Fachidioten sind. Aber trotzem, die europäische Kultur ohne diese Beschränkte überhaupt nich vorstellbar wäre.

Somit erfüllen die Genies die höchsten Erwartungen des europäischen Idealismus. Man nennt sie oft den „Heroen der Zivilisation“, wegen ihren an die Menschheit gegebenen Erfindungen. Aber die Entdeckten Mächte wirkten oft auch als dialektische Gegensätze. Dies ist z. B. für Alfred Nobel gewissenhaft bewusst geworden.

Trotzdem dass in der Nach-Renaissance Zeit, das Denken richtete sich nach den Naturwissenschaften und die Philosophie wurde in den Hintergrund verdrängt, die Sozio-politische Wissenschaften benutzten weiterhin im europäischen Idealismus schon seit Jahrtausenden gewohnte dialektische Denkweise.

Nach der Griechisch-Antike, über das Römische Imperium, bis in den letzten Jahrhunderten entstandenen Nationen, blieb die dialektische Überzeugungskunst in der Kommunikation dominierend. Verbunden mit klassischen Heroismus, erreichte im 20.-sten J. h. (auch schon in der Antike gekannte) Tragödie, mit der neuen Dimension der Weltweiten vernichtungsmitteln. Diese Situation forderte ihr Ende und den Beginn der Wende zum „Neuen Denken“.



3.- Sowie die Kunst überwand die klassische Schönheit, in der Malerei, in der Musik, und anderen Künsten, so überwand Esperanto die Schönheit der klassischen Sprachen. Blieb noch das wesentlich wichtige der Sprache, die Ausdrucks- Verständnis-Fähigkeit. Die idealistisch klassische Schönheit, hat sich in den relativen Hintergrund zurückgezogen. Ausdrucks-Verständnis, Einer-den-Anderen ist grundlegende Aufgabe für jede Sprache. Diesen Grund überlagern dann erst später die Gewohnheiten und erzeugen Idiomen und Idiotismen.

In der Literatur, bekommen die wiederholt benutzte subjektive Gewohnheiten Tradition und entsteht die klassische Belletristik. Bedauerlicherweise die Esperantisten laufen meistens diesen klassischen Werten nach und vergessen gleichzeitig die eigenen wichtigen Eigenschaften, welche sich in der Dia-logizität zeigen. Zuerst hat die Kunst die Klassik überschritten, generell schon seit einigen Jahrhunderten, was auch noch immer dauert.

Esperanto mitträgt in sich die Tradition dieser Überschreitung. Die entstand in der geistigen Wende des Idealismus, der realen Notwendigkeit des aktuellen Verstehens, in der Situation, als sich die Defizite der klassischen Sprachen gezeigt haben. Nicht in Gegensätzen, sondern in der helfende dialogische Zusammensetzung ihrer Elemente, zu mehr Klarheit und unmittelbar verständlichen neuen System.

Selbstverständlich, dass die klassisch Sprechende Linguisten, diese allgemeine Entwicklungsstufe des Verständnisses, von den eigenen dialektischen Charakter her, nicht akzeptieren wollen. Weil sie nicht nur gegen-einander sind im Konkurrenz, wenn jeder ausschließlich das Beste sein will, sondern folglich sind sie auch gegen Esperanto, welche in sich trägt, nicht nur ihre eigenen Elemente, sondern auch die der Gegner.



4.- Die klassische Linguistik ist ausschließlich dialektisch. Auch die klassische Sprachvergleich hat sich nicht von der klassischen Logik befreien können, wenn sie einordnet und klassifiziert die einige tausend Sprachen in der Welt. Es fehlt noch die echte Qualität der Interlinguistik, welche jede Sprache in der einmaligen Qualität des universalen Verständnisses beobachtet.

Verdrehung des Esperantos von der Seite der Klassik folgte, nach dem Missverständnis, dass es alle anderen Sprachen verdrängen möchte, um nur als einzige Universalsprache zu bleiben. Allerdings für dieses Vorurteil sind nicht wenig die Esperantisten selbst schuld, weil sie in ihre Geschichte diesen Fehler nicht verständlich genug zurückgewiesen haben. (Sie nennen sogar den weltweiten Esperanto Bewegung: „Universala Esperanto Asocio“) Das ist nur ein Beispiel wo sich die Esperantisten, selbst von der Klassik befreien müssten.

Esperanto ist in diesem Sinne verwechselt mit dem Latein und falsch verstanden worden. Latein war seinerzeit als Universalsprache gedacht, mit der gleichzeitige Forderung des Katholizismus weltumfassende Religion zu sein. Aber die Geschichte hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Latein selbst zerfiel in verschiedenen Latinoiden Dialekten. Anders beim Esperanto, es entstand aus den klassischen Volkssprachen und will ihre entstandene Gegenätze lösen.

Nach der Universalität des Lateins, die einfachen Volkssprachen übernahmen seine grammatische Struktur und die vorigen, nur Volkssprachen klassifizierten sich zu klassischen Volkssprachen, mit dem Resultat den klassisch dialektischen Gegensätzen, einer gegen den anderen. Das fing in der Renaissance, d.h. vor 5-7 hundert Jahren an.

Das folgende Resultat ist in der Geschichte gut bekannt. In den 18.-19. J. h. entwickelte sich diese Differenzierung, bis zum Gegenwart, zum Nationalismus und Chauvinismus. Es ist nicht übertrieben zu sagen, das in Europa zwei grausame Kriege ausgelöst hat, mit weltweiter Wirkung.



5.- Wenn diese Eigenschaften der Klassik bewusst durchgedacht wären, dann wäre auch die Möglichkeit eröffnet, den eigenen Charakter des Esperanto zu verstehen und sich von der Unterdrückung in der Geschichte zu befreien. Somit Kräfte zu bekommen, Esperanto muss selbst die Geschichte nutzen, wo diese Befreiung schon lange genug bewusst geworden ist. Weil Esperanto selbst als die Folge dieser Befreiung entstanden ist.

Nur, der Rückschlag der Klassik ist bis in der Gegenwart sehr stark geblieben. Das die Eigenschaften vom Esperanto richtig verstanden werden, müssen sie in der Relation zu der Entwicklungsgeschichte der Gesellschaft herausgestellt werden, wo sich die Gemeinsamkeiten zeigen können. Esperanto war nie eine isolierte Bewegung, sondern befand sich immer in gemeinsamer Bemühung für eine gerechtere, bessere Gesellschaft.

Zu Zeit zeigt sich die notwendige Wende allgemein im „Neuen Denken“. Das, was sich langzeitig in der Geschichte entwickelt hat, ist unvermeidlich notwendig, für weiterexistieren der Menschheit auf der Erde geworden. Nicht nur in der Gesellschaft wurde das „neue dialogische Verhältnis“ notwendig, geworden, sondern auch in der natürlichen Umwelt.

Die Wissenschaft kann jetzt berechnen die Gefährdung des Lebens, wenn die klassisch dialektischen Prinzipien so weiter bleiben wie bis jetzt, (sowie, Überzeugung, Heldentum, Sieg, Beherrschung, Unterdrückung, usw.,) welche dann zur klassischen Tragödien führen. Welche allerdings auch schon seit der Antike bekannt ist, aber wir haben erst nicht lange her erkannt, dass sie nicht mehr spielerisch überwindbar sind, sonder die Affäre ist ernst geworden sowie; der Wahl zwischen Leben und Tod.



6.- Bis jetzt war der prominenteste und auch mächtigste Person, der die Notwendigkeit dieses „neuen Denkens“ erkannt und auch konkret angewendet hat; Michael Gorbatschow. Ausdrücklich hat er diese Denkweise in seinem Buch „Perestrojka“ dargelegt. Nach dem er seinerzeit, auch die Politische Situation in der Welt völlig verändert hatte.

Die Verbindung des „Esperanto“ mit dem „neuen Denken“, zeigt auch die Sympathie von Gorbatschow, auf aktuell hohem Niveau. Er empfing die Esperantisten in Moskwa und als Honorarprofessor der AIS (Akademio Internacia de la Sciencoj, en San Marino) hielt einen Vortrag, wo er seine grundsätzlich dialogische Meinung, über die Weltpolitische Situation darstellte.

Auch in einem von den letzten Interviewen, Gorbatschow bedauerte, dass die USA seinerzeit nicht auf die gleiche Weise (dialogisch) reagierte, sondern nur mit Schadenfreude über das Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Gleichzeitig drückte er dien die Hoffnung aus, dass die neue USA-Regierung, mit den neuen Präsidenten, die von ihm angefangene Entspannungspolitik fortsetzen würde.



7.- Besonders ist interessant! Trotz dem das „Esperanto“ und das „Dialogische Denken“ viele Gemeinsamkeiten haben, entstanden und auch entwickelten sich fast gleichzeitig, fand ich bis jetzt nirgendwo konkreten Hinweis von einem zum anderen. Allgemein, beide entstanden in der geistigen Atmosphäre der Friedensbewegungen in der Zeit mit Extremer Nationalismus, als sie keine allgemein bedeutende Aufmerksamkeit erreichen konnten. Im Gegenteil, ähnliche Denkweisen und Bewegungen, wurden in diese militärisch, hysterischen Zeiten verfolgt, zum Schweigen gebracht, Aktivisten, eingesperrt und auch ermordet.

Die Philosophie des „neuen dialogischen Denkens“ entstand nach dem bewussten Ende des Klassizismus und vor allem nach der dialektischen Moral. Als das Gute gegen das Böse, nicht mehr überzeugend genug definiert werden konnte. Weil offensichtlich, jeder Gegensatz durchdringt auch die andere Seite. Der Versuch individuell nur die eine Seite gegen die andere zu definieren wollen, führte zur historischen Katastrophe.

Die einseitige idealistische Überzeugung über die Wahrheit, hatte nicht mehr ihre Existentielle Unterstützung in der Realität. Die Realität zeigte ein ganz anderes Resultat, als von den klassischen Idealen und Ideologien vorausgesehen wurde.

In der beider seitigen Betrachtung, hat sich die reale Notwendigkeit, d. h. in der dialogischen Suche nach beider seitigen Lösung, für die weitere Existenz, das auf dem Gipfel des Idealismus gefährdet wurde, gezeigt. (Nach den Glauben an einseitige Idiotie, hat sich in der Gegenwart, im aktuellen Terrorismus konkretisiert).

Es ist nicht mehr zu akzeptieren, wie auch noch in unsere Zeit, wissenschaftlich und geistig-kulturellen Erkenntnisse und Errungenschaften, einseitig dargestellt werden. Wie oft bleiben sie isoliert im Eigenen Wissen, ohne Verhältnis zu den anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche im gemeinsamen Austausch, für allgemeine Weiterentwicklung neue Möglichkeiten geben würden.

Selbstverständlich, dieses Nichtwissen ist potenziert vom nichtkennen anderer Sprachen und Fehlen der Akzeptanz von internationaler Sprache.



8.- Einer der konkreten Folge dieser gegensätzlichen Unterscheidung zeigt sich in der klassische Linguistik. Auf Universitätsniveau sind einerseits die sogenannten natürlichen Sprachen betrachtet und andererseits die konstruierten Plansprachen. Die Untersuchungen sind nicht Fähig diese klassischen Beschränkungen zu überschreiten.

Einerseits, grabt die klassische Universität Forschung in die Tiefe und will, irgendwelche eingeborene Natürlichkeit von jeder Sprache beweisen, welche dann folglich nach der klassischen Logik, auch hierarchisch geordnet werden sollen. Aber dann gerade auf die letzte gründlich wissenschaftliche Frage haben sie keine Antwort mehr und verlieren sie sich wieder in der Mythologie.

Andererseits, stehen für die klassische Denkweise, die konstruierten Sprachen etwas abseits, nur für nebensächliche Beschäftigung, sowie irgendwelche Sinnlosigkeit in der Geschichte (welche allerdings erreichten schon mehr als 2 Tausend Entwürfe). Aus diesen ragen dann nur einige heraus, sowie Volapük, Ido und von allen diesen, erhebt sich Esperanto.

Die klassische Linguistik hat sich nun angefangen etwas auch mit diese Sprache zu beschäftigen, nach der offensichtlichen Notwendigkeit des Sprachvergleiches. Dabei hat sich ein, überhaupt nicht erwartete Überraschung in der Linguistik gemeldet, was sie mit ihrem System nicht mehr verstehen und einordnen konnten.

Unter der realen Entwicklung, zerfiel das hierarchische System der klassischen Sprachen. Blieb nur ein dialektischer Kampf, ohne wissenschaftliche Grundlage, auf Mythologischem Fundament, wobei verschiedenen Nationalsprachen internationalen Einfluss gewinnen wollten. Aber auch dieser dialektische Überzeugungskampf hat sich als nutzlos erwiesen, nach der gegenwärtig weltweiten Sieg des Englisch. Es ist jeder weiterer Kampf Sinnlos geworden.



9.- In diese Situation bekam die künstlerisch gemachte Sprache Esperanto, ganz andere Bedeutung, als ihm vorher von der klassischen Linguistik zugewiesen wurde. Erstens, die Natürlichkeit der Sprachen wurde in allgemeinen grundsätzlich bezweifelt. Was z. B. in der Philosophie auch schon vom Anfang an nur skeptisch akzeptiert wurde. Weil in der Philosophie zwischen Natur und Geist schon immer unterschieden wurde. Die Sprache wurde vor allem als sozial-geistiges Phänomen verstanden.

Dann, nach den neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, als die Ein-substanzielle Idee des Atomismus, per Beweise falsifiziert wurde, entstanden ganz andere Verständnismöglichkeiten auch von der Natur selbst. In der Philosophie am Gipfel des klassischen Denkens hat sich gezeigt, das Ende des Ein-substanziellen Idealismus. Dieser Erkenntnis wurde am Anfang nur an Sozialwissenschaften angewendet. Unten diesen neuen Umständen, wurden auch die Sprachen ganz anders verstanden, als in der ehemaligen Klassik.

Faktisch, die Klassik wurde, in den Naturwissenschaften, in der Philosophie, und auch in den Erfahrungen der näheren Geschichte, überschreitend in der Entwicklung überwunden. In diese Situation erschien für Esperanto eine ganz neue Verständnismöglichkeit, befreit von der klassischen Unterdrückung in der vergangene Geschichte.

Folglich: Esperanto als künstlich (künstlerisch) gemachte Sprache, ist nicht weniger Wert als die klassischen Sprachen, sondern umgekehrt, weil schon weiterentwickelt ist.

Wenn wir bei der Kunst anfangen die Überwindung zu verstehen, sie ist die, welche die ersten Schritte der Überschreitung der Klassik machte. Schon vor einigen Jahrhunderten, als für das Denken und das Bewusste Verständnis diese Alternative noch gar nicht erschien. So Zeigt sich die Kunst und die künstliche Schöpfung, als etwas ältere geistige Beschäftigung, als nur in die klassischen Regeln eingeschlossene funktionale Welt der Vergangenheit.

Hier ist Esperanto in sehr gute soziale Gemeinschaft. Und die sog. Nichtnatürlichkeit das Esperanto, erscheint nun in einem ganz anderen Licht. Weil auch die sog. Natürlichen Sprachen sind nicht rein natürlich, sondern sind selbst vom Anfang ihrer Klassizität, nach ihren einfachen Volkssprachen Dasein, mit konstruiert nach dem Lateinischen System und Grammatik.

Trotzdem, in diesem Fall, Esperanto will sich nicht über die anderen Nationalsprachen heben, weil es Bekennt sein Herkunft aus diesen, aber nicht ausschließlich sondern dialogisch, in der zusammengesetzte Entwicklung von seinen Elementen zum neuen Gestallt, ohne überflüssigen international nicht verständlichen Idiomen und Idiotismen.



10.- In der Kunst erschienen viele Werke, wo es beispielhaft zu erkennen ist die Überwindung der Klassik, schon vor einigen Jahrhunderten. So, dass in der Gegenwart kein Künstler mehr einen klassischen Werk machen würde, außer in der Schule, für gründlich die Eigenschaft der Klassik durchzustudieren. Weil die Überwindung zu verstehen, ist nur dann möglich, wenn jemand zuerst hinter sich lässt das, was überwindbar ist.

Dafür brauchen wir die Geschichte. Zu ihr Verständnis gehört das Verstehen der hinter uns gelassenen Geschehnisse und Werke, in ihrer Zugehörigkeit zur geschichtlichen Zeit und Entwicklung.

Nach dem Versuch der Überwindung der klassischen Gesellschaft in Frankreich, fing in Paris die Entwicklung der Überwindung in der Kunst. Entstanden diverse entscheidende Versuche z.B. in der Malerei. In der Architektur blieb noch länger die Klassik erhalten, auch nach dem Versuch der Parlamentarischen Demokratie, besonders bei den Regierungspalasten und Parlamentsgebäuden, wo weiterhin die klassische Macht zum Ausdruck kommen sollte.

Auch in den USA wurden besonders die Regierungsgebäude noch mit klassischen Säulen dekoriert um Macht zu symbolisieren. Aber in New York gleichzeitig entstanden schon auch wirklich machtvolle moderne Gebäude. In den Europäischen Hauptstätten wurden dieser Zeit noch immer die klassischen Monumente weiterkonstruiert, welche zu Zeit nur als Touristisch museale Sehenswürdigkeiten dienen können. Dialektisch, nach Außen Eindrucksvoll Repräsentieren sie Macht, innen aber haben sie keine reale Macht mehr.

Hinter den europäischen Kulissen geschah große Entwicklung in der Kunst der Musik. Entstanden wichtige Werke, welche sich befreiten und überwanden die Klassik. Nur dass ich einen der letzten nenne, von Karl Orff, „Carmina Burana“. Das Thema mit musischen Elementen aus dem Mittelalter, bearbeitet und herausgehoben die wichtigen Komponenten, für verstehen und freuen über die damalige Zeit, für jetzigen Ohren. Beispielhafte Anwendung der Dialogik in der Kunst.

Andres Beispiel ist der Sciencefiction Film „Avatar“. In diesem Werk ist beispielhaft gezeigt die Überwindung der Klassischen Dialektik. Nach der Weise von unseren Denkgewohnheiten, mit entwickelten technischen Fähigkeiten, aber ohne moralische Weiterentwicklung, wollen wir einen anderen Planeten erobern und von uns viel weiterentwickelten Bewohner unterdrücken. In ihrem Verhalten zu unserer Aggression, erscheint das Gewaltlose dialogische Reaktion.

Um für unsere gewöhnliche Denkweise den Unterschied verständlicher zu machen, können wir mit den sog. „Star Wars“ (Krieg der Sterne) vergleichen. Dieser Film läuft ab, nach der üblichen allgemein bekannten dialektischen Spielregeln. Andere Sterne führen mit der Erde Krieg und geschieht dabei der übliche heldenhaft-idiotische Siegeskampf.



11.- Esperanto gehört in die geistige Sphäre von der Überschreitung und Überwindung der Klassik, sehr ähnlich der Kunst. In diesem Sinne die treffendste Bezeichnung ist: Künstliche Sprache.

So zusammenfassend ist genannt der adäquateste Charakter dieser Sprache. Eindeutig sie ist keine Plansprache und ist keine konstruierte Sprache, sondern vor all diesen steht die Freiheit der Kunst, verbunden mit der lebendigen Realität. Zamenhof spricht in seinen Vorträgen und Aufsätzen vor allem von der künstlichen internationalen Sprache (arte farita internacia lingvo).

Esperanto ist nicht auf klassischen Idealismus sich stützende Idee, Ideales, oder Ideologie, welche in dieser Zeit, als es entstand und wurde noch nicht richtig verstanden, hauptsächlich herrschten. Das meiste von diesen genialen Ideen schon vergingen, aber Esperanto lebt und entwickelt sich weiter, auch nach mehr als 130 Jahren. Seine Elemente entstanden aus den lebendigen Sprachen, und seine Unterstützung kommt auch aus diese lebendige Realität, umgeordnet die dialektischen Gegensätze in dialogische Gemeinsamkeit.

Esperanto ist die reale Erscheinung des neuen dialogischen Denkens. Nicht nur irgendeine Sprache, sondern die adäquate Ausdrück des Gegenwärtig notwendigen dialogischen Denkens. In der Zeit als das klassisch dialektisches Denken, in Gegensätzen trieb die Menschheit an die Rande der Katastrophe.

Man philosophierte schon lange in Dialogen und auch dachte man besonders in verschiedenen Religionen dialogisch. Aber Esperanto ist die konkrete Erscheinung, von diesen, gegenwärtig neuen, notwendig dialogischem Denken, auf der Spitze der Klassik und nach der wiederholten Erfahrung der klassischen Tragödie, was übrigens auch schon die alten Griechen gekannt haben.



12.- In unsere gegenwärtig digitale Epoche, als viele Ereignisse vorausgerechnet und genau kalkuliert werden, wird immer mehr auch die andere, die menschliche Seite der Existenz wichtig. Diese, welche doch nicht ganz begreifbar ist, aber bleibt auch noch die Freiheit für den Auslauf in die Spontaneität, sich freuen oder traurig Sein über die Gefühle und auch auf die Wunder warten.

In diese Sphäre gehören die Sprachen, solange bis sie Sprachen bleiben und werden keine Computer Roboter. Weil per Computer, kann man schon akkurat genaue Sprachen konstruieren. Aber diese würde doch keine perfekte Sprache sein, nach der in der Geschichte schon viele kluge Menschen gesucht haben und konstruieren wollten. Doch blieb für die Sprache immer wichtig die Gerichtetheit wozu, welchen Zweck und Ziel sollte diese Sprache erfüllen.

Für jede Sprache bleibt auch etwas vom eigenen Wesen übrig, welche nicht mehr mit der Hierarchie der klassischen Logik zu fassen und einzuordnen ist, sondern hat auch ihre eigene Aufgabe, welche wir bis nun, mit unserem jetzigen Wissen noch nicht erkannt und erfasst haben. Auf diese Werte ist auch die jetzige neue Linguistik aufmerksam geworden, bei der bereits die Überwindung der Klassik geschieht.

Oft nur mehr, von einigen wenigen Menschen gesprochene Sprache, hat in kleinen Gemeinschaften, exklusive Ausdrucksweise für Umgebungsspezifische Verhältnisse, welcher Wert hat, für Wort-und Begriffs-Schatz, bei der Bereicherung des universalen Geistes. Z.B.: Eine Eskimo Gemeinschaft hat verschiedene Wörter für Schneequalitäten, welche in keine andere Sprache zu finden ist und wörtlich gar nicht zu übersetzen ist.

Verschiedene Sprachen haben ihre verschiedene Bestimmungen, für Aufgaben welche sie am besten erfüllen können, im besonderen Verständnis über, bis nun vielleicht noch nicht bekannten Sachen und Bereiche, aber können hilfreich auch sein, für kommende Zeiten , Verständnisse und wissenschaftlichen Forschungen. Deshalb ist jede Sprache Wert zu verteidigen.



Für Esperanto in diesem Sinne zeigt sich, evident seine exklusive Verfügung, in der zu Zeit erreichte und sich gezeigte Notwendigkeit für internationale Kommunikation und Verständnis.

Dialogisches Denken und Esperanto ergänzen sich einander. Esperanto ist die konkreteste reale Verwendung dieser Denkweise. Weil in der Philosophie geschieht oft im allgemein, dass kluge Ideen nur Theorien bleiben, bleibt nur das Bedenken von irgendwelchen neuen Möglichkeiten, ohne konkrete Anwendung.

Dialogisches Denken zeigt sich Nutzbar und Verwendbar im Esperanto. Nicht nur, sondern Esperanto entstand selbst nach dem dialogischen Prinzip. Es ist für das dialogische Verständnis gemacht worden, in dem internationalen Bereich, wo sich das Fehlen zeigte, des konkret-unmittelbaren Sprach und Verständigung Fähigkeit.

Und auch nur dieses genügt nicht, weil entscheidend ist auch die dialogische Verständigungsfähigkeit. Dort ist die klassisch-dialektische Überzeugungskunst überschritten in der dialogische verständigungsweise, von Einem zum Anderen. D.h. reziproke auch bei Esperanto, nicht nur die Sprache ist entscheidend, sondern auch die Denkweise. Oder, so wie es nicht genügt nur dialogisch Denken, so genügt auch nicht nur dialogisieren, ohne dialogisch zu denken.



Begriffserklärungen:

Erklärung der Begriffe Überwindung und Überschreitung.

Der Begriff von „Überwindung“ hat im deutschen, besonders in der Philosophie wichtige Bedeutung. Deshalb ist es angebracht denn Sinn, soweit es überhaupt möglich ist, annähernd richtig zu treffen.

Besonders bei den Übersetzungen zeigen sich die Schwierigkeiten, als die Idiome und Idiotismen nicht mehr wörtlich übersetzbar sind, sondern Synonyme zu Hilfe genommen werden. So werden oft politisch-historische Einflüsse entscheidend für denn Sinn der Übersetzung.

In Hegels Philosophie ist die „Überwindung“ ein Schlüsselbegriff, welche dann besonders durch den Marxismus breite Anwendung gefunden hat. Besonders die Slawischen Übersetzungen haben z.B. die Synonyme von „besiegen“, „erobern“, „schlagen“, „kleinkriegen“, u. s. w. verwendet. Traf nicht mehr so sehr daneben das Synonym „fertigmachen“, im Sinne dass der Idealismus zu Ende ging, d.h. etwas fertig gemacht worden ist.

Im ungarischen Wörterbuch fand ich die völlig falsche Erklärung, des Nietzsche Verständnisses, dass „der Mensch über sich selbst erheben soll“, gleichgesetzt mit dem, dass „der Mensch sich selbst besiegen soll“.

Höchstwahrscheinlich kommt aus diesem Synonym des „Sieges“, auch die einfache Übersetzung, der Überwindung =besiegen (venki), im Esperanto das völlige Sinnverfälschung des Begriffes.

Wenn ich nur ganz kurz Heideggers Hinweis in Betracht nehme, dass wir darauf achten versuchen sollen, was die Sprache selbst sagt (ohne den festgesetzten Idiotismen), sollte ich vielleicht fragen ob das etwas mit der „Windung“ oder sogar mit dem „Wind“ etwas zu tun hat? Aber in diesem Sinne mit dem „Sieg“ oder ewtl. mit irgendeinem idiotischen „Endsieg“ hat bestimmt nichts zu tun.

Deshalb habe ich in diesem Zusammenhang den Begriff von „Überschreitung“ verwendet, eigentlich aus der Esperanto Übersetzung genommen, den „superpasho“, was auch am meisten dem Sinnzusammenhang von der „Überschreitung der Klassik“ entspricht. Überschritten kann nur etwas werden, wenn noch existiert, nicht aber wenn durch ein „Sieg“ vernichtet wird.

Ja konkret, die klassische Kultur kann nur überschritten werden, wenn sie so überwunden wird, dass sie weiterhin als historischer Lehrsatz bleibt, verstanden wird und daraus der nächste Schritt der Entwicklung folgen kann. Dabei muss „die Zeit ernst genommen werden“ (nach Rosenzweig und Heidegger) d.h. nicht mehr rückwärts gehen, sondern dass was sich neu zeigt, wahrnehmen und das Neue entwickeln.