In den letzten wochen fühle ich mich sehr von den protesten in der türkei berührt, vor allem von den großen demos in istanbul.
Ich war mehrmals dort und ich konnte die letzten entwicklungen mitkriegen...
wie die religion immer mehr an wichtigkeit gewinnt,
wie immer mehr schönes und schützenwertes abgerissen wird, um liebloses und kommerzielles entstehen zu lassen...
eine mischung zwischen entfesselter kapitalismus und schamhaftigkeit und prüderie.

Eine frühere türkische kollegin von mir hatte direkt hinter dem Taksim Meydanı gewohnt. Ganz nah an der deutschen botschaft. Mehrmals habe ich bei ihr gewohnt und täglich diesen platz mehrmals betreten. Man kann nicht umhin, er ist der mittelpunkt der stadt - und istanbul ist eine wirklich sehr große stadt. Kein besonders schöner platz, aber DER platz, wo man zb. ankommt, wenn man den bus vom flughafen in die stadt nimmt.
Wo sich der "mega-ZOB" befindet, eine chaotische ansammlung von buslinien, alle kreuz und quer, ohne bahnsteige und wirkliche haltestellen, geschweige denn fahrpläne...

Taksim Meydanı ist der platz wo letztes jahr in april (das letzte mal, dass ich dort war) jeden abend eine schwer bewaffnete polizei-hundertschaft stand.
Unbeweglich wie spielzeuge, stundenlang... und ich dachte immer, war für ein bescheuerter job!
Tatenlos herumstehen und den großen macho markieren, stunden und stunden.
Nun hatten diese hundertschaften in den letzten wochen endlich etwas zu tun!

Der Gezi Park? Tja, der ist auch noch da, klein und unscheinbar.
Keine kinderspielplätze oä. nichts heimeliges, kaum oder gar kein gras, keine richtigen wiesen. Aber sehr alte bäume.
Und die sind wirklich absolute mangelware in dieser stadt.
Diese bäume wegzuschaffen, tja, das ist in der tat eine ungeheuerliche provokation!