| April 2008 | ||||||||
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...Montag 5.30 Uhr, es regnet in Strömen und Wind peitscht gegen die Bäume in unserem Hof. Keiner möchte aufstehen, auf Arbeit gehen gleich recht nicht, doch pflichtbewusst schleppe ich mich ins Badezimmer und begrüße meine Zahnbürste. Dann taste ich mich vorsichtig bis zur Küche durch und versuche, einen halbwegs trinkbaren Kaffee zu brühen. Darauf folgen 2,5 Minuten erholsames Warten auf den gerösteten Toast. Die Kaffeesahne ist natürlich alle und das Honigglas vollkommen zugeklebt (passiert öfter seit mein Fünfjähriger allein sein Brot schmiert), was für ein geiler Morgen.
Doch wo steckt eigentlich mein Mann? Im Bett war er doch noch direkt hinter mir!? Nun unser Flur ist recht groß, er muss auf dem Weg zum Klo verloren gegangen sein. Ich geh ihn suchen, bevor er im Bermuda-Dreieck zwischen Wäschetruhe,Stehlampe und Telefonschränkchen verschwindet. Doch im Flur ist keine Spur von ihm, der Sack liegt noch im Bett. Wie jede vernünftige Ehefrau lege ich sofort meinen militärischen Befehlston auf und verlange unverzügliches Aufstehen. ER schnieft mir nur ein "bin krank, kann nicht aufstehen" entgegen und dreht sich zur Wand. " Wenn ich zur Arbeit muss,gehst Du auch" denke ich mir und hole das Fieberthermometer. Unerträgliche 37,5° C, kein Wunder, dass ER sich kaum auf den Beinen halten kann."Ich brauch einen Arzt oder wenigstens Medizin, ich kann nicht aufstehen" meint ER und legt dazu seinen Dackelblick auf. Ich verpasse ihm einen leichten Rippenschlag und sag´s nochmals:"steh endlich auf, Du hast eine Familie zu ernähren". ER spürt, dass es keinen Sinn macht, mit dem Boss zu streiten und gibt auf. In Zeitlupe zieht ER sich an und putzt gelangweilt seine Zähne. Nach einem halben Toast und der Bemerkung "ich muss gleich kotzen" ,schiebe ich ihn zur Tür hinaus und verabschiede ihn mit den Worten:"viel Spaß auf Arbeit, Schatz". Stolz auf das Vollbrachte steuere ich nun das Kinderzimmer an, ein kurzer Blick genügt, um zu sehen, dass mein Sohn noch schläft. Es ist wie verhext, kaum spricht einer von Krankheit, bricht sie überall aus. Ich mache die Kinderzimmertür wieder zu und rufe meine Chefin an. "Guten Morgen, mein Sohn ist schrecklich krank, kommt gar nicht aus dem Bett, muss mit ihm zu Haus bleiben, tut mir wirklich leid, melde mich nach dem Arztbesuch wieder bei Ihnen, vielen Dank, auf Wiederhören". Ich schleiche mich zurück ins Bett,schlüpfe in die wohlig-warme Federdecke und gedenke der arbeitenden Schicht. Was für ein geiler Morgen.
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