Dies ist der Gürtel einer Burzenländer Tracht. Jetzt werdet Ihr fragen: Wo befindet sich das Burzenland? Es gibt einen Bach: die Burzen. Dieser Bach entspringt in den Südkarpaten (im Fogarascher Gebirge) und mündet in den Alt, der wiederum die Südkarpaten durchbricht und in der rumänischen Tiefebene in die Donau mündet, bevor sich diese Delta-förmig ins Schwarze Meer ergießt.

Dort wo die Burzen und der Weidenbach in den Alt fließen, ist die süd-östlichste Ecke Siebenbürgens, auch Transsylvanien genannt. Ich bin dort geboren und aufgewachsen. Die deutschen Ortschaften von damals sind nicht mehr mit Deutschen bevölkert. Die Siebenbürger Sachsen sind nach und nach (fast) alle ausgewandert. Sie pflegen ihre Traditionen (Tänze, Trachten, Lieder, Speisen, Zusammenkünfte, Gottesdienste) in der Diaspora (oder, wie einige sagen, im Mutterland) weiter. Manche mehr, manche weniger, ich vielleicht weniger. Ich besitze aber noch meine Tracht, in der ich in der Schwarzen Kirche zu Kronstadt konfirmiert wurde. Und die möchte ich Euch hier vorstellen. Aber erst lasse ich Euch mit Wikipedia alleine, Zeit, Euch mit der geographischen Lage vertraut zu machen, Euch die wilden Karpaten, die lieblichen Hügel der Burzensenke, die rauschenden Bäche und die menschliche Vielfalt dieses "Landes jenseits der Wälder" (trans-silvania) vorzustellen. Ein berühmter Kronstädter Schriftsteller schrieb in seiner "Siebenbürgischen Elegie":

Anders rauschen die Brunnen, anders rinnt hier die Zeit. Früh fasst den staunenden Knaben Schauder der Ewigkeit....
Siehst Du das Wappen am Tore? Längst verwelkte die Hand. Völker kamen und gingen, selbst ihr Name entschwand...
Anders schmeckt hier der Märzwind, anders der Duft vom Heu, Anders klingt hier das Wort von Liebe und ewiger Treu...