Am 12. Januar 1926 ist Heinz Paupitz in Berlin-Wedding geboren.
Bei einer Berliner Flugzeugfirma erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers. Selbst ambitionierter Radsportler, kam er auch über seinen Vater mit Fahrrädern früh in Berührung, der Rahmen für „Blitz“-Räder gebaut hat. Bis 1951 hat Heinz Paupitz bei Radsport Ehle in der Bundesallee gearbeitet, danach in der Maschinenfabrik Plagemann PEW, später für Gürtler & Lange Daimon-Räder gebaut.
Als 1952 Gürtler & Lange Konkurs gingen, suchte der Großhandelsbetrieb Hübner & Koch jemanden für die Herstellung von Fahrradrahmen und Vorbauten für die neue Hausmarke F.B.L.. Auf Gürtlers Empfehlung als fleissigen und verlässlichen Arbeiter fing Heinz Paupitz auf Lohnbasis (1,50 Mark pro Stunde) 1953 mit der Herstellung von Vorbauten, aber schon bald auch mit den ersten Rahmen bei Hübner & Koch an. 1953 stellte Hübner & Koch das erste F.B.L. Champion du Monde-Rennrad auf der IFMA aus. Charakteristisch war das patentierte Ausfallende mit Campagnolo-Schaltauge und der Prägung OKA System Paupitz (OKA steht für Otto Koch Anmelder).
Am 1. September 1956 absolviert Heinz Paupitz seine Meisterprüfung im Mechanikerhandwerk erfolgreich.
Als er erfuhr, dass der Prokurist bei Hübner & Koch auch mit Hugo Rickert über den Rahmenbau für F.B.L. verhandelte, nahm Heinz Paupitz das zum Anlass, sich 1958 selbständig zu machen.
Gemeinsam mit seiner Frau Adelheid gründete er einen eigenen Fahrradladen im Wedding in der Seestraße 118, den Sie bis 1992 betrieben. Hier baute er weiterhin eigene Rahmen an seiner selbstgefertigten Rahmenlehre.
Was seine Fertigungskunst auszeichnet, ist sein hoher Anspruch an genaue Verarbeitung. Das Gewinde am Gabelschaft hat er immer nur so weit geschnitten, wie es für den Sitz des Steuersatzes auch tatsächlich notwendig war. Deshalb ist er besonders stolz auf die Tatsache, dass bei den von ihm gebauten Rahmen und Gabeln kein einziger Bruch zu verzeichnen ist. Das ist für die Zeit der 1950er und 60er Jahre tatsächlich nicht selbstverständlich.
Typisch für die eigenen Fabrikate war die Verwendung des Geburtsdatums des Besitzers als Rahmennummer und eine in den vorderen Bereich der Sattelmuffe gefeilte Kimme:







Paupitz hat auch für eine Reihe bekannter Profi- und Amateurfahrer Rahmen gebaut
Schon 1954 erteilte ihm der Sportclub Einheit den Auftrag, für dessen Fahrer Rudi Kirchhoff einen kleinen Rahmen (52 oder 54 cm Rahmenhöhe, da sind sich Paupitz und Kirchhoff nicht einig) zu bauen.
Im Auftrag der Nürnberger Victoria-Werke hat er (wohl Ende der 1950er Jahre) einen Steherrahmen gebaut, da Victoria in diesem Bereich wenig Erfahrung hatte.
Auch den Steherrahmen, auf dem Kemper 1967 und 1969 Europameister wurde, hat Heinz Paupitz gebaut. Mit Horst Oldenburg wurde Kemper 1968 Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren, beide auf Paupitz-Rad. Als der deutsche Vierer bei den Bahnweltmeisterschaften in Montreal den Sieg in der Mannschaftsverfolgung errang, war Peter Vonhof auf einem Paupitz-Rad mit von der Partie.

Neben eigenen Rahmen hatte Heinz Paupitz die Vertretung für die niederländischen RIH übernommen. Er hat teils unlackierte Rahmen von dort importiert (die hat er selbst mit seinem Campingbus geholt) und zumindest bei Umbauten (z.B. Herren- zu Damenrahmen) auch als Paupitz angeboten.

Bedingt durch den starken Anstieg der Ladenmieten nach dem Fall der Mauer sah er sich gezwungen, das Geschäft 1992 schweren Herzens aufzugeben. Zur Ruhe hat er sich aber nicht gesetzt. Nun machte er sich stark für Ausbildungsplätze und trieb voran, dass Brandenburg die erste überbetriebliche Ausbildungsstätte für Zweiradmechaniker bekam. Für dieses Engagement erhielt er 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Am 29. Mai 2013 ist Heinz Paupitz in Berlin-Spandau gestorben.


After manufacturing F.B.L. frames in the years 1953 to 1958 for Berlin's wholesaler Hübner & Koch up to 1992 Heinz Paupitz built frames under his own name. In this time he run a shop in Berlin-Wedding, Seestraße 118 with his wife Adelheid. In 1992 both retired from business in Berlin-Spandau. To get to know more about their producing I began to interview them several times. These get-togethers were the source for the information I provide here. On 29th of May 2013 Heinz Paupitz died.