völlige dunkelheit. stille. kein laut ist zu hören, als die eigenen vorsichtig tastenden schritte und direkt im ohr der eigene schnelle herzschlag.wenigstens ist es nicht kalt. die linke hand tastet an der wand entlang. erst stein, später holz, die rechte fuchtelt im finsteren , erfühlt hindernisse, die den weg verstellen bevor ich mit dem kopf dagegenstoße. nichts hören, nichts sehen, völlige einsamkeit, das ist mein wahrgewordener immer wiederkehrender alptraum.das ist nicht einfach nur unheimlich oder gruselig. das ist aufkommende panik, schweissausbruch, kniezittern....

fast tut es mir leid, dass ich mich überwunden und den dunkelgang in schloß freudenberg betreten habe.ob es noch weit ist bis zum rettenden ausgang ? kann man sich hier eigentlich verirren ? bei dem gedanken wird mir tatsächlich die luft knapp ... "ulrike, bist du noch da?" "ja ich bin noch da" die ruhige und leicht amüsierte stimme der freundin läßt mich ein wenig aufatmen. kleine schritte tapsen um mich herum, kinderhände an meinem mantel und meiner hose... ein kichern im dunkeln und schon sind sie vorbei. wie unbefangen die kleinen mit damit umgehen, sie laufen hier durch und überholen uns , die wir uns vorsichtig schritt für schritt vorantasten, als könnten sie sehen wohin sie treten, um welche ecken sie biegen müssen, welche hindernisse zu überwinden sind. die fröhliche zwergenschar hat den rest der aufkeimenden panik besiegt, ich schaffe die letzten schritte , endlich licht, endlich wieder sehen.

wie albern, als erwachsener mensch solche gefühle , schließlich weiß ich doch genau, es ist ein ausgang da, bestimmt ist noch keiner hierdrin zurückgeblieben. und doch trifft diese absolute dunkelheit genau den kern einer urangst... schwer zu beschreiben, ich denke es ist so ähnlich, wie wenn jemand nicht schwindelfrei ist. das kann man auch nicht erklären , und es ist schwer zu überwinden.

stolz bin ich jedenfalls, dass ich diese hürde genommen habe. vielleicht gehen wir auch noch in die dunkelbar :-) das nächste mal ! bestimmt !!