Sind mit dem Bus morgens um 6.20 h in Rockhampton angekommen und puenktlich um 6.30 h von Peter Eather, dem Besitzer von Myella, abgeholt worden. Wir hatten bei Myella 2 Days / 1 Nights gebucht und wollten ins echte Cowboyleben abtauchen :-)

Ueber Stock und Stein gings im landeinwaerts Richtung Farm und die Fahrt hatte so ein bisschen was von "Wilde Maus"-Fahren. Waehrend der 1,5 h Fahrt konnten wir uns schon mal mit den Gegebenheiten auf der Farm und unserem "Programm" fuer die naechsten 2 Tage vertraut machen. Myella ist eine "echte" Cattlefarm mit 2600 Hektar Land und 300 Cattles, 42 Pferden, Milchkuehen, Kaelbern, Huehnern, zwei zahmen Wallabies und Papagei Harry, der leider an Parrot Disease leidet und daher ohne Federn klar kommen muss :-( Kein schoener Anblick, aber man hat uns versichert, es geht ihm gut. Fam. Eather nimmt alles moegliche Viehzeug auf, dass irgendwie unter die Raeder gekommen ist.

Direkt nach der Ankunft wurden uns kurz unser supernettes Zimmer (endlich mal wieder ein Bett!!!) gezeigt und dann mussten wir auch schon farmtaugliche Kleider aus einem breiten, nicht immer ganz up-to-date Portfolio aussuchen. Nach einem kurzen Fruehstueck - ganz cowboylike mit toasten ueber der Feuerstelle (die Toasts werden auf eine Art Rost am langen Stiel gelegt und ueber die Glut gehalten, bis sie fertig sind - je dichter je besser, dann werden sie angeblich nicht trocken) und Wasser aus gusseisernen Kannen, die ebenfalls den ganzen Tag ueber dem Feuer haengen - gings dann zu unseren Pferden. Ich habe fuer die 2 Tage Pow-Wow zugewiesen bekommen, einen spargeligen, recht kleinen Araber, Michael hat's mit Quantas zu tun bekommen, einem ehemalige Rennpferd, der sein Potential in den naechsten 2 Tagen aber nie ganz zeigen konnte ;-) Dann wurde gesattelt und zum ersten Mal rauf aufs Pferd - mit Leiter!!! Definitiv eine ganz neue Erfahrung fuer mich, aber bestimmt sinnvoll bei den ganzen Anfaengern, die auch mal Cowboy spielen wollen. Haben dann 2h lang die Cattles von A nach B getrieben, bei ca. 35 Grad im Schatten war das ganz schoene Arbeit. Die Weiden sind fuer unsere Massstaebe fuer diese paar Cattles riesig, aber wohl notwendig, weil es vermutlich bis zum Jahresende nicht mehr regnen wird und daher extrem viel Weideflaeche benoetigt wird. Am Nachmittag stand dann Motorradfahren auf dem Programm. Da Michael ja brav auf Quantas gestiegen ist, konnte ich hier ja keinen Rueckzieher machen und bin brav den Uebungsparcours gefahren, bis wir gut genug waren, um mit Trevor - einem echten Cowboy bzw. wie man in Australien sagt stockmen -  eine 8km Tour um die Farm zu machen. Michael musste danach noch bei Peter nachsitzen, der mit seiner Offroad-Haltung auf dem Motorrad nicht zufrieden war :-) Abends gabs dann gemeinsam mit der Familie und mine workers, die dort uebernachten, ein rustikales Dinner, natuerlich mit viel Fleisch.

Tag 2 hielt fuer uns ein ganz besonderes Ereignis bereit, denn Eathers hatten 50 neue cattles gekauft und die mussten gemustert werden. Beim Mustering werden die Cattles in einen Paddock getrieben und dann nach und nach vereinzelt, bis nur noch eins uebrig ist. Das wir in eine Art Eisenkaefig gesperrt und dann: geimpft, mit Hormonen versorgt (ist bei uns verboten, oder?), mit Tag im Ohr versehen, mit Fliegenschutz besprueht und mit Myella-Brandzeichen versehen (unser Job). Wenns fuer den Bullen ganz schlecht laeuft, werden ihm auch noch die Hoerner gestutzt, sehr brutale Angelegenheit uns aeusserst blutig. Aber wat mutt, dat mutt... Da Mustering nur einige wenige Male im Jahr stattfindet, hatten wir echt Glueck, das mal live mitzuerleben. Einige Gaeste konnte sich das nicht mitanschauen und sind geschockt gefluechtet. Nach dem Mustering haben wir die Cattle mit Pferden wieder auf eine Weide getrieben, wo sie sich erstmal erholen koennen. Eigentlich wollten wir ja nachmittags schon abreisen, aber es gefiel uns so gut, dass wir noch einen Tag verlaengert haben. Abends gab's dann beim Dinner wieder Fleisch (wie jeden Tag!!!) und dann haben wir mit Peter die Sterne geguckt, die ganz anders aussehen wie bei uns. Man kann die Milchstrasse (das Zentrum) und das Southern Cross unglaublich gut sehen. Danach haben wir uns dann mit dem 74jaehrigen Mann noch auf dem Computer diverse Sternbilder anschauen duerfen :-) (er war Feuer und Flamme, wir einfach nur noch muede...).

Am 3. Tag kamen morgens ca. 10 neue Gaeste an und es war ein Riesenchaos, da wir alle auch nicht rechtzeitig aufgestanden sind, um Kuehe zu melken oder Pferde zu fuettern. Es ist nicht so, dass man es muss, aber eigentlich verlassen sich alle darauf, dass die Gaeste mithelfen. Und nicht rechtzeitig aufstehen heisst hier: Um 7.30 h mit Fruehstueck fertig sein...Sind dann 4 h  unterwegs gewesen, sowohl Michael und ich mit neuen Pferden. Mit dabei waren 2 echte israelische Cowboys, die auch im Urlaub unbedingt reiten wollten (it's fun...). Also alles Vollprofis und Michael, der sich aber gut geschlagen hat und Reiten doch gar nicht sooooo doof findet. Mir hats nach 15 Jahren Abstinenz auch wieder richtig Spass gemacht, mal schauen, ob ich zuhause wieder mal anfange. Um halb fuenf hat Peter uns dann alle wieder nach Rockie gebracht, wo wir um 19.00 h gluecklich in den Greyhound-Bus Richtung Hervey Bay gestiegen sind. Myella war ein absolutes Highlight und jedem zu empfehlen, den es in die Naehe von Rockhampton verschlaegt :-)