Donnerstag
11:45 Uhr:
Liege mit fieser Erkältung und 38,4° Fieber im Bett. Aber – oh Wunder! – trotz Nies- und Hustenanfällen kann ich endlich mal einschlafen. Ist dringend nötig, habe mich schon durch die ganze Nacht gehustet.

14:12 Uhr:
Albtraum. Werde abrupt und hochgradig panisch wach mit dem Gedanken: „Ich muss aufs Klo!!!“ Raunze noch den Hund an, der vorm Bett liegt, dass er aus meiner Ausflugschneise verschwinden soll – und dann: Dunkel. Stille.

14:13 Uhr:
Werde ganz gemächlich wach und denke dabei: „Och nö, noch ein Viertelstündchen …“ – aber wieso zum Kuckuck ist mein Kopfkissen auf einmal mit Hundetatzen bedruckt?? Hm …

14:14 Uhr:
Irgendwie kriege ich die zähe Trägheit aus dem Hirn gewischt und stelle fest: ich liege nicht IN meinem Bett, sondern DAVOR. Das vermeintliche Kopfkissen ist mitnichten mein Kopf-, sondern das vor dem Bett liegende Hundekissen. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass irgendwas in meinem Gesicht weh tut und fies geschwollen ist.
Hund 1 kommt gucken und verzieht sich lieber ums Eck in den Flur. Hund 2 kommt gucken und verzieht sich vorsichtshalber gleich eine ganze Etage tiefer. Lassie hätte Hilfe geholt, ihr nichtsnutzigen Fellmonster!

14:15 Uhr:
Bestandsaufnahme: grandiose Schwellung überm linken Auge und auch darunter. Dicke Beule links am Kopf, bisschen feucht – nee, kein Blut, nur die oberste Hautschicht hat was abgekriegt, dafür musste ein Büschel Haare sein junges Leben lassen. Knochenbrüche? Aua! – aber nein. Schwindelig? Nö. Erbrechen? Nada. Sehstörungen? Keine. Kopfweh? OH ja! Fazit: ich werde vermutlich überleben.

14:16 Uhr:
Bestandsaufnahme, 2. Teil, vorm Badezimmerspiegel: ach Du Scheiße … Das linke Auge ist auf dem besten Wege, zuzuschwellen. Fix einen kalten Waschlappen drauf! Schmerzpillen finden, gleich zwei einwerfen. Arnica suchen und schließlich auch finden, gleich 5 Globuli futtern. Auf den Schreck erstmal einen Hustentee kochen.

14:23 Uhr:
Den Göttergatten im Büro anrufen und beauftragen, auf dem Heimweg in der Apotheke Arnika-Salbe zu besorgen. Mühsamst sein Bestreben abwehren, THW, Katastrophenschutz und Feuerwehr zu alarmieren. Oder wenigstens einen Notarzt.

17:41 Uhr:
Göttergatte kommt nach Hause, mitsamt der Arnika-Salbe. Guckt. Guckt nochmal. Sein Kommentar: „Ich war’s nicht!!“

Stimmt. Ein Veilchen kriege ich auch alleine hin. Dafür brauche ich nur Fieber, einen Albtraum und ein Nachtschränkchen.


Nachtschränkchen vs. Schädel: 1:0