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July 2nd, 2009

Aus dem Urlaub zurück

Leider geht jeder Urlaub einmal zu Ende, unser Urlaub leider auch. Wir haben wundervolle Tage an der Ostsee verlebt. Mein Mann und ich waren von früh bis spät in den vielen Städten und Städtchen an der Ostsee, Mecklenburg-Vorpommern, unterwegs. Natürlich habe ich auch viele Fotos mitgebracht, die ich aber noch alle in den Computer einlesen und sichten muß. Zur Zeit räumen wir, mit Pausen, da wir draussen Gewitter haben, den Wagen aus. Die beiden Waschmaschinen laufen schon auf Hochtouren.

Nicht alles war, wie es hätte sein können. Über unseren Campingplatz waren wir mehr als verärgert, oder seien wir ehrlich, geschockt, hätten ihn am liebsten gleich wieder fluchtartig verlassen. Da wir ihn aber für 12 volle Tage gebucht hatten, ihn auch gleich bezahlen mußten, ging das leider nicht.

Ich kann nur jeden Camper vor dem Campingplatz Markgrafenheide, Baltic Camping GmbH, warnen. Noch nie habe ich auf einem Campingplatz so schmutzige Sanitäreinrichtigungen erlebt, noch nie derart unfreundliches Personal kennengelernt. Der Campingplatz ist in einem verwahrlosten Zustand, kein gepflegter Stellplatz. Er ist sehr groß und zieht sich in ein Waldgebiet hinein. Kein einziger ebener Stellplatz, die reinste Hügellandschaft wo man unweigerlich bei Regen, auch mit dem kleinsten Zelt, erbarmungslos absäuft und in riesigen Pfützen steht. Wie gut, dass unser neues Zelt eine komplett geschlossene Bodenwanne von 25 cm Höhe hat. Gleich am ersten Urlaubstag standen wir knöcheltief, wie alle anderen Zelte auch, in wirklich großen Wasserpfützen. Wir waren sehr froh, dass wir nur am ersten Tag mit einem höllischen Gewitter und kübelweise Regen davon gekommen waren.

Auf dem gesamten Gelände gibt es 6 Waschhäuser, wovon 4 geschlossen waren. 2 waren total zerstört, eingeschlagene Scheiben und dem Zerfall Preis gegeben. Die große Masse an Campern hatte also nur 2 kleine Waschhäuser zur Verfügung, die weder genug WCs noch Duschkabinen für all die vielen Menschen hatte, geschweige denn Einzelwaschkabinen. Große Klasse war, dass die Männer- und Frauenbadeeinrichtungen nicht durch Türen getrennt sind. Ständig kamen neugierig schauende Männer in die Damenabteilung was mich dann dazu veranlasste, wie andere Frauen auch, die Behindertenkabine zu nutzen. Alles war von grundauf schmutzig, unhygienisch und teilweise mehr als ekelhaft. Weder vom richtigen Putzen noch vom freundlichen Grüssen hielten die beiden Reinigungskräfte etwas. Mit nur einem Lappen wurden, wenn überhaupt, die Wasch- und WC-Becken gereinigt. An der Wand hing nur 1 Rolle Toilettenpapier für alle Kabinen was natürlich zu einem Toilettenpapiernotstand führte. Hauchdünnes Papier, ich wußte bis dahin überhaupt nicht, dass es so dünnes Toilettenpapier gibt, für 8 Toiletten, wenn überhaupt welches vorhanden war. Wehe der oder dem, der sein Geschäft vorher falsch einschätzte. Nachholen wäre sehr mühsam geworden... mit runter gelassener Hose, WC-Türe öffnen, dann an den Eingang springen, Nachschub holen und den Weg zurück.... Was war ich froh, dass wir unser eigenes Toilettenpapier im Gepäck hatten.

Auf dem Campingplatz sowie dem anschließenden Badestrand gibt es eine Mückenplage, wie ich sie noch nie erlebt habe. Es war weder abends noch morgens ein gemütliches Sitzen im Freien möglich. Kam man aus dem Zelt, saßen auch schon hunderte von Mücken auf dem Körper. Wir haben in den 12 Tagen 7 Dosen Autan verbraucht, uns vor dem Betreten des Platzes von Kopf bis Fuß eingesprüht, bei jedem Verlassen des Zeltes nochmals. Die Kinder auf dem Zeltplatz sahen alle schlimm aus, waren doch ihre Körper von oben bis unten von Mückenstichen übersät.

Das waren noch lange, lange nicht alle Mängel.

Dieser Campingplatz wird gerne von randalierenden Jugendlichen genutzt. Sie brüllen und schreien wie die Wilden bis morgens früh um 5 Uhr, Sauffeten bis zum Erbrechen haben wir dort erlebt und nicht nur das. Sie ziehen nachts über den Campingplatz, brüllen fremdenfeindliche Parolen wie Ausländer und Wessis raus oder lassen ihren Übermut mit Schaukämpfen freie Bahn. Heute früh um halb fünf Uhr jagten 3 Jugendliche einen polnischen Jugendlichen über den Platz und brüllten: "Dich Polen schlagen wir gleich tot!"

Mitten in dem Waldgelände werden Abend für Abend große Lagerfeuer von den Jugendlichen angezündet obwohl das Feuer machen strengstens untersagt ist. Nirgends ein Feuerlöscher oder sonst eine Einrichtung um einen Brand zu bekämpfen.

Es ist niemand von der Campingplatzverwaltung da, der sich dieser Probleme annimmt. Überall verschlossene Augen und Ohren.

Ich rate wirklich jedem Camper, der keine starken Nerven hat, Ruhe und Erholung sucht, mehr als dringenst vom Besuch dieses Platzes ab. Die meisten Camper warfen schon am 2. Tag ihres Besuches das Handtuch und flüchteten in alle Richtungen auf und davon.

Aber ansonsten war, bis auf kleine Vorkommnisse in Badeorten zwischen Warnemünde und Rügen (nur in dieser Richtung) alles sehr sehr schön. Wir hatten wirklich einen tollen Urlaub, den wir, selbst auf diesem Horrorcampingplatz, genossen.

Renate

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