Das letzte Wochenende, vom 18.07. bis 20.07.2008, hatten mein Mann und ich Besuch von lieben Freunden aus Köln und aus dem Kreis Hannover. Wir hatten sie eingeladen weil sie noch nie auf der Düsseldorfer Kirmes bzw. überhaupt in Düsseldorf waren. Schon Wochen vorher freuten wir uns alle auf das Treffen.
Freitag ab Mittag rückten sie dann so nach und nach an. Zusammen aßen wir noch Abendbrot und dann ging es auch direkt los zum Düsseldorfer Feuerwerk. Mit unserem Auto fuhren wir bis zur Straßenbahn in Düsseldorf-Heerdt, stellten dort unseren Wagen ab und fuhren mit der Straßenbahn bis zum Kirmesplatz. Alleine die Fahrt dorthin war ein wenig abenteuerlich für unsere Gäste. 2 Straßenbahnen fielen aus, die nächste war so überfüllt, dass noch nicht einmal die Türen geöffnet wurden. Wir schauten uns ein wenig betreten an, lachten dann darüber, beschlossen, nun doch mit dem Wagen zu fahren.
Also auf zu unserem Wagen. Wir waren kaum über die Ampelanlage gegangen, als die nächste Straßenbahn um die Ecke bog. Wir im Eilschritt wieder zurück, zwängten uns dann in die ebenfalls sehr volle Bahn und auf ging´s nach Düsseldorf. Die Stimmung in der Bahn war super. Alles lachte und scherzte. Man rückte auf Tuchfühlung zusammen. Rheinländer halt. Am Kirmesplatz in Oberkassel stiegen wir alle aus, die Bahn war auf einmal sehr leer. Unser Besuch bekam dann erst einmal einen kleinen/großen Schock. So viele Menschen auf einmal, die zum Kirmesplatz strömten, hatten sie noch nie gesehen. Der Kirmesplatz mehr als proppevoll. Aus unseren Erzählungen wussten sie von Menschenmassen. Aber dass es so viele sind, war für sie unfassbar.
Den Kirmesplatz ließen wir rechts liegen und gingen auf die Oberkasseler Brücke Richtung Altstadt. Auf dem letzten Drittel der Brücke blieben wir stehen, genossen den Blick auf die beleuchtete Kirmes, die Promenade, das ganze Panorama rund um den Fernsehturm. Unser Besuch war mächtig beeindruckt. Wir hatten glasklare Sicht. Unter uns fuhren die beleuchteten Passagierschiffe, die zum Feuerwerk kamen, Musik an Bord, es wurde getanzt und gefeiert. Von oben hatten wir einen super Einblick auf und in die Boote, die Passagiere winkten hoch, wir zu ihnen herunter.
Pünktlich um 22.30 Uhr der erste Böller zum Feuerwerk. Gut 30 Minuten wurden die schönsten Feuerwerkslichter in den tiefschwarzen Himmel geschossen. Die Kirmesbeleuchtung hatte man extra herunter gefahren. Nach dem beeindruckenden Feuerwerk machten wir uns zu Fuß über die Promenade, an den beleuchteten Schiffen vorbei, durch tausende von Menschen, die in alle Richtungen strömten, in die Altstadt auf. Unser Besuch war nur noch am Staunen und Schauen. Sabine sagte immer nur: Unglaublich. Das ist ja alles unglaublich. Das glaubt mir keiner.
Nach einem ausgiebigen Cafehausbesuch auf der Bolker Straße ging es dann gegen 1 Uhr nachts zurück mit der Bahn zu unserem Auto.
Am nächsten Samstag waren alle früh auf den Beinen. Nach einem ausgiebigen Frühstück in meiner kleinen Küche, in der wir wie die Heringe saßen aber dennoch alle einen Platz am Tisch fanden, wurde geplant. Zuerst ging es wieder in die Altstadt zum bummeln und gucken. Die vielen Sonderangebote der Kaufhäuser, besonders der Boutiquen, zog sie an. Es kam, wie es kommen musste. Mein Mann stand mit einer Freundin alleine vor einer Boutique, wartete ganz brav über 1 Stunde bis wir mit vollen Tüten wieder heraus kamen. Dann ging es weiter zur Rheinuferpromenade. Von dort wollten wir mit der Fähre rüber zur Kirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen. Vorher tranken wir noch Cappuccino etc., um uns für den Überfall auf die Kirmes zu wappnen.
Gegen 13 Uhr fuhren wir dann endlich mit der Fähre los. Wir hatten extra einen frühen Termin für den Platzbesuch gewählt, da eine Freundin auf Krücken ging und die andere Freundin diese Menschenmassen nicht gewohnt war. Der Platz war auch recht leer, so dass wir viel Platz zum Schauen und Bummeln hatten. Leider war das Wetter uns nicht gerade wohl gesonnen. Immer wieder gab es Regenschauer, starker Wind, dann wieder Sonne pur, alles im Wechsel von wenigen Minuten. All das tat unserer Freude keinen Abbruch.
Nach dem Kirmesplatzbesuch kamen wir ein wenig in Zeitverzug und mussten zügig nach Hause, uns umziehen. Für 17 Uhr hatten wir Theaterkarten für die Düsseldorfer Komödie. Unser 13jähriger Teenager verzog das Gesicht: Bah Komödie!!! Wie kann man nur! Ihre Laune war da nicht die Beste. Trotzdem ging sie mit weil sie wusste, dass wir danach in die Altstadt wollten, sie mit ihrer Mutter nochmals alleine zur Kirmes rüber fuhren wollten.
Noch keine 20 Minuten im Theater und schon war sie total in einen Sänger verliebt. Das Stück: Jetzt oder Nie - Die Comedian Harmonists II.. In dem Stück geht es um die legendären Comedian Harmonists aus den späten 30iger Jahren, 3 von ihnen waren Juden, die Trennung dieser Gruppe wegen des Naziregimes, die Neugründung einer 2. Gruppe, das Schicksal dieser Sänger. Immer wieder wurden mit viel Humor und Spaß alte Lieder gesungen wie z.B. mein kleiner grüner Kaktus. Unsere 13jährige musste sehr viel lachen und hatte wohl am meisten Spaß von uns allen. Immer wieder ihre leuchtenden Augen: Du, der 2. von rechts…. ist der nicht süüüüüüüüssss?
Jedes schöne Theaterstück geht zu Ende und die Altstadt wartete auf uns. Also machten wir uns wieder auf den Weg und waren 10 Minuten später im Gewühl der Menschen in der Altstadt eingetaucht. Unsere Kleine sowie ihre Mutter fuhren mit der Fähre wieder zur Kirmes rüber, der Rest saß dann auf der Rheinpromenade in einem Freiluftcafe und genoss die freie Zeit. Nach etwa anderthalb Stunden waren wir wieder glücklich vereint und schlenderten nun durch die dunkle Altstadt, schauten mal hier rein, mal dort. Super Stimmung überall. Da wir wenig Zeit hatten, gingen wir zum Essen zum Burger King. Nach kurzem Aufenthalt schlenderten wir weiter.
Gegen 22 Uhr hörten wir Jazz vom Feinsten, gingen den Tönen nach und blieben dann vor der Traditionsgaststätte Uerige hängen. Wenn etwas klappt dann alles. Vor dem Uerige spielte die hervorragende Jazz-Band Symbadische Senfoniker aus Baden. Diese Gruppe hatte sich unter die Menschenmassen vor dem Uerige gemischt und mächtig das Volk in Stimmung gebracht. Wir hüpften alle im Rhythmus der Lieder mit, Lieder wie: Düsseldorf hat die längste Theke der Welt, Hey Man, Wärst du doch in Düsseldorf geblieben und andere dieser Ohrwürmer. Unser Besuch konnte es nicht fassen! Da tanzten die verrückten Düsseldorfer einfach so mitten auf der Strasse, sangen aus vollen Kehlen mit, schunkelten und freuten sich des Lebens obwohl kein Karneval war. Wir blieben bis nach 24 Uhr und machten uns dann auf den Heimweg.
Wir saßen noch lange auf unserer Terrasse, erzählten, tranken Kaffee, rauchten und genossen die sehr gute Stimmung.
Am Sonntag frühstückten wir noch lange, schwatzten und schwärmten vom vergangenen Tag. Dann hieß es, Taschen packen, Abschied nehmen und traurig darüber sein, dass dieses wunderschöne Wochenende so schnell vergangen war.
Wir haben uns vorgenommen, so ein Wochenende zu wiederholen. Es war für uns alle einfach wunderschön. Es kam kein Stress auf da wir viele Cafehauspausen einlegten, uns treiben ließen und uns sowie das Ambiente der Altstadt genossen.