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Ich bin gerade in Helsinki/Finnland... I'am currently in Helsinki/Finland... Olen Helsingissä/Suomessa nyt...

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may 2008
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May 28, 08

Schnecke ist gut

verspiegelter Nachtnebel
Kaum ist das Studium hier beeendet, eine Woche mit good old friend Benjamin verbracht und ein Wochenende im Helsinki gechillt - zum World Village Festival, bei dem die Stadt Kultur spendiert, um Weltgewandtheit demonstrieren - geht's auch schon los... aber nicht zurück nach Germany, sondern flink raus aus dem Zimmer. Die kommenden Wochen versuche ich mich als Schnecke, das Haus auf dem Rücken. Die Schleimspur lasse ich aber zuerst weg, die Abdrücke der Wanderstiefel sollen genügen. Dafür nehme ich eine Dauerpackung Gottvertrauen mit, ich habe nämlich noch keine Ahnung, was mich abschließend in diesem Land erwartet...
Hiermit ist das Projekt Finnland-Blog beendet.

Man sieht sich / see you / nähdään!

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May 5, 08

frühlingshafte Totalumkrempelung

Liebe Leute, der Frühling startet durch - aber flink!

Geburtstagskind
So viel Bewegung scheint sich zu orientieren an den vielen Großstädtern, die seit 1.5 Wochen in Helsinki’s Freizeitpark Linnanmäki strömen, um sich von seltsamen Gerätschaften extrem beschleunigen zu lassen. Oder der Frühling möchte mit seinem dominant frischen Auftreten Sektliebhaberin Myriam wochenlang zum Geburtstag gratulieren…

Linnanmäki
Wasserstop
Rollercoster
Allestrommler

Eine andere Erklärung für die grüne Totalumkrempelung der Stadt liegt aber auch sehr nahe: Vappu! Der finnische 1. Mai, finnischer Karneval. Bei so vielen knallenden Sektkorken kann einfach kein Winterschlaf andauern. Wie dem auch sei, Sonne steht der Stadt gut, die Menschen lächeln jetzt sogar und sind auf der Straße zu sehen! Traditionell wird um 18 Uhr des Vappu-Vorabends die nixenartige Statue im Hafen von Studenten gewaschen, Seifenschaum dekoriert noch Tage danach den zugehörigen Brunnen. Gekrönt wird das Haupt der nackten Frau mit einer matrosenmützenartigen Schulabschlussmütze, und alle graduierten Beistehenden zücken ebenfalls ihre Kopfbedeckung – die Leute jung oder alt, die Hüte strahlend weiß oder undefinierbar braun. Der restliche Abend wird damit zugebracht, die steifen Winterkörper alkoholisch weichzuspülen. Doch überraschenderweise habe ich niemanden sich prügeln sehen. Trotzdem ist der erste Mai hauptsächlich der Erholung gewidmet: bei Picknick im Park, den sich mindestens alle sozialen Schichten teilen, auf Decken lümmelnd oder an gedeckten Tafeln sitzend. Eine soziale Trennlinie existiert allerdings noch: die zwischen Leergutverursachern und -einsammlern…

Seifenblasen blasen
es ist angerichtet
Alles muss raus!
Seaside
Mölkky
is ja interessant
Wo bist du eigentlich?
hier kommt die...
ein Paar
chillig
einladend
Hallo&Foto
rotweiß
Stillleben
yeah!
Krönung einer Nackten
Leergutsammler deluxe
sitzen
Leergutsammler
Lieferung

 

NationalTrias
Außerhalb des Parks schlüpfe ich übrigens in beide Leergut-Rollen, wie auf meinem Fensterbett unschwer zu erkennen ist. Auf dem zugehörigen Foto ist zusammengeführt, was meiner Meinung nach den Menschen hier symbolisch und praktisch Einheit bringt: Flagge, Natur, Leichtbier…
Die Flagge war an der höchsten Stelle, doch momentan wetteifern die Blätter am Baum und der goldene Bierdosenturm um Vormachtstellung. Es bleibt spannend, auch wenn ich Kooperation begrüßen würde! Aber mir scheint, ich kann daran nichts ändern – selbst die Elstern vorm Fenster verteidigen ihr Nest seit Wochen aggressiv und laut gegen Eichhörnchen und Nebelkrähen…

Wer sich fragt, was ich sonst so treibe, der schaue diese drei Indizien für Prüfungsvorbereitungsflucht an:

Korvapuusti
Ruisleipä
Hafenbier
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April 11, 08

Weltpüree

Wohlfühlzug
Was sind das für Zeiten? Auf harmlosen Mooswiesen versinkt man. Kinder dürfen sich auch in Zügen wohl fühlen (siehe Foto). Manche Franzosen mögen weder Käse noch Wein, mache Russen trinken keinen Vodka! Einkaufen kann man ohnehin an jedem Tag…

 

Saunawurst
Letzteres löst zwar die gewissermaßen sinnvolle Wochenstruktur auf, aber die Wohnheimssauna hat eine neue geschenkt: Werk- und Ruhetage werden von Sauna- und Nicht-Saunatagen abgelöst. Erstaunlicherweise kann saunatags ein kaltes Bier im heißen Raum sehr angenehm sein. Nur die makkara (finnische Würstchen, auf dem Saunaofen erhitzt) sollte man, falls gemocht, doch besser nach dem Saunieren essen, denn irgendwie schließen sich Schwitzen und Verdauen aus. Folglich fehlt ein wesentlicher Aspekt des Schweißbades, die neue Wochenstruktur geht den Verdauungssaftbach hinunter, man steht wieder mit einem Fuß im Weltpüree.
hiking, finnish way

Die überraschende Sache mit den sozialen Kategorien ist meiner Meinung nach kein Problem. Ich versuch’s einfach mal einen Satz lang ohne. Also, in diesem Gebiet, dessen zugehöriges nationales Gebilde nach dem Ende der Welt (Finnland) oder Sumpf (suomi) benannt ist, haben Menschen (ganz allgemein) tatsächlich die Gelegenheit, Frühjahressonne zu genießen.

Modeelement
Aber der Eintrag hier ist Weltpüree benannt, intuitiv passt das nicht mit Struktur & Konsequenz zusammen. Außerdem gibt’s auch in Püree manchmal Klumpen. Darum: Die Finnen sind pragmatisch!!!! Hier geht man in Gummistiefeln wandern und an schneematschigen Tagen sogar in die Oper, dem zufolge hat sich der Gummistiefel auch zum Modeelement entwickelt.

3 Menschen, 15m Sandstrand
here comes the sun
goldblau
stufenweise
Sonnenbank

Und nun, da ich einmal die Konsequenz außeracht gelassen habe, beziehe ich mich im neuen Abschnitt auch nicht mehr auf die Einleitung. Stattdessen teile ich euch völlig zusammenhangslos mit, dass der Wald hier sonnig und neblig ist, grün und grau, felsig und moosig, ausgestattet mit outdoor-Klo oder nicht, ursprünglich oder abgeholzt. Darin unterwegs zu sein ist meist toll, mit Besuch, Mitstudenten oder allein.

Nebelwanderung
See im Nebel
drüben
Moos&Flechten
Sonnenwanderung
ExWald
mieser Moor!
outdoor-Klo

Jetzt wird es Zeit für einen Vergleich, Achtung, aufgepasst!
Die Verbotsschilder, die ich bisher gesehen habe, sind so variationsreich, wie die Musiker auf dieser Jamsessionbühne, letzten Sonntag… ach nein, nichtsaunatags.

!
!
!
shadow woman
Jamsession
Jamsession

 

 
Was mich schließlich noch bewegt, ist folgende Frage: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Weltpüree, spiegelnden Kugeln und Skate-Tänzern?
Spiegelkugel
Hütchentanz
© Published at 17:43 ( 0 comments / 98 visits )
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March 21, 08

Schritt für Schritt...

Bereits mehrere Wochen habe ich mich nicht mehr blogmäßig gemeldet. Doch hat mich weder der lappländische Winter postum gefesselt, noch brachialer Frühling indoor-Aktivitäten unterbunden. Die Wahrheit liegt dazwischen, in nervenaufreibender Textschreiberei unter dem Motto "irgendwas – aber mit Quellenangaben" und vielen tausend Reise-Schritten. Allerdings berichte ich nur über letzteres, wenngleich ich auch bereit wäre, verkritztelte Konzeptblätter meiner Studiererei in Kopie zur Verfügung zu stellen...

Malifu
Jedenfalls: Nach der Lapplandreise hatte ich nicht mehr damit gerechnet, viele Bäume unter Schneehaube zu sehen. Aber was wäre das Leben ohne Überraschung? Nun hatte sich aber der Winter (wieso eigentlich nicht "die"?) noch einmal in Schneeteppichform unter die Füße des hohen Leipziger Besuchs gelegt. Malifu war hier! Und das gab Anlass, in die nahe Naturparkwildnis aufzubrechen und zu viert eine total abgelegene, stereotype Blockhütte (mökki) am See zu bewohnen: mit Holzfeuer & Saunahütte. Ein Abenteuer…
Das Fazit von diesem Wanderausflug war für mich: nie wieder ohne Kompass und angemessenes Kartenmaterial! Außerdem ist’s nicht sonderlich ergiebig, Trinkwasser zu schmelzen.

Post
mökki
mökki
Suchbild
Naturpark unverkitscht
Naturpark
erst
dann

 

Schiffshierarchie
Eine Woche später bin ich in die Besucherrolle geschlüpft: bei Pitti in Stockholm. Doch dazu gehörte zunächst meine erste Fahrt auf einem großen Schiff, der Mariella. In der interessanten Schiffshierarchie war ich natürlich ganz untern untergebracht, Deck 2. Selbst die Fahrzeuge sind über mir. Breitere Treppen mit goldenem Geländer kommen irgendwo oben… Aber es war ein finnisches Schiff, und da hier Statusunterschiede nicht so wichtig genommen werden wie in anderen Ländern, gab's auch den baulichen Ausgleich: die Schiffssauna (natürlich vorhanden!) ganz unten.
Profifotograf
Eigentlich hatte ich ’nen prächtigen Sonnenaufgang überm Meer erwartet, aber den gibt’s vielleicht nur in der Luxusklasse. Stattdessen ist abends Himmel und Meer grau verschmolzen und im vernieselten Morgengrauen sind Unmengen an Schären vorbeigezogen. Diese kleinen Inseln haben mich fasziniert - oft sitzt auch auf der Kleinsten noch eine Hütte!

Sunshine from Spain
Verlauf
Schären im Morgengrauen
Schäre

Altstadtgasse
Stockholm ist mit seinen bunten Altstadtgassen, Boutiquen und Galerien ganz anders als Helsinki und echt gemütlich. Was zum Hingucken! Aber mit der Zeit wird’s etwas zu steril, überwacht wird auch an jeder Ecke, verlodderte Menschen aus dem Bahnhofsbild entfernt… Bei Pitti im WG-mäßigen Wohnheim ging’s sozialer zu, gemeinsam Kochen, Kosten, Diskutieren. Natürlich gab’s auch die obligatorischen Zettelnachrichten in der Küche. Wo sich eher Ronja Räubertochter zuhause fühlt, haben wir auch erlebt: der schwedische Urwald. Und dahinter kommt dann wieder ein chicer Küstenort aus Holzhütten bzw. -villen.

Keramik
Tür?
Knut!
WG-Kommunikation
Ronja's Wald + Pitti
Ronja's Wald
Ronja's Wald
Bus stop?
Dalarö
Pavillon, 360°
Vogelhaus
Dalarö
Dalarö
Dalarö
VoKü
Helmut Hahn
Kinderwagen ja&nein
Steinbaum
Stockholm
Sunset
5x24 Dosen, tax free

So, und nun, wieder eine Woche später, ist Ostern. Schnee liegt auch in Helsinki nicht mehr, aber windig-frostig ist’s noch (oder mal wieder) – was man besonders auf den vorgelagerten Festungsinseln (suomenlinna) spürt. Trotzdem scheint der Frühling schrittweise zu kommen, denn die Stadtreinigung hat bereits den Streusand fein säuberlich zusammengefegt. Vielleicht gibt’s in einem so einem traditionell protestantischen Land auch ein Deal mit Gott: nach Ostern keinen Schnee? Aber am Karfreitagmorgen fahren die Großstädter noch fleißig Schlittschuh im Zentrum und bei Sonnenschein. Außerdem ist’s der Tag von Mämmi. Das ist allerdings keine wichtige Person (equality-day um Powerfrau Minna Canth war am Mittwoch), sondern ein unansehnlicher Desert-Haufen, ein Roggenpudding mit sehr eigenem Geschmack, aber angenehm. Naja, ich mag auch Vollkornbrot.

Fotofoto
Suomenlinna

Suomenlinna

 

Osterlamm?

Nun bleibt nur noch zu sagen: Prost Osterlamm!
Und (als kleine Zungenübung): Hyvää Pääsiäistä! Frohe Ostern!

 

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March 2nd, 08

"Kein Lappen in Lappland"

Ich bin zurück und habe die knackige Kälte überlebt. Ich würde jedoch annehmen, dass sie alles zum Erstarren bringt. Tatsächlich hat sie aber alte Erinnerungen aus der Gedächtnisrumpelkammer, Abteilung verheizte Naturphänomene, wieder belebt: Seen mit einer tragfähigen Eisdecke; das laute Knirschen, geht man über eine feste Schneedecke; das Gefühl, die Nasenflügel frieren zusammen, atmet man zu heftig ein…

Vorfahrt für Sonnenlicht
good morning

Doch vor all dem rollte eine Nacht im Zug dahin, eine lehrreiche Nacht im Sitzabteil: Denn zukünftig werde ich eine Augenbinde gegen die permanente Beleuchtung einpacken; ein Kissen, das verhindert, dass sich meine Wirbelsäule der Armlehne anpasst; Gehörschutz gegen mächtige Schnarchgeräusche und das Lallen eines Betrunkenen, der sich schließlich helfen lassen muss, seinen Rucksack auf den Rücken zu manövrieren. Und da ich, so ausgerüstet, tief schlafen würde, einen Wecker, um nicht das frische und tiefe Morgenblauen zu verpassen.

nighttrain
nighttrain
snow mobiles
Schneefreude

 

Bevor sich unsere Gruppe über den Polarkreis bei Rovaniemi gewagt hat, konnten wir noch im Museum Arktikum allerlei über die Eiswelt erfahren, z.B. dass Elche einfach riesig sind. Später am arctic circle ist von den stillen Weiten der Taiga noch nichts zu sehen, denn hier wohnt der Weihnachtsmann samt seinen Elfen und tausend Touri-Shops.

Arktikum
Arktikum
Bus fährt am gelben Zeichen
janusköpfig
was für'n Mann...
arctic circle
arctic circle
1/2 reindeer
hohoho
komische Elfen und ich
Schneespaß
Schneespaß
Eisblock
Santa Village - Post Office
Rovaniemi Hbf

 

Im goldenen Spätnachmittagslicht kamen wir dann aber doch im idyllischen Hüttendorf an, das von einer netten Familie mit zwei Kindern und einigen Hunden betrieben wird und an einem kleinen See liegt.

Ankunft des Schattens
Ankunft
Schutzzaun
Windfisch

 

Was macht man nun in Mitten von Schnee und Nadelgehölz?

… morgens den Blick aus dem Küchenfenster genießen. Ist man vom Staunen noch nicht wach, dann hilft ein Schritt vor die Tür und eine Hand voll Schnee im Gesicht.

vom Frühstückstisch
kristall

 

… die outdoor-Aktivitäten des Tages planen, den Hosentaschenwärmer nahe zum Fotoapparat packen, sich hinaus begeben und geduldig abwarten, bis jeder bereit zum Aufbruch ist. Dann ist ein paar Stunden Staunen angesagt, und gelegentliches Orientieren – erholsam, wenn alle die Position total falsch einschätzen.

Staunen
Startschwierigkeiten
treuer Begleiter, humpelnd
undefinierbare Ebene
orientierungslos
yeah
Elch-Haar-Peeling?
Fluss & Zuckergussbaum
Huckelpiste
Spuren
traurig
4
Spuren
STOP?
Frostmahlzeit

Baustelle

Proportionen
ice fishing
praktisch

 

… am Abend saunieren, erneut staunen, dass der Wechsel von +100°C in den -20°C frischen Schnee recht angenehm ist, am offenen Kaminfeuer aufwärmen. Leicht bekleidet wieder nach draußen stürzen, um die Nordlichter zu bewundern.

die Alternative
in der Saunahütte

 

… vor dem Kaminfeuer im Blockhaus (mit Käsemesser aber ohne Lappen) Rätselgeschichten lösen oder einfach nur das geil-knoblauchige Essen zu verdauen.

Kaminfeuer
im Blockhaus
Blockhütte
Lasereiszapfen

 

…am Morgen der Abreise bei -28 bis -34°C (unterschiedliche Angaben) ein Abschiedsgruppenfoto im Sonnenaufgang fast mit den Fingern der Kamerahand bezahlen. Im warmen Bus kommen die Schmerzen und machen es unmöglich, zu bewundern, wie sich die Sonne über die Baumkronen erhebt.

-30°C
Rovaniemi
aus dem Zug
Industrie

 

© Published at 22:23 ( 3 comments / 167 visits )
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February 23, 08

Hermann Hesse naiv, Integrationsgrillen noch unfertig

Eismuster
Bevor ich mich mit einigen Mit-Erasmusianern und 3 Schichten Hose auf den Weg in den Norden des Nordens mache, möchte ich der Nachwelt noch ein paar Fotos hinterlassen, denn: Wer weiß, vielleicht verirren wir uns in den Weiten Lapplands, schwitzen uns in der Sauna zu Tode, rutschen ins Eisangelloch oder dienen den Huskys als Futter…
Nein, ich bin nicht wahn-sinnig geworden! Aber habe trotzdem Lkw-Ladungen voller frischer finnischer SchülerInnen gesehen, die, gerade aus der Bildungsfabrik kommend, mit Candies um sich werfen. Das ganze Spektakel findet am Valentinstag statt, ist der letzte Schultag vor der Prüfungszeit und heißt Penkarit. Et voilà, des photos:

Lieferung
Lieferung
Süßigkeiten
fotofoto

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Schöner Gedanke, jedoch war Hermann Hesse zu naiv. Ich bin mir sicher, dass wir uns Weltfrieden zurechtleben können. Aber einen entspannten Grillabend bei frostigen Temperaturen, die fleißig von Wind unterstützt werden? Nein! Wahn-sinnige Hitzewallungen wären da willkommen, fanden aber nicht den Weg in den Innenhof. Tja, also war das German Barbecue im Sinne des Kulturaustausches nicht entspannt – lustig und geschmacklich repräsentativ dennoch: Bratwurst, Bier, Senf, Ketchup, Sauerkraut, Kartoffelbrei, Nudelsalat… Übrigens, weil mich Identitäten auch gerade in Sozialpsycho beschäftigen: Nach langen Überlegungen ist nur die Grillkultur das, was meine Soziale Identität als „Deutscher“ ausmachen kann. Sprache? Wird z.B. auch in Österreich gesprochen. Eine reiche Brotauswahl? Gibt’s auch in Finland… und so weiter.


Funny van Dannen - Integrieren
Ich kann mit dem Minimalkonsens Grillen leben und werde von nun an für ein Integrationsgrillen eintreten, das aber keine Assimilierung darstellen darf… Hm, die Idee ist noch etwas unfertig. Sollte mir aber trotzdem schon die Ausbürgerung drohen, muss ich mich eben im Sinne von Funny van Dannen integrieren.

Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen
Frostgrillen

 

Die Tutorinnen
Die Frage, was zu einer Gruppenzugehörigkeit führt, ist wirklich verzwackt! Und hängt von der Perspektive ab: Dass doch nicht alle Finnen des Englischen mächtig sind, hat mich ja schon am ersten Tag überrascht. Bis jetzt scheinen alle Sport&Fisch zu mögen, aber Salmiakki? Riikka, eine der Tutorinnen während unserer Einführungstage, mag die salzige Lakritz ganz und gar nicht, während ich schon ernsthafte Suchtanzeichen zeige und meine Lieblingssorte gefunden habe. Riikka fühlt sich aber trotzdem als Finnin, dabei war sie noch nicht mal in der beholzhäuserten Stadt Porvoo, die die zweitälteste Finnlands ist… kompliziert. Egal, hier kommen zugehörigen Fotos:

 

Cam mit Mütze
Tokio Hotel!
Rostlauben
Rostlauben
Rostlauben
Eis
Fotomalerei
Fotomalerei
krumm
Here comes the sun
bunte Holzhäuser
Eisbasketball?
Kontrast
?
don't skate
Eismuster
Eistest
Glückauf am finnischen Fluss?
Reggae & Antik
Gasse
hit the wall, boy
aus dem Bus
aus dem Bus

Übrigens scheint es in diesem Ländchen mehr Kameras als Einwohner zu geben, darum will ich diese auch der Ablichtung würdigen

Nicht durchleuchten!
Gott sieht alles
Busbahnhof
Hauptsache 'ne Cam.
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February 9, 08

Dialektik, drei f.f.F. & Kartoffelschälanweisung

learning center
Nachdem ich nun schon über einen Monat im finnischen „Bildungsparadies“ bin, jedoch momentan Äpfel mit Migrationshintergrund aus Deutschland esse, möchte ich etwas über die Studiensituation zu berichten. Es ist an der Zeit dazu, auch weil in der Zeit (haha, Kioski, 5.95 EUR) so schön über die deutsche Bildung hergezogen wird. Dort steht dann z.B., dass die Universitäten zu provinziell sind und Professoren unattraktiv wenig verdienen. Ich schlendere mit diesen Worten im kapuzenbedeckten Hinterkopf durch die University of Helsinki und mir wird bald klar: die Finnen lassen sich ihre Hochschulen was kosten! Daran, dass das die Fakultät für Verhaltenswissenschaften hoch auf dem Berge thront und das Sozialpsycho-Anwesen an ein Gutshof erinnert, kann man das nicht erkennen – wohl aber an der materiellen Ausstattung im „Alexandria learning center“. In dem offen und hell wirkenden Gebäudekomplex sind da etagenweise Computer-Arbeitsstationen zu finden, jede/r StudentInn hat ein freies Druckkontingent von 600 Seiten pro Semester, Gruppenarbeitsräume stehen zu Verfügung, usw. Den Namen nach der antiken Bibliothek zu wählen ist natürlich etwas anmaßend, trotzdem hoffe ich, dass sie ihrem Vorbild nicht in den Feuertod folgt – wäre u.a. auch schade um all den Kaffee, der, selbstverständlich mit an die Leseplätze gebracht, in Koffeindampf aufgehen würde.
Interaktiv
Wie international ausgerichtet das Unileben hier ist, zeigen neben schwedischen Kursen (wegen der offiziellen Zweisprachigkeit des Landes) auch die englischen Veranstaltungen. Diese sind nämlich ein ganz selbstverständlicher Teil des Lehrangebotes und nicht nur für die Austauschstudenten gedacht. Daher komme ich auch in Kontakt mit einheimischen StudentInnen - wie gerade im Gender-Seminar: Wie lassen wir Geschlechtsunterschiede in der alltäglichen Interaktion entstehen? Bei angenehm interaktiver Gestaltung und Gruppenarbeit konzentrieren sich drei freundliche finnische Feministinnen und ich dazu auf den Schulkontext. Wenn ich dann diesen Unialltag mit dem in Leipzig vergleiche, kommt mir das Urteil von den „provinziellen“ deutschen Hochschulen plausibel vor.
Hochschulpolitik
Aber es gibt auch verbindende Momente! Einer ist mir in Form von kritischen hiesigen StudentInnen begegnet. Ein paar Leute mit humanistischem Bildungsideal, die im Kühlnass stehen und, mit Transpis und Megaphon ausgestattet, Hochschulpolitik kritisieren. Die Regierung überlegt, Stu