Erinnerungen: Alpträume
Es ist 7 Uhr früh, die morgendliche Überlebens-Dröhnung ist in der Kaffeeküche am Werden. Alle anderen Zellen sind noch dunkel und noch nicht belegt. Meine magisches Modul initialisiert sich und fängt an Töne von Tanzwut zu spielen. Eins meiner Lieblingslieder: die Melodie von, Freude schöner Götter Funken mit Texten aus Goethes Faust. „Es war ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar". Doch genug der Muse.
Langsam, bevor der Morgenstern hinter dem Horizont versinkt und die ersten Lichtschimmer im Osten die Welt erhellen, werde auch ich von dem Traum der Realität eingeholt. Ein finsteres Röcheln aus der Küche, signalisiert mir, das der Trank des Bestehens seiner Vollendung entgegen geht.
Auf dem Weg zur Quelle der Klänge begegnen mir die ersten bleichgesichtigen Krawattenzombies. Vorsicht ist bei Ihnen nicht von Nöten, sie sind für einen Krieger, selbst im Traum, keine Gefahr. Langsam beginnt der Flur sich mit ihnen zu bevölkern und der tägliche Alptraum beginnt.
Wie lange noch muß ich wohl die Fron leisten? Fünf Tage in der Woche verfalle ich in diese Träume, sie dauern in der Regel 8 Stunden. Den Trank in der Hand laufe ich zurück zu meiner Zelle. Vorbei an Leidensgestallten, ihres täglichen Albtraums unbewusst, gekettet an spartanischen Tischen. Gekleidet in Gewänder die jedes Überleben unmöglich erscheinen lassen, bewegen sie ihre dünnen Finger flink über kleine Schlüsselbretter.. Es ist halt ein Traum.
In meiner Zelle verfalle ich noch einmal kurz in einen Reflex, doch mein Schwert ist nicht mit mir gegangen. Ich muß warten, warten, daß der Traum den mir die Götter schickten, endet. Ich weiß das diese Prüfungen endlich sind, und es fällt mir leichter als früher sie zu bestehen. So wird auch dieser Traum enden. Ich werde meine Magische Karte an einem bunten blinkenden Kasten vorbei ziehen und in Freiheit erwachen.
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alain says:
Kratzbuerste says: