Und nun? Der sogenannte Präsident von Somalia (aus welchem der drei Somalias?) war in Brüssel und hat hunderte von Millionen Euro bekommen, um die Entwicklung des Landes voranzutreiben und vor allem um die Piraterie zu beenden.
Zwei Tage später, wie zum Hohn, haben seine Landsleute erneut ein deutsches Frachtschiff gekapert. Und, gestern versucht, einen Luxusliner zu überfallen.
Für mich ein anderer Beweis, dass die Piraten ganz normale Kriminelle sind, die sich noch nicht mal das Mäntelchen politischer Ausreden umhängen. Auf der anderen Seite die Cleverchen in Nationaltracht aus Mogadischu, die genau wissen, wie man Geld in Brüssel abgreifen kann.
Piraten im Anzug beeindrucken unsere Volksvertreter, die wahrscheinlich permanent mit schlechtem Gewissen rumlaufen, weil sie noch immer glauben, die Kolonialpolitik ihrer Ur-Großväter könne man mit Lösegeld wieder gutmachen.
Gibt es eigentlich noch Politiker mit Verstand? Oder ist derselbe derart verklebt, dass die Politiker meinen, mit Geld lasse sich jedes Problem regeln?
Europawahlen stehen vor der Tür.
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fan_berlin says:
Underscan replies:
Ich habe - inzwischen? - keine fixe Haltung zu den Entwicklungen bzgl. der Piraterie und den Ereignissen am Horn von Afrika.
Die Informationen, die man anbietet und die ich versucht habe, zu recherchieren, zeichnen kein konsistentes Bild der Lage und können auch den - zumindest so wahrgenommene - sprunghaften Anstieg dieser Vorfälle nicht erklären.
Das "Entwicklungsgeldtreffen" ist z. B. komplett an mir vorübergegangen.
Allerdings sehe ich in den Piraten durchaus auch die "ganz normalen Kriminellen", was ich angesichts mancher Rhetorik - ich sage nur: Terrorismus - für einen nicht unerheblichen Punkt halte.
Wie bei anderen Kriminellen auch, bin ich dann wiederum ein Befürworter der Ursachenforschung, sowie der Resozialisierung und Kritiker rein repressiver Maßnahmen.
Insofern könnte ich mich durchaus mit Unterstützungsaktionen zum Aufbau eines funktionierenden Staatswesens - nicht zuletzt mit vernünftigem Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem (man wird ja mal träumen dürfen) - anfreunden.
Wie Du aber korrekt gleich zu Beginn ansprichst: mit wem müsste man sich hierfür zusammensetzen, der auch tatsächlich den Einfluß und die Autorität hat, um etwas im Land zu ändern? Ich kann es nicht beantworten.
Ich bin weiterhin kein Anhänger der "failed state"-Ansagen, da ich das oftmals für arrogantes und tendenziell kolonialistisches Gehabe halte.
Insofern würde ich Somalia nur ungern dieses Label anheften, auch wenn es irgendwie naheliegt.
Ich vertraue sehr viel - und auch hier: man wird ja mal träumen dürfen - auf den Willen der Menschen, halbwegs vernünftig und frei leben zu wollen. Daher kann ich auch einer "aufgezwungenen Freiheit" (klar, in sich schon paradox) nichts abgewinnen.
So, langes Gerede um den heißen Brei herum.
Vermutlich hilfreich und gut fände ich eine Auseinandersetzung mit den Piraten direkt und den Bewohnern der Orte, von denen die Schiffskaperungen ausgehen, um ein konkretes Bild zu bekommen, was da stattfindet.
Sind es noch "Selbsthilfeaktionen" oder hat sich längst eine mafiöse Struktur gebildet? Wer entscheidet und befehligt? Halten die "normalen" Leute das für gut oder lehnen sie es ab?
Diese und weitere Fragen halte ich für wichtig zunächst zu klären, bevor man sich mit Staatsvertretern welcher Art auch immer, die wahrscheinlich selbst keinen unmittelbaren Kontakt zu den Piraten und ein Verständnis für die Situation haben, zu Geldgeberkonferenzen trifft.
Das sind aber alles halbgare Vermutungen, einfach so in den Raum gestellt.
Wie so oft, scheint die Situation komplex und verschließt sich somit einfachen Antworten.
fan_berlin replies:
Ich gebe Dir recht, dass Verhandeln immer erst einmal besser ist als schießen. Das ist eine Weile in Vergessenheit geraten.
Beim Aufbau eines Rechtstaates mitwirken und auch vorfinanzieren, ist schon mal ganz gut.
Aber, und hier das große ABER. Ich gebe Dir ein aktuelles Beispiel aus der DR Kongo. Unsere Regierung hat viel Geld in den Aufbau eines demokratischen (DR heißt Demokratische Republik) Polizeiapparates gesteckt. Über Jahre. Nun ist das Projekt abgeschlossen, ausgelaufen, an die Regierung übergeben. Und was ist passiert? Von einem Kollegen, der gerade zurück ist aus dem Kongo (ein Wasser-Experte, kein Polizeibeamter) höre ich, dass die kongol. Polizisten seit Monaten keinen Lohn bekommen, weil die Deutschen nix mehr zahlen. Ende des Projekts.
Und was machen einige, viele, nicht alle,ausgebildeten Polizisten? Sie wechseln die Seite. Mit der guten Ausbildung bekommen sie jetzt mehr als nämlich nichts.
Und das ist kein Einzelfall. Warte nur, was wir aus Afganistan noch zu hören bekommen, wenn die Hilfsgelder für die Ausbildung der Polizei dort nicht mehr fließen.
Es gibt keine einfachen Lösungen! Gibt es überhaupt Lösungen? Zumindest weiß ich aus Erfahrung, dass unsere Lösungsvorschläge keine Lösungen sind.
So, jetzt bist Du dran.
Evelyne Colepro replies:
fan_berlin replies:
Yes, Evelyn, we can change the world, as we do every day. If we wouldn't go for the natural resources in DRCongo there would be no civil war. Anywhere you go in Africa, it is us who need Africa; it is our backyard as LatinoAmerica is yours. We can make a change!
Frankpro says:
Grüße aus Stuttgart!
fan_berlin replies:
fan_berlin edited this comment 8 months ago.
*Rosi*pro says:
ich gebe dir vollkommen recht unsere politiker verteilen das geld ohne zu überlegen, zu prüfen jeder kleine haushalt muss da besser rechnen und abschätzen.
will mich aber nicht weiter auslassen, ich habe eine stinkwut.
lieben gruss
rosi
fan_berlin replies:
Evelyne Colepro says:
fan_berlin replies:
Evelyne Colepro replies:
fan_berlin replies:
Evelyne Colepro replies:
fan_berlin replies:
But on another note: The coast of Somalia was always a stronghold of pirates - for centuries.
I know a place in Europe where a stronghold of pirates turned into the most modern prosperous little Kingdom or Royal principality. Why did they succed? Why not in Puntland?
Evelyne Colepro replies:
fan_berlin replies:
land.heim.at/toskana/210137/Puntland.htm
Frogs are made to be frogs (by the intelligent designer?) and do not want to be turned to humans (princes). If we in the West want them to change, why?
Lillian Virginia Mountweazel says: