in ihrer ausgabe vom 13.06.2008 berichtet die
frankfurter rundschau von einem interessanten archäologischen fund:
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1350194
auf dem gebiet des „affensteinfelds“ (ein spätestens seit dem 16. jahrhundert überlieferter flurname), welches heute zum „uni-campus westend“ gehört und auf dem zur zeit bauarbeiten stattfinden, sind die kreisrunden fundamente und das erdgeschoß eines alten bruchstein-bauwerks ausgegraben worden, das wohl mal ein turm war. das spannende daran: niemand scheint zu wissen, was genau das ding mal gewesen ist und unter welchen umständen es zerstört wurde. handelt es sich um die überreste eines in vergessenheit geratenen wartturms der frankfurter landwehr? ist es ein relikt eines der wehrhöfe, die bis ins 19. jahrhundert frankfurt umgaben – oder etwas ganz anderes?
bemerkenswert ist, das keines der im internet zugänglichen historischen kartenwerke frankfurts vom 16. bis 19. jahrhundert ein markantes gebäude wie einen turm an dieser stelle verzeichnet. die karte der frankfurter landwehr aus dem späten 17. jahrhundert zeigt den flurnamen „affenstein“ und führt akribisch viele höfe, brunnen und steinbrüche um frankfurt aus der damaligen zeit auf. auf einen „affensteinhof“ oder gar eine „affensteinwarte“ findet sich darin jedoch keinerlei hinweis. sogar die herkunft des namens „affenstein“ selbst ist ungeklärt. manche quellen vermuten, es handle sich um eine verballhornung des begriffs
ave-stein; bezeichnung für eine gebetsstele, einen opferstock oder ähnliches.
einige indizien, die gegen einen wartturm an dieser stelle sprechen:
die bisher bekannten warttürme waren direkt in die frankfurter landwehr integriert. es gilt als gesichert, daß die landwehr ein paar hundert meter weiter nördlich des fundorts jener turmruine auf dem affensteinfeld verlief – und zwar etwa knapp südlich des heutigen marbachwegs, in früheren jahrhunderten abschnitt einer altstraße von mainz bis leipzig (der stadtteil „dornbusch“ verdankt seinen namen der aus dornenhecken – „gebück“ – und gräben bestehenden landwehr). der nächstgelegene durchbruch der landwehr, an der eschersheimer landstraße gelegen, war nach quellenlage permanent durch eine stahlbarriere verschlossen („eyserner schlag“) und wurde laut quellen fast nur von jenen eschersheimer bauern benutzt, die einen von der stadt frankfurt unter strengen auflagen herausgegebenen schlüssel dafür besaßen.
sicher ist: der archäologische fund ist beeindruckend. die fundamente, fast durchgängig aus bruchstein bestehend und ab etwa drei meter höhe guterhaltene reste von verputz aufweisend, haben ungefähr den umfang der erhaltenen warttürme. die oberkante der ruine ist annähernd eben und wirkt wie sauber abgeräumt. in der ruine selbst sind das kuppelgewölbe des erdgeschosses (aus backstein), das komplette mauerwerk des eingangsbereichs sowie reste einer treppe in ein ehemaliges untergeschoß erhalten.
ich hab’ mir die ruine mal näher angesehen und find’s total spannend: was ist das ding? hat jemand eine idee, eine vielleicht weiterführende spekulation oder sogar historisches kartenmaterial? (und ich fürchte, ich habe die schwelle zum hobby-historiker damit bereits überschritten.)
hier ist ziemlich interessanter wikipedia-artikel über die frankfurter landwehr: de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Landwehr
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poetforlife says:
frankpro replies:
ergänzung: auch am heutigen samstag war das gelände frei zugänglich.
frank edited this comment 3 years ago.
poetforlife replies:
frankpro replies:
poetforlife replies:
frankpro says:
„alte karten und pläne von frankfurt am main“ auf wikimedia commons
frank edited this comment 3 years ago.
Harry replies:
frankpro replies:
Dink says:
frankpro replies:
Dink replies:
Harry says:
Der Affenstein hatte m.A. nach schon sehr früh - also vor der Vollendung der Frankfurter Landwehr - die Aufgabe die Kreuzung der (römischen) Strasse von Nida (heute Heddernheim/Römerstadt) zum Mainübergang am Domhügel (heute Frankfurter Altstadt/Dom) und den ehemaligen "Affensteiner Weg" (heute Lübecker Straße neben der Holzhausenschule) zu überwachen.
Du hast recht - auf dem Faberplan sieht man nur Zelte und einige Soldaten - keinen Turm o.ä..
Aber da könnte der Affenstein bereits mit Erde umhüllt und vor der Zerstörung geschützt worden sein. Auch Dein Hinweis auf die Nutzung in mehreren Epochen scheint schlüssig - bei der Recherche über Heinrich Hoffmann fand sich an dieser Stelle (im Plan seines Architekten Pichler) die Bezeichnung "Eisgrube" - und das Geschirr stammt eindeutig aus dem "Irrenschloß" des Struwwelpeter - Erfinders. Das sieht man übrigens auch gut auf Deinen Fotos - der obere Sandsteinring, die Backsteine und der Putzmantel stammt alles aus späteren Epochen.
Alteingessesene Frankfurter kennen noch das Sprichwort: "Du bringst mich noch uf de Affestaa !" - soll heißen: "Du machst mich noch verrückt " - aber spätestens nach dem Abriss der ehemaligen "Irrenanstalt" bzw. deren Umzug auf das Uniklinikgelände in Niederad kennt das keiner mehr - Schade wie schnell die Zeit vergeht.
frankpro replies:
www.frankfurt-nordend.de/Images/1845_wasserturm_grueneburgpark.jpg
hier der direkte link zur landkarte aus meyers konversationslexikon von 1893:
upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Meyers5_Frankfurt.jpg
... und schließlich der wikipedia-artikel zum „affestaa“:
de.wikipedia.org/wiki/Irrenschloss
hast du eine quelle für die frühe geschichte des geländes „affenstein“ und der dortigen wegkreuzung? das thema interessiert mich immer mehr. den gestrigen nachmittag habe ich im historischen museum verbracht (besonders die ausgrabungen fand ich sehr beeindruckend), habe dort aber leider nichts zum thema finden können.
Harry replies:
Die Landwehr wurde erst im 16. Jahrhundert vollendet - da gab es z.B. vorher in Sachsenhusen auf dem Mühlberg einen Vorläufer der Sachsenhäuser Warte, die dann von einem Bischof (Mainz ?) platt gemacht wurde. Die heutige Warte steht weiter südlich, der Standort am Mühlberg ist nicht zu lokalisieren. Auch waren nicht alle "Wehrhöfe" in die Landwehr eingebunden, z.B. die "Holzhausen Oede" ist (heute noch) ein "Wasser-Schlößchen" auch die Stalburg war mit einem (Wasser-)Graben umgeben:
www.frankfurt-nordend.de/Images/1859_stalburger_oede_reiffenstein_800.jpg
Insoweit ist es doch ein Riesen-Glück, dass der Affenstein als wertvolle Landmarke von unseren Vorfahren "konserviert" wurde, also mit Erde umhüllt und versteckt worden ist - das erklärt auch, daß er aus dem Bewußtsein der Menschen lange verschwunden war und nur noch im Flurnamen erhalten blieb.
frankpro replies:
an der betreffenden stelle des geländes – zwischen affensteiner weg (heute lübecker straße) und cronstettenstraße – befand sich von 1865 bis etwa 1928 die beliebte und große brauereigaststätte „affensteiner felsenkeller“ (das würde ganz gut zu den mengen von zerschlagenen alten porzellantellern passen, die sich in der turmruine fanden). hier ein foto von der gaststätte:
www.frankfurt-nordend.de/Images/1902_affenstein_felsenkeller01.jpg
etwas südlich davon soll sich laut „frankfurt-nordend.de“ ebenfalls bis in die zwanziger jahre des 20. jahrhunderts ein weiterer (guts-)hof, der „bartmannshof“ befunden haben, der ebenso wie der „felsenkeller“ dem bau der hansaallee weichen mußte. auf den älteren karten vom 15. bis zum 19. jahrhundert, die mir vorliegen, ist dieser hof jedoch nicht zu finden – und leider geht der extrem detaillierte „ravenstein-plan“ von 1861 gerade nicht weit nördlich genug.
bezug: www.frankfurt-nordend.de/zu_gast_im_alten_frankfurt.htm
Harry replies:
Was mich sehr verwunderte - obwohl ja der Hügel 1860 bekannt war, hat H.Hoffmann nichts davon geschrieben - für ihn war dies die "Hammelswiese" am Affenstein, die er für den Bau der (damals) modernen Anstalt ausgesucht hat.
Aber laut dem Denkmalamt fanden sich auch modernere Scherben - offensichtlich vom RAF-Anschlag am 11.5.1972 auf das "Abrahams Building" bzw. auf das dam. Offiziers-Casino. de.wikipedia.org/wiki/I.G._Farben-Haus
Wohnst Du in der Gegend ? - ich war Schüler der Holzhausen-Schule. CU Harry
frankpro replies:
– und ja, ich wohne seit einigen jahren „in der gegend“; im westend. :^)
Dink says:
Harry says:
Der Turm des Affenstein steht in der Nordost -Ecke zwischen Heizwerk und (heutiger) Lübecker Strasse (früher "Affensteiner Weg") - aber auch hier kein Gebäude eingezeichnet (1928).
frankpro replies:
frankpro says:
„der emporkömmling von der hansaallee“ in der FR
Harry replies:
Ein bißchen gewöhnungsbedürftig aber beim "Kulturlandschaftskataster" kannst Du einen Kartenausschnitt wählen und dann historische Karten, div. Luftbilder und Topografische Pläne betrachten.
frankpro replies:
www.ipernity.com/doc/frank-behnsen/2217182
besonders interessant finde ich die annähernd runde, rot eingekreiste struktur in der nordöstlichen ecke des klinikgrundstücks: sollten diese einigermaßen kreisförmig angeordneten, verschlungenen wege etwa auf einem erdhügel gelegen haben? es ist jedoch m.e. immer noch nicht völlig auszuschließen, daß der fundort der turmruine unter dem biergarten des „felsenkeller“-lokals gelegen hat – was die these der uni-archäologen, es handle sich lediglich um einen „kühlkeller“ in gewisser weise stärken könnte. um das zu entkräften werde ich versuchen, den stadtplan ausschnitt von 1887 möglichst maßstabsgetreu mit einem aktuellen stadtplan übereinanderzulegen – um festzustellen, wo genau das grundstück des ehemaligen „felsenkellers“ in relation zur heutigen hansaallee liegt. möglicherweise nämlich ziemlich genau darunter.
eine meiner fragen ist: mal angenommen, der erdhügel – mit einer öffnung obendrin – lag in einer ecke vom grundstück des „irrenschlosses“. wie um alles in der welt kommt jemand auf die idee, da massenhaft (vorher?) zerbrochenes porzellangeschirr ‘reinzuschmeißen?
das darüberhinaus bestehende rätsel bleibt: wenn die bausubstanz der ruine wie angenommen wesentlich älter ist als das 19. jahrhundert, warum ist das gebäude dann scheinbar nirgendwo in wichtigen historischen kartenwerken verzeichnet? hmmm ...
so oder so: ich bin schwer gespannt darauf, was zu erwartende weitere ausgrabungen an der ruine so alles zu tage fördern werden – insbesondere was die feststellung des alters des mauerwerks angeht. ich fürchte, wenn der archäologische befund eindeutig in richtung früherer jahrhunderte ausfallen wird, dann geht das rätselraten erst richtig los.
(*quelle: klaus merten, christoph mohr – das frankfurter westend.
prestel verlag münchen, 1974. s. 24: stadtplan von 1887)
frank edited this comment 3 years ago.
Harry replies:
In der Burg Bommersheim (bei Oberursel) wurde der (verfüllte) Burgraben komplett ausgesiebt und wissenschaftlich verwertet. Was da so alles zutage kam : Pilgerflöten, Geschirr, Lampen und sogar ganz frühe Frankfurter Kanonenkugeln ! Selbst die Kirschkerne und Schweineknochen wurden gezählt und damit konnte man erstmals die Ernährungs-Gewohnheiten der alten Taunusritter bestimmen ! articles.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/home.pl?session=be32aefdeddded8d5901c959d4afd67a&id=363&category=1&event=View
Da war damals auch die Provinzialrömiche Abteilung mit dabei, die nun fehlende Belege in den Karten einfordert. Die Mauersteine lassen sich nur schwer datieren - umso leichter aber der Inhalt des Turms.
Also die Uni müßte doch nur das Team von CSI mit ihren Methoden und Geräten schicken - dann wär das Geheimniss des Affensteins blitzschnell gelüftet !
Harry says:
frankpro says:
die frankfurter neue presse schreibt zum thema:
„affenstein gerettet: universität plant um“
ich bin aufgrund der lage des fundorts ja immer noch sehr skeptisch was die zugehörigkeit der ruine zur historischen stadtbefestigung (also zur landwehr) angeht; das ding liegt dafür meines erachtens einfach zu weit südlich. der turm eines vergessenen (weil möglicherweise früh zerstörten) gutshofs, okay – aber „stadtbefestigung“ ... ?
andererseits find’ ich’s gut, daß die bedeutung des fundes von „offizieller
seite“ nun wohl doch etwas höher gehängt wurde als zuvor.
leider werde ich erst nächste woche dazu kommen, meine recherche in bibliotheken fortzusetzen. macht nix: das bauwerk war für jahrzehnte oder womöglich für jahrhunderte in vergessenheit geraten; da kommt es auf ein paar tage mehr nun auch nicht mehr an ...
und sowieso: nur „zu den üblichen öffnungszeiten“. bürokraten ... ;^)
frank edited this comment 3 years ago.
Harry replies:
Die Landwehr ergab sich als Notwendigkeit nach der 2. Stadterweiterung von 1333 um das um Frankfurt liegende Territorium gegen die Nachbarn, Hanauer, Mainzer aber auch Taunusritter wie die Kronberger oder Hattsteiner usw. zu sichern. Mehrfach versuchte der Rat sich in bestehende Höfe im Umfeld einzukaufen - dies gipfelte in dem Erlaß keiner der Wehrhöfe dürfte an Auswärtige oder an den Klerus (=Kirche) verkauft werden. Ebenso versuchte der Rat (erfolgreich) die Nidda-Brücken zu sichern: Nied, Rödelheim,Heddernheim, Eschersheim, Bonames, Vilbel, Dortelweil.
Meiner Meinung nach stammt der Affenstein aus der Frühzeit dieser Entwicklung - als z.B. Bornheim mit seiner eigenen Landwehr noch zur Grafschaft "Bornheimer Berg" gehörte und als der Ring um Frankfurt noch lange nicht lückenlos geschloßen war.
Der Affenstein steht in direkter Beziehung zum Affensteiner Weg, der von Bockenheim nach Bornheim führte - an dieser (nördlichen) Linie war es nötig die Frankfurter Ansprüche zu sichern.
Die spätere Landwehr am Dornbusch verlief an der Via Regia / Hohen Strasse, einer uralten Verbindung von Mainz nach Thüringen - manche, wie z.B. www.via-regia.org, ziehen diese Verbindung von Spanien nach Russland. So hat z.B. die napoleanische Armee nach dem verlorenen Russland-Krieg diese Route zum Rückziug benutzt.
Dieser Diebsgrundweg, so hieß er lange Zeit, wurde dann die spätere nördliche Linie mit dem Knoblauchs-/ Bertrams- oder Kühhornshof (heute auf dem Hessischen Rundfunk-Gelände) bzw. dem Grünhof an der Eschersheimer Landstrasse. Auf dem Bertramshof stand lange Zeit eine Warte, die dann, als die Friedberger Warte an der höchsten Stelle der nördlichen Landwehr (ursprüngl. höchste Stelle der Bornheimer Landwehr) 1476 errichtet wurde, abgerissen wurde. Auch am Grünhof sollte eine Warte errichtet werden, aber diese wurde nie ausgeführt.
Insgesamt hatte Frankfurt ein Intresse nur wenige Durchlässe in das Frankfurter Land und in die Stadt zu ermöglichen.
Lesetipp/Literatur: Pelessier, Eduard: "Frankfurter Landwehr"
Auf der Karte bei Wikipedia (Frankfurter_Landwehr) sieht man den Affenstein als Gelände-Bezeichnung, wie etwa Galgenfeld usw. verzeichnet - also Teil des Friedberger Felds und damit eine Landmarke im Frankfurter Gebiet. Und soweit ist die spätere Landwehr doch gar nicht entfernt: Der Ginnheimer Steg lag ca. 900 m - der Grünhof ca. 800 m entfernt. Die Galluswarte, die das Galgenfeld überwachte lag 1,5 km vom "Hohen Gericht entfernt.
Und es waren ja keine echten Verteidigungstürme wie etwa der Eschersheimer Turm in der Stadtmauer - hier hielten Wachleute Ausschau und warnten mit Signalhörner oder Fackeln die Frankfurter, die dann die Sturmglocke anschlugen.
Ein weiterer Hinweis erscheint mir die Verlagerung von der Römerstrasse von Nida (=Heddernheim) nach der Eschersheimer Landstrasse - die Brücke am Bubeloch war nach Abzug der Römer wahrscheinlich bald zerstört und so verschwand dieser Weg nach und nach.
Stell Dir doch mal noch einen Aufbau mit Fachwerk von ca 10 Metern Höhe vor oder steig mal auf den gelben Baukran an der Hansaalle - dann kannst Du gut das Gelände beobachten bzw. "wehren". Gruß Harry
P.S.: Es wundert mich auch wie die Uni sich auf dem IG-Gelände, dem Affensteiner Feld ,"einschließt" - bald haben wir wieder "amerikanische Verhältnissse" und man darf wohl nur noch mit "Studentenausweis" das Gelände betreten.
Affensteiner says:
Und: eine Nische für Maria?
Vielen Dank für die interessanten Beiträge! Hier ein paar Gedanken von mir:
Der Fundort ist topografisch der höchste Ort in alle Richtungen. Topografische Karten verzeichnen für die unmittelbare Umgebung des Fundorts rund 122 Meter Höhe. Der Hügel, unter dem das runde Fundament versteckt war, war natürlich noch einmal deutlich höher. Auch das gegenüber der Hansaallee erhaltene Kastanienensemble ist leicht erhöht. es war vermutlich der Biergarten des Affensteiner Felsenkellers.
Dass man sich auf Höhe der Lübecker Straße, bzw. des historischen Affensteiner Wegs auf dem höchsten Punkt der Hansaallee befindet, wird jeder Autofahrer bestätigen, der auf der Hansaallee stadtauswärts fahrend schon einmal kurz vor der Miquelallee von einer Polizeikontrolle überrascht wurde (Alkohol oder Tempo). Man sieht die Straße stadtauswärts eben nur bis zu diesem höchsten Punkt und nicht weiter. Südlich, am Bremer Platz sind es nur 117 Meter Höhe, auch nördlich an der Miquelallee ist das Areal 2 Meter niediriger als am Affenstein, rund 120 Meter.
Auch nach Westen fällt das Gelände bald ab, zum Grüneburgpark gibt es sogar einen regelrechten Hang, auch beim erwähnten Wasserturm der Rothschilds nordwestlich an der Ecke Sebastian-Rinz-Straße/Miquelallee ist das Areal deutlich niedriger, ca. 118 Meter, obwohl der Wasserturm am höchstgelegenen Punkt des Anwesens gebaut wurde.
Was die Polizei von heute weiß, das wussten die Wachen in naturnäheren Jahrhunderten bestimmt noch viel besser. Also: Wehrturm!
Das heißt aber nicht unbedingt, dass das Turmfundament nicht Jahrhunderte später vom Affensteiner Felsenkeller zweckentfremdet wurde zur Bier- und Weinkühlung. Wie das freilich gehen soll, wenn das Ausflugslokal detlich östlich liegt (vermutlich östlich der sechsspurigen heutigen Hansallee) und der Fundort auf dem Gelände der Irrenanstalt? Vielleicht doch eher nicht ...
Das zerdepperte Geschirr jedenfalls scheint ein Standard-Krankenanstaltsporzellan zu sein, denn die dicken Teller vom Nicolaus Franz Nachfolger Frankfurt a. M. tragen jedenfalls genauso rote bzw. blaue Ränder (für Frauen bzw. Männer) wie das von Hutschnereuther Bavaria und Villeroy & Boch, Mettlach. (Das sind die im Scherbenhaufen leicht zu findenden Stempel).
Jetzt noch etwas zum Namen Affenstein: Habe mal irgendwo gelesen, dass das soviel bedeutet wie Ave-Maria-Stein, weil eben an diesem Ort eine Marienstatue stand. Links unterhalb des Eingangs in die Ruine sieht man eine ca. einen halben Meter hohe Nische mit gotischem Spitzbogen. In der könnte ich mir (als Laie) gut eine Marienfigur vorstellen, vor der sich Vorbeikommende verneigten, bekreuzigten o.ä. Das "-stein" im Flurnamen könnte also daher rührten, dass die Nische aus Stein gemauert ist.
Grüße vom Affensteiner
frankpro replies:
ebenso vielen dank für deine beobachtungen zur nische im turmsockel, welche mir trotz eigenem „rundgang“ bisher komplett entgangen ist. eine der quellen, die das „affe-“ im namen auf ein „ave maria“ zurückführt, ist der wikipedia-artikel über das sachsenhäuser „affentor“ – der artikel bietet allerdings auch noch andere etymologische deutungen an: de.wikipedia.org/wiki/Affentor .
die nachsilbe „-stein“ im namen taucht übrigens auch als bezeichnung für andere historische, aus stein gemauerte gebäude auf – auch in und um frankfurt: „ulrichstein“ und „goldstein“ sind nur die ersten beispiele, die mir spontan dazu einfallen.
jetzt wäre eigentlich auch noch die etymologische
herkunft deines benutzernamens zu klären ... };^)
frank edited this comment 3 years ago.
Harry says:
Aber ich hatte, aufgrund der Nähe zur Römerstrasse nach Nida zunächst den Verdacht es sei ein römischer Leugenstein im Sinn - aber aufgrund der krummen Entfernung (1,5 Leugen = 3.675 m) wohl doch keine so vernünftige Annahme.
Das Affentor in Sachsenhausen hat seinen Ursprung im nassen „Aawe-", das kann, aufgrund der beschriebenen Höhenlage, nicht zutreffen - allerdings könnten wir Frankfurter auch mit der sprachlichen Verschleifung ein bißchen die Offenbacher (oder die Aschaffenburger) geärgert haben, zu denen das Sachsenhäuser Tor führte.
Im pfälzischen Dirmstein und in Ellerstadt gab es auch einen Affenstein, ebenso wurde ein Teil des Heidelberger Schloßes nach den gleichnamigen Rittern benannt, ja es gibt sogar Wappen der Affensteiner (www.ellerstadt.de/?page=wappen&id=24ccd9d8489f37911e36c8b276071a94)
- noch viel schöner das Wappen der Affensteiner in der Züricher Wappenrolle: www.uesenberger-webdesign.de/burgen/img/wr-zuerich/ZROA12.jpg - da sitzt tatsächlich ein Affe (1.Blatt links unten) und trinkt ein Glas Wein - Zum Wohl Affensteiner !
Der Affenstein (Rheingrafenstein) bei Bad Kreuznach scheint mir eher eine Verballhornung von "Grafen" zu sein.
Die Nische in der Wand des Frankfurter Affenstein ist aber eher ein Balkenlager in dem der "hölzerne Schlag" eingelegt wurde - gab es noch mehr Gebäudeteile um den Turm herum ? Das könnte erst eine großflächige Grabung herausfinden, aber die Umgebung ist bereits stark zerwühlt und gestern sah ich dass schon ein Teil der Flankenmauer in den Graben gestürzt ist.
Rätselhaft erscheint mir auch das Wasserrohr, was an dieser Stelle in den Turm geführt wird - ist es ein Ein - oder ein Aus-laß gewesen ?
Über der Tür zum Turm ist der Basaltstein auch merkwürdig eingeritzt - Könnte hier mal ein (Affenstein-) Wappen angebracht sein ? Der Bogen aus Backsteinen wurde wohl erst später drübergelegt - gleich neben dem Scherbenhaufen liegen auch noch Torteile und Eisenbeschläge.
Affensteiner says:
gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=3247&kapitel=146&cHash=619646e7332
Von der Belagerung der Stadt Frankfurt,
ein Lied im Ton:
Frisch auf in Gottes Namen. 1552.
[Fliegendes Blatt, gedruckt in Frankfurt.]
(Die unterstrichene Worte sind Namen von Schanzen
und Geschütz.)
....
Ein Landsknecht schrie von ferne
Jetzt wehr dich unser Hahn,
O Bruder und Schwester gerne
Ist Beystand euch gethan,
Es fliehen Stephans Pfeile
Viel scharfer Nadeln geschwind,
Die alte Schlang mit Weilen
Thut 's Oechslein übereilen:
Her, her ihr bösen Kind!
Der Singerin Stimm so reine,
Ihres Liedleins Anefang
Hört man am Affensteine,
Am Mühlenberg entlang.
Mit ihren Gespielen allen
Hält sie den Abendtanz,
Thät mancher übel fallen
Von Bollwerken und Wallen,
Erwart't nit dieser Schanz.
Es währt manch Nacht und Tagen,
Ist unsrer Sünden Schuld,
Dem Herren wollen wirs klagen
Und warten mit Geduld.
Frankfurt mit den Genossen
Warst du so gar verlorn,
Mit Feuer und Kugel beschossen,
Allein du trägst entschlossen
Die kaiserliche Kron.
Die Unterstreichungen bitte an der Quelle angucken, "Affenstein" ist jedenfalls dabei.
Was man so alles findet im Internet .,..
Gruß
Affensteiner
Affensteiner edited this comment 3 years ago.
frankpro replies:
es ist außerdem sehr wahrscheinlich, daß der von dir zitierte liedtext voll mit lyrisch gemeinten metaphern ist; im folgenden mal ein interpretationsversuch der beiden ersten strophen (kommentare kursiv und in klammern):
Ein Landsknecht schrie von ferne (ein alarmruf – von einem wachturm aus?)
Jetzt wehr dich unser Hahn, („hahn“ ist auch eine altdeutsche metapher für feuer)
O Bruder und Schwester gerne
Ist Beystand euch gethan, (aber selbstverständlich doch, logisch)
Es fliehen Stephans Pfeile (vom ort des erzählers abgeschossen; doch welcher „stephan“?)
Viel scharfer Nadeln geschwind, (die „pfeilspitzen“, die abwehrschläge)
Die alte Schlang mit Weilen (welche „langsame alte schlange“? ein fluß?)
Thut 's Oechslein übereilen: (überholt welchen „ochsen“, der zudem verniedlicht wird?)
Her, her ihr bösen Kind! („na los, nur zu, ihr feinde!“)
Der Singerin Stimm so reine, (die „stimme“ der gefechte, des widerstands, das geballere)
Ihres Liedleins Anefang
Hört man am Affensteine, (vom nordwesten der gemarkung einmal quer ... )
Am Mühlenberg entlang. ( ... bis nach südosten, also über die ganze stadt)
Mit ihren Gespielen allen (mit den angreifern aus allen richtungen?)
Hält sie den Abendtanz, (den verteidigungskampf?)
Thät mancher übel fallen (ätsch, erwischt!)
Von Bollwerken und Wallen, (die frankfurter verteidigungsringe)
Erwart't nit dieser Schanz. (solch heftige gegenwehr war vom gegner unerwartet)
frank edited this comment 3 years ago.
Affensteiner says:
super Interpretation, aber bitte gehe direkt an die Quelle "Gutenbergspiegel" (link ist oben angegeben), dort wusste der/die schlaue Herausgeber/in, dass der Affenstein eine Schanze/ein Geschütz ist, so wie Öchslein, Mühlenberg etc. Ich konnte leider die herausgeberischen Unterstreichungen nicht übernehmen und habe nur die letzten drei Strophen zitiert.
Gruß, Affensteiner
Harry replies:
jetzt tut es mir aber leid, Dein Wappen so fehl-interpretiert zu haben. Der Affe trinkt ja gar keinen Wein - er hält eine goldene Kugel hoch ! Wie man sich doch irren kann ! www.vikinganswerlady.com/ZurichRoll/redraw/241.gif
Die "Züricher Wappenrolle" wird auf das Jahr 1390 datiert - hier finden sich fast 450 Wappen in der damaligen Darstellung, allerdings ist mir nicht ganz klar geworden, welche Orte gemeint sind - es könnte sich auch um die Dirmsteiner Affensteiner handeln und es gab auch einen Zweig in Heidelberg. Aber die Rolle ist schon sehenswert - braucht nur ewig zum hochladen! www.vikinganswerlady.com/ZurichRoll
Die topografische Lage des Affensteins ist mal wieder durch das Gedicht belegt - im Faberplan sieht man ja sogar die Soldaten bei ihren fünf Zelten am "Affenstain" sitzen.
commons.wikimedia.org/wiki/Fabers_Belagerungsplan
Allerdings ist der Beweis eines Wehrturms mit dem Gedicht noch nicht gegeben - es könnte sich auch um eine Schanze handeln - und der Turm war bereits vor den Feinden versteckt bzw. vergraben. Gruß Harry
frankpro says:
dort traf ich auf drei sehr freundliche herren, die ebenfalls interesse am objekt hatten. einer davon gab die berichterstattung der „FR“ als quelle seiner neugier an, ein weiterer, ein sympathischer ukrainer, schien eine art „schlüsselgewalt“ über das gelände zu haben – jedenfalls führte er ein dickes vorhängeschloß samt kette und schlüssel mit sich. während einer kurzen, angeregten unterhaltung mit diesen beiden bekam ich den eindruck, daß sie sich noch nicht eingehend mit der rätselhaften geschichte der ruine befaßt hatten – aber ich mag mich darin auch täuschen.
nach einer herzlichen einladung an die beiden, sich am entstehenden wikipedia-artikel zum thema zu beteiligen oder diesem doch zumindet einen besuch abzustatten habe ich mich verabschiedet und bin wieder davongeradelt.
Rolf says:
Ausserdem habe ich auch keine Erklärung, warum man einen Eiskeller auf dem höchsten Punkt der Umgebung errichten sollte.
Grüß, Rolf.
Harry says:
- das war ein Ausflugslokal, auch traffen sich dort Frankfurts erste Fussballmannschaften aber haben die dort gebraut ??? Harry
Affensteiner says:
Ärgerlich ist, dass die Uni sich auch hier wiederholt der Geschichte auf ihrem Traumcampus entledigen möchte - so zumindest die Frankfurter Rundschau von heute. Sehen wir einmal von der kürzlich beendeten amerikanischen Vergangenheit ab, so hat die Uni bereits das ehemalige Gärtnerhaus und die Remise des Rothschildanwesens beseitigen lassen. Außerdem einige stattliche Bäume, die zum Beispiel noch aus der Zeit der Irrenanstalt stehen geblieben waren. Aber in Frankfurt muss man offenbar erst einmal alles abreißen (auch wenn's manchmal nur letzte Reste sind) und komplett neu bebauen, um es sich dann wieder herbeizusehnen (vgl. Ostzeile Römer, Braubachstraße).
Wann wurde eigentlich der Affensteiner Felsenkeller abgerissen? Das muss doch nach der Irrenanstalt gewesen sein, denn beim Bau der Holzhausenschule (Bauhausstil, also 20er Jahre) stand er ja noch.
frankpro replies:
der abriß des lokals dürfte in den zwanziger jahren des 20. jahrhunderts erfolgt sein – in der zeit, in der auch hoffmanns psychiatrische anstalt dem bau der hansaallee und dem bau des als „poelzig-bau“ bekannten I.G.-farben-hauptgebäudes zum opfer fiel. der heutige verlauf der hansallee liegt nach meinen kartenerkenntnissen exakt zwischen „irrenanstalt“-gelände im westen und „felsenkeller“ im osten.
deine frustration über die „politik“ der uni frankfurt in dieser sache und über den umgang der stadt frankfurt mit geschichtsdenkmälern teile ich, wort für wort. mich frustriert aber auch, daß ich mit meinen äußerst beschränkten mitteln als „amateur-heimatforscher“ nicht dazu in der lage bin, mehr licht ins dunkel zu bringen. wenn es in meiner macht läge, wäre längst eine umfangreiche archäologische grabung an der turmruine in gang gesetzt worden – und zwar gerade aus dem grund, daß historische quellen scheinbar nichts über das gebäude erbringen können. ich würde es liebend gerne herausfinden, aber mangels eigener möglichkeiten heißt es für mich nur warten und hoffen.
es gehört nach meinen mittlerweile gewonnenen erkenntnissen aber seit jahrhunderten durchaus zur erfolgsgeschichte frankfurts, altes rücksichtslos überzubügeln und mit neuem rigoros zu überbauen – ohne sich groß um die eigene vergangenheit zu scheren. die bereitschaft dazu ist meiner meinung nach mit ein grund für die wichtige geschichtliche und wirtschaftliche rolle, die die stadt bereits seit jahrhunderten spielt, und kann also – man mag das bedauern oder begrüßen – auch als „frankfurter tradition“ angesehen werden. es ist in frankfurt schließlich nicht das erste mal, daß historische funde oder tatsachen hochaufstrebenden zukunftsplänen im weg stehen.
Harry says:
Ich war gestern mit einer Gruppe ("Warum es am Affenstein keine Affen gab") auf dem I.G. Farbengelände - aber leider hatten wir kein Glück und standen vor verschlossenen Toren und zugeschweißten Zäunen. Als dann endlich ein freundlicher Pförtner kam - war die Rest-Gruppe weg - zu Viert sind wir dann zum Turm - und ein Wikipedia-Kollege hat wieder weitere schöne Fotos "geschossen":
commons.wikimedia.org/wiki/Affenstein_%28Frankfurt%29?uselang=de
Auf Wikipedia habe ich - auf Franks Diskussions-Seite - ein Treffen am 1.8. um 17.30 Uhr vorgeschlagen - de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Frank_Behnsen/Affenstein_%28Wartturm%29
- hat noch jemand Zeit, Lust & Interesse vor Ort etwas "fachzusimpeln" ?
@ Affensteiner: Da gibt es noch ein schönes Bild auf der o.g. Nordend-Seite:
www.frankfurt-nordend.de/Images/1928_affenstein_800.jpg
Das Foto ist 1928 - so vermute ich - vom Diakonissen-Haus an der Eschersheimer Ldstr. gemacht worden und offensichtlich wird gerade der Bauplatz (meiner alten) Holzhausenschule abgesteckt. Das müßte wohl das letzte Bild vom Felsenkeller und auch vom Affensteiner "Irrenschloß" sein. Ach ja, im Foto rechts vom Felsenkeller steht der Versorgungstrack - hier hätte der zugehörige Eiskeller gestanden ! Die Hansa-Allee wird im Zuge des I.G. Farben Verwaltungsbaus gebaut und Irrenanstalt, Felsenkeller sowie der südlich gelegen "Bartmanns-Hof" (siehe Ravenstein-Karte oben) werden abgerissen. Der "Affensteiner Weg" wird in "Lübecker Straße" und die neuen Straßen im I.G. Gelände mit Namen der deutschen Hansestädte benannt. Spätestens 1930 war das erledigt:
www.pharusplan.de/popup_apic.php?pic=Pharus-FrankfurtMain-1931A1.jpg
Irgendwie erinnert mich das ein bißchen an eine Säuberung im Affen-Käfig. Apropos : Die Stahlplatte am Graben ist verschwunden - waren hier böse Eisen-Diebe am Werk ?
Affensteiner says:
www.stvv.frankfurt.de/parlis2/parlis.php?DOK=TO-O-2
Harry says:
Um den Affenstein ist nun ein enger, geschloßener Absperr-Zaun gezogen - man kommt gar nicht mehr zum Turm. Da habe ich aber damals bei meinem Studium an der J.W.Goethe-Universität zur Denkmalpflege doch etwas anderes gelernt:
2.2 Zugänglichmachen
Für alle Kulturgüter ist ferner zu bescheinigen, daß sie in einem den Verhältnissen entsprechenden Umfang der wissenschaftlichen Forschung oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein den Verhältnissen entsprechendes Zugänglichmachen ist gegeben, wenn der Eigentümer der Denkmalbehörde oder dem Heimatpfleger mitteilt, er sei bereit, interessierten Wissenschaftlern oder Besuchergruppen den Zutritt zu gestatten und sie zu führen, wenn sie von dort empfohlen werden. ...
Zitat aus dem Wortlaut der „Denkmalparagraphen" §§ 7i, 10f, 10g und 11b EStG.
Oder gibt es dort keine Historiker mit Kenntniss der Gesetzeslage mehr ? - sehr merkwürdig !
Affensteiner says:
aber ich frage mich, ob außer in Reutlingen noch öfter Wehrtürme zu Eiskellern wurden.
Der Weiße Turm in Darmstadt wird mit einem Eiskelleer in Verbindung gebracht
der Dicke Turm in Ratingen war im 19. Jh. auch Eiskeller
und in Isselburg Anholt gab es wohl auch so einen Fall ...
Harry says:
Von Diskussionen ist bei Wikipedia nix mehr zu lesen - aber es gibt ja noch das "Irrenschloß" mit neuen Bildern : de.wikipedia.org/wiki/Irrenschloss - offenbar wird am "Affenstein" wieder gegraben - werde mal nachschauen.......
Matthias Müller-götz says:
Wenn ich richtig gesehen habe, sind der Sandsteinbögen über dem Portal und die Laibungen des Portals mit dem Scharriereisen bearbeitet worden - das weist auf eine Entstehung nach dem 15.Jh. hin.
Bei einer genauen Betrachtung des Gebäudes fällt auch auf, dass das Mauerwerk an keiner Stelle Auskragungen oder Auflager für eine aufsetztende Bebauung, sei sie aus Stein oder Holz, hat, was bedeutet, dass das Gebäude kein Turm ist, sondern mit der Ziegelkuppel endet. Auch die Verwendung von Ziegeln verweist eher in die Neuzeit, als in das Mittelalter, wo man im allgemeinen eher in einem Material durcharbeitete. Ziegel dagegen waren nach der Industrialisierung ein billiger Baustoff.
Bleibt noch die Gestalt des Gebäudes selbst. Der sog. "Turmstumpf" verfügt über keine Fenster. Die Wände vor dem Portal öffnen sich in spitzem Winkel nach aussen. Beides weist darauf hin, dass es sich um ein unterirdisches Bauwerk handelt. Die sich öffnenden Wandzungen vor dem Portal sind dann die Abstüzungen gegen den Hang des das Gebäude überdeckenden Hügels. Diese Anlage ist wohl wirklich eher als Keller, denn als Turmstumpf anzusprechen.
Ob und für wenn es sich um einen Eiskeller gehandelt haben mag, darüber kann man spekulieren.
Ich würde aber eher von einem neuzeitlichen Unterirdischen bauwerk ausgehen, denn von einem mittelalterlichen Turm.
Grüße
MMG
Harry says:
Was Matthias so alles beobachtet hat, ist schon gut nachzuvollziehen -aber warst Du mal oben drauf gestanden ? Da wären schon "Aufsetzungen" möglich - zumal die Kuppel aus den Backsteinen eigenartigerweise zweifach ausgeführt ist - das wäre (auch bei einem Eiskeller) recht ungewöhnlich.
Und die unterirdische Nutzung der "Eisgrube" (Zitat Architekt Pichler) ist ja bis Anfang 2008 so in dem Kastanien-Hügel verborgen gewesen - aber könnte das nicht auch (moderne/ 1860) Umbauten gewesen sein ?
Die Tür (und damit auch das Portal und die Laibungen) und die Backsteine im oberen Viertel sind wohl aus der Zeit des Irrenschloßes - aber der Bruchstein-Rest des Unterbaus ??
Gruß Harry
Affensteiner says:
de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Frank_Behnsen/Affenstein_(Wartturm)
hier war ja noch was in der Landesschau mit Uni-Bauleiter Rost und Stadtdenkmalschützerin:
www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/video_archiv5300.jsp?key=standard_document_34553206&jmpage=1&type=v&r=5&rubrik=5300&t=20080623&y=2008&jm=4&mediakey=fs/hessenschau/20080623_steine
und einen Grundriss des "Irrrenschlosses" gibt es auch:
architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=79&Daten=96928
aber da ist kein Eiskeller (oder doch nur Geschirrabfallkeller?) zu sehen.
Gruß vom Affensteiner
Affensteiner edited this comment 3 years ago.
frankpro replies:
zu korrigieren, da ipernity scheinbar die runden klammern versiebt:
wikipedia: Benutzer-Diskussion: Frank Behnsen/Affenstein (Wartturm)
– aber nicht alles auf einmal durchlesen! };^>
darüberhinaus kann ich leider erst wieder etwas zur diskussion beitragen, wenn weitere forschungsergebnisse vorliegen. beide seiten („wartturm“ vs. „eiskeller“) haben ihre guten argumente vorgetragen – ohne daß es zu einer kärung oder überzeugung der jeweils anderen seite kommen konnte; ich selbst kann mangels zugang zu weiteren fachquellen nur dann weiteres beitragen, wenn die archäologischen grabungsarbeiten fortgeschritten sind.
frank edited this comment 3 years ago.
frankpro says:
harry bat mich darum, es für ihn hier reinzustellen (aus seinem „fotostream“):
in der rechten oberen ecke des grundstücks liegt der fundort der „affenstein“-ruine.
Harry says:
Tag des offenen Denkmals steht wieder vor der Tür
Am Sonntag, 14. September, ist es wieder soweit: Europaweit stehen zum Tag des offenen Denkmals zahlreiche Denkmäler zur Besichtigung offen. In vielen denkmalgeschützten Einrichtungen finden auch fachkundige Führungen statt. Alle Angebote in Hessen können auch im Internet unter dem in der rechten Spalte angegebenen Link nachgelesen werden. Auch die Zeitung zum "Tag des offenen Denkmals" enthält alle hessenweiten Angebote. Die Zeitung liegt in vielen öffentlichen Einrichtungen, in der Frankfurter Bürgerberatung auf dem Römerberg und im Denkmalamt kostenlos aus.
Denkmalamt und Hochbauamt bieten zu folgenden Kulturdenkmälern Führungen an:
Affenstein
Nach Bauarbeiten zeigte sich überraschend und bisher völlig unbekannt in einem Erdhügel ein noch rund 7 Meter hoch erhaltener Wachturm aus Bruchsteinmauerwerk. Sein Durchmesser vom 6 Metern ist für mittelalterliche Wehrbauten charakteristisch. Den oberen Abschluß und damit eine völlig neue Nutzung erhielt der Turm im 19. Jahrhundert. Die hier errichtete Anstalt für Irre und Epileptische nahm einen neuzeitlichen Aufbau am Turm vor. Nach Abbruch der Anstalt im Jahr 1929 geriet der Turm in Vergessenheit. Das Denkmalamt bietet unter der Leitung von Dr. Andrea Hampel die Besichtigung des sogenannten Affensteins an.
Adresse: Hansallee/Ecke Lübecker Straße ohne Nummer, Frankfurt-Westend
Führung: 10 Uhr
Treffpunkt: Am Turm
Nähere Informationen: Denkmalamt, Daniela Vöglin, Tel. 069/212-36199
Mit besten Grüßen
Harry
frankpro replies:
ganz sicher, ob ich’s am sonntag zu der uhrzeit schaffen werde.
beste grüße zurück,
frank
Harry says:
www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.5136978.de.htm
Das Programm der anderen Denkmäler hier - für die "Spätaufsteher":
www.tag-des-offenen-denkmals.de
Harry
Harry says:
Das ganze Geschirr ist nun draußen und an den Wänden stehen noch mächtige Holzbalken und auch unter dem Holzpodest in ca. 4 Meter Tiefe soll´s noch weitergehen (Brunnen ?). Auch zeigte sich, daß die Löcher im Gemäuer nachträglich für Balken-Auflagen geschlagen wurden - unten sind richtig große Stein-Quader ans Tageslicht gekommen. Also - wer da noch ausschließlich - an die "Eisgrube" glauben möchte....
Aber - so war auch zu erfahren - auch die Uni will die nächsten Tage ihre Untersuchungs-Ergebnisse vorlegen - mal sehen was dort herausgefunden wurde - es bleibt spannend !
Zumindest nach Aussage von heute bleibt der Affenstein als Denkmal erhalten !! Harry
frankpro replies:
ich räume auch freimütig ein daß ich wünschte, es wäre „mehr“, es wäre ein älterer fund (u.a. darum bin ich ja auch kein wissenschaftler sondern grafiker, also „illusionist“). umso schwieriger für mich, mich nicht vom eigenen wunschdenken blenden zu lassen. und doch ... gibt es ein paar aspekte, die für mich noch der klärung bedürfen:
was ist mit der drainage des schmelzwassers in einem „affenstein-eiskeller“? die bisher offenliegenden, scheinbar nachträglich eingefügten rohre, ungefähr auf eingangsniveau, liegen viel zu hoch um ein abfließen von schmelzwassern leisten zu können. womöglich wird eine tieferliegende drainage ja noch nach weiterem, tieferen graben gefunden werden. für ein einfaches grundwasserversickern des schmelzwassers ohne weitere drainage scheint mir das gebäude jedenfalls topographisch zu hoch zu liegen.
woher rührt die vertikale, sich nach oben verjüngende, ca. 20 cm breite rechteckige nische in der nördlichen mauerwand? in meinen amateurhaften augen sieht der obere teil dieser nische nach einer art abrieb in „oben-unten“-richtung aus. wenn das zutreffen sollte, wodurch wurde er verursacht? wenn meine beobachtung zutreffen sollte, wie wäre eine solche nische bei der errichtung eines direkt nach fertigstellung mit erde zu bedeckenden bauwerk wie einem eiskeller entstanden?
ich warte jedenfalls weiterhin sehr gespannt auf die ergebnisse der archäologischen grabungen – und werde erst dann zufrieden sein, wenn die vorliegen; ganz gleich, wie diese ergebnisse auch ausfallen mögen.
nachtrag: unabhängig vom ergebnis der grabungen gefällt mir die idee, das gefundene historische mauerwerk werde in eine ecke der neu geplanten uni-bibliothek integriert. die vorstellung, eine solche (lese-)ecke würde in zukunft den namen „affenstein“ tragen, finde ich sehr sympathisch. ich würde mich dorthin gerne zum lesen, zum ruhe finden und vielleicht zum verabreden zurückziehen: „wir treffen uns am affenstein“. klingt doch um eine nuance sympathischer als „wir treffen uns im eiskeller“ – oder?
;^)
frank edited this comment 3 years ago.
frankpro says:
www.eiskeller-frankfurt.blogspot.com
die dort ebenfalls umfangreichen beiträge bestechen durch ihre straffe struktur und bieten einige sehr interessante argumente zu herkunft und zweck des bauwerks. was den „uni-blog“ von diesem hier unterscheidet ist die wohl fachlich bedingte, offenbar um einiges bessere zugangsmöglichkeit zu historischen quellen. sehr lesenswert!
nachtrag: auf „wikimedia commons“ finden sich mittlerweile einige weitere aktuelle fotos des bauwerks, darunter mehrere gute detailansichten:
commons.wikimedia.org/wiki/Affenstein_(Frankfurt)
frank edited this comment 3 years ago.
Harry says:
Zumindest auf den Artikel der FNP zum Tag des offenen Denkmals" am Affenstein möchte ich hier verweisen: www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.5152554.de.htm
Gruß an alle Zweifler und Gläubige! Harry
Ka Ha says:
Harry replies:
Frank - Deine Idee nach einer "ruhigen, besinnlichen" Lese-Ecke im Affenstein finde ich toll ! Wie gut ist insgesamt das I.G. Gelände von den Studenten angenommen worden - da wäre natürlich auch der Affenstein selbst als gut erhaltenes "Relikt der Kälte- und Vorrats-Techik des 19. Jahrhunderts" schon besonders schützenswert - und kühl.
Die Nische bleibt weiterhin geheimnissvoll - offensichtlich jedoch kein "Schlag-Gegenlager", da nicht besonders "unterlagert" - aber "Abrieb" kann sie sicher nicht erklären - die ist in die Aussenmauer "eingebaut" - aber wozu, das gibt auch der Plan von 1908 im Uni-Blog keinen Hinweis auf ein Pumpen-Anschluß o.ä. ! Das Wasser wird schon mittels Hand-Schwengel-Pumpe heraus gepumt worden sein, die "Große" dampfmaschienenbetriebene Pumpe stand im Keller mitten neben dem Brunnen der Irrenanstalt - ich möchte auch mal den Wiki-Artikel "Irrenschloß" als Lesestoff anbieten:
de.wikipedia.org/wiki/Irrenschloß
Einen weiteren Hinweis möchte ich auf die Rampe, die von Süden (Richtung Bremer Platz) zur Kuppel anstieg, geben - im Jahr 2005 war sie noch völlig zugewachsen - Wurden Eisgruben von oben mit Eisstangen verfüllt - Gab es etwa einen Einstieg von oben ? Und woher stammte das Eis - der nächste Weiher mit ausreichender Wassermenge wäre am Holzhausen-Schlößchen....
Affensteiner says:
wer wird denn wegen des Uniarchäologen-Blogs gleich aufgeben (die haben zwar ein paar interessante historische Karten aufgetan, sind aber als Antikenspezialisten genausowenig vom hier gefragten mittelaterlichen Fach wie wir)?
Erstens zeigen die dortigen Formulierungen nur eine einzige Hypothese, denn der Blog bezeichnet das Bauwerk durchgehend als Eiskeller. Aber Beweise, dass es nie eine Warte war, fehlen.
Zweitens lässt sich die Frage "Warte oder Eiskeller?" logisch auch mit "UND nicht oder!" beantworten, also vielleicht genauer mit "erst Warte, dann Eiskeller!". Für eine Nutzung als Eiskeller liefern die Uniarchäologen immerhin Beweise (die Pläne/Karten der Anstalt). Auch die botanischen Zeugen sprechen dafür: Über Eiskellern wurden gern Robinien und Kastanien angepflanzt, die Wurzeln der hier kürzlich gefällten Exemplare haben überall am Fundort wieder ausgetrieben, wie man sieht. Die dendrochronologische Datierung des Holzes im Fundstück könnte also das 19. Jh. ergeben (weil damals als Eiskeller genutzt), aber spannender sind die Mörtelproben, denn die sind vielleicht Jahrhunderte älter.
Drittens überzeugen die gezeigten architektonischen Beispielpläne von eigens gebauten Eiskellern nicht sonderlich. Sie haben, soweit man das erkennen kann, eine physikalisch zur Eishaltung geeignetere Grundform, bei der Breite, Höhe und Tiefe des Raumes annähernd gleich sind (=> kleinstmögliche Oberfläche, an der die Wärme eindringen kann). Davon kann aber am Fundort nicht die Rede sein, denn hier ist die innere (!) Höhe eindeutig ein Vielfaches des Durchmessers. Wie Harry sagt, geht es "richtig tief runter" und außerdem noch in die Höhe. Also eher nicht "durchschnittliche Dimensionen", wie die Uniarchäologen meinen. Und die zylindrische Form war für Warten nun wirklich mindestens ebenso typisch wie für Eiskeller.
Viertens: Wieso baut man einen Eiskeller so aufwändig mit einer 1 m dicken Wand? Der Statik wegen wohl kaum, die müsste bei einem runden mit Erde zugeschütteten Bauwerk auch halten, wenn die Wand dünner ist. Der Isolation wegen wohl auch nicht, denn die Leitungseigenschaften von Stein und umgebender Erde dürften etwa gleich sein.
Fünftens: Woher kommt der Materialwechsel vom Basaltbruchstein des größten (unteren) Teils zum Rotsandstein des oberen Meters und den Ziegeln in der Decke des Bauwerks? Rotsandstein und Ziegel wurden auch bei der Irrenanstalt verwendet. Spricht das nicht für eine Umwidmung eines vorhandenen Bauwerks?
Sechstens: Wieso baut man einen Eiskeller an der höchsten Stelle weit und breit? Da scheint doch die Sonne mehr drauf als auf jede Senke. Für eine Warte dagegen ist die höchste Stelle bestens geeignet.
Siebtens passt das Bauwerk in gleichmäßigem Abstand in den Kranz der anderen noch vorhandenen oder zumindest nachgewiesenen Warten um Frankfurt. Das wissen wir vom Denkmalamt aus der Hessenschau, wo auch eine überzeugende Skizze dazu gezeigt wird. Link siehe weiter oben, vor zwei Wochen. Siehe Bildausschnitt in meinem doc
www.ipernity.com/doc/54938/2992188
Das mag für heute genügen.
Grüße vom Affensteiner!
Affensteiner edited this comment 3 years ago.
Harry replies:
ja - Du bringst es auf den Punkt (schade Dein doc krieg ich nicht auf):
Die Frage könnte auch lauten: Eiskeller oder DER Affenstein ?
Diese lang-bekannte und benannte Gelände-Erhebung "Affenstain" ist in der Landschaft ideal geeignet, um den Bereich bis zur Stadt (E-Turm) und bis zur Grafschaft Bornheimer Berg (Bockenheim) zu überwachen.
Ich denke da eher an einen Wachturm wie die Berger Warte (212 m!) - die einen Bereich mit wichtigen Straßen kontrolliert - Auf ZWEI habe ich gestern mal im Uni-Blog hingewiesen (Kommentar zum Plan von 1853) - die Eschersheimer Ldstr. ist ja bekannt - mal sehen ob sich dort was tut.....
Und wie war das noch mit der "neuen Warte im Affenstein", (1434 bis 1435 errichtet) - die Carl Wolff in der Beschreibung "Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main" (1898) nennt?
Meine Vermutung hat sich bestätigt, dass mit der "Nuwe Warte" die Bockenheimer Warte gemeint ist, die nun IN der Landwehr errichtet wurde und die westlichste Stelle der Gemarkung IM Affenstein sicherte bzw. einschloß - sie könnte DEN Affenstein ersetzt haben und in der "Frankfurter Chronik vom Jahre 1494 - 1502" - des Kanonicus des Job Rohrbach am Bartholomäusstift - Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst heißt es dann auch: "Steine wurden vom nahen Affenstein dahingeführt, " - und berichtet wird auch von der (1644 geplanten) Warte am Eisernen Schlag (heute Grünhof / Eschersheimer Ldstr.) - die den östlichen Ersatz des Affensteins darstellen würde.
Ich möchte abschließend Schöff von Olenschlager nennen, der 1808 gegen die Schleifung der Warten Einspruch erhob und sie mit "Schrift und Rede auf das Kräftigste vertheidigte und rettete" :
"Mögen diese Warten, die eben so innig mit der Geschichte der Stadt und ihrer feindseligen Nachbarn verbunden sind, als sie wesentlch zum landschaftlichen Bild derselben gehören, immer so wirksame Fürsprache finden !"
Und - das zu Dir lieber Frank - auch ein Eiskeller im stolzen Alter von 150 Jahren verdient es doch als schützenswertes Dokument erhalten zu bleiben. Ist er doch auch Zeugniss früher Kältetechnik (ohne elektr. Strom!) und der damals hochmodernen Baukunst und Versorgungstechnik einer Irrenanstalt, die zuvor noch nicht einmal ordentliche Toiletten kannte.
Gruß Harry
Affensteiner says:
gutenberg.spiegel.de/?id=12&xid=3247&kapitel=146&cHash=619646e7332
Von der Belagerung der Stadt Frankfurt,
ein Lied im Ton:
Frisch auf in Gottes Namen. 1552.
[Fliegendes Blatt, gedruckt in Frankfurt.]
(Die unterstrichene Worte sind Namen von Schanzen
und Geschütz.)
"...
Die Stadt sie thäten beschießen,
Des achten wir gar klein,
Man ließ sie's wieder genießen,
Schenkt ihnen tapfer ein.
Aus Stücken, neuen und firnen
Hieß sie Gott willkomm seyn;
Es gab Köpf, Bein und Hirnen,
Ich mag nicht solcher Birnen,
Gott helf ihnen all aus Pein!
Der Rehbock sein Gehürne
Männlichen richtet auf,
Zerstieß manch harte Stirne
So fern in schnellem Lauf.
Der Kauz in grüner Auen
Auf seinem Zweiglein schön,
Thät manchen Vogel krauen,
Daß er sich mußte rauen,
Die Federn lassen gehn.
Ein Landsknecht schrie von ferne
Jetzt wehr dich unser Hahn,
O Bruder und Schwester gerne
Ist Beystand euch gethan,
Es fliehen Stephans Pfeile
Viel scharfer Nadeln geschwind,
Die alte Schlang mit Weilen
Thut 's Oechslein übereilen:
Her, her ihr bösen Kind!
Der Singerin Stimm so reine,
Ihres Liedleins Anefang
Hört man am Affensteine,
Am Mühlenberg entlang.
Mit ihren Gespielen allen
Hält sie den Abendtanz,
Thät mancher übel fallen
Von Bollwerken und Wallen,
Erwart't nit dieser Schanz.
Es währt manch Nacht und Tagen,
Ist unsrer Sünden Schuld,
Dem Herren wollen wirs klagen
Und warten mit Geduld.
Frankfurt mit den Genossen
Warst du so gar verlorn,
Mit Feuer und Kugel beschossen,
Allein du trägst entschlossen
Die kaiserliche Kron.
bitte den Link verfolgen, da dort der vollständige Text steht.
Gruß vom Affensteiner
Affensteiner says:
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/1591264_Warte-mit-Aussicht.html
www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/1596753_Fuenf-Fragen-an-Frankfurt.html
Harry replies:
verwiesen, die Seite hatte Frank ja bereits genannt - aber nun KEINEN Link mehr hierher ? - oder hatte ich mir den nur eingebildet ?? Harry
Affensteiner says:
So mein Eindruck beim Vorbeifahren. Das muss ich mir bei Gelegenheit genauer ansehen, aber ich meine, jetzt fehlt der obere Teil des Turms (der Teil aus dem 19. Jh.). Hoffentlich bleibt der Rest stehen ...
Ein Besuch des Campus Westend empfiehlt sich jetzt übrigens auch, weil die neuen Gebäude schick geworden sind, zumindest teilweise. Das große Hörsaalgebäude z.B mit dem Audimax ist beste zeitgenössische Architektur.
Affensteiner
Harry replies:
Die Backstein-Kuppel ist weg und auch die hölzernen Balken (des 19. Jh) sind aus dem Turm verschwunden - innen gähnende Leere. Dafür wurde die Südseite des umlaufenden Graben verfüllt und etwa die Hälfte des Zangenmauer-Eingangs aufgegraben, bis zum Turmstumpf.
Im Bau-Gelände selbst: tiefe Gräben und diverse Löcher, wohl die Anfangs-Arbeiten für die Bebauung bzw. die Versorgungs-Leitungen. Selbst der alte "Affensteiner Weg" ist verschwunden - einige Meter nördlich die neue "Lübecker Straße" als Zufahrt zum Campus frisch asphaltiert.
Sind die neuen "schicken" Gebäude des Uni-Campus Westend schon zu besuchen ?
Harry
Affensteiner says:
Harry says:
In den Löchern am Affenstein liegen riesige Öltanks, die wohl noch aus der amerikanischen Zeit des zentralen Heizkraftwerks stammen. Ist wohl auch noch ein bißchen Öl drin - wie zu riechen ist.
Da waren doch die "Abräumer" der Irrenanstalt etwas sorgfältiger und umweltbewußter:
Das ganze Porzellan und Steingut wurde nach 1928 in den Stein-Turm verfüllt - Was wird wohl mit diesen Geschirr-Scherben passieren - werden die als "Sondermüll" entsorgt oder einfach irgendwo verfüllt ? Eine einsame zerbrochene Klo-Schüssel der Marke "Standard" der frühen Frankfurter Toiletten mit Wasser-Spülung (!) bekrönt einen der Haufen - für die damalige Irrenanstalt eine bahnbrechende Neuerung - für uns heute: ein Stückchen vergessene Geschichte...... Harry
frankpro says:
tinyurl.com/bkc2g7
der kurzmeldung zufolge ist die ruine auf dem affensteiner feld als kulturdenkmal anerkannt worden. das bedeutet, daß das mauerwerk nicht abgerissen sondern in den bau der neuen universitätsbibliothek auf dem gelände einbezogen wird. erfreulich!
die in der ruine gefundenen hinterlassenschaften von heinrich hoffmanns „irrenanstalt“ sollen der FR zufolge teilweise im frankfurter historischen museum gezeigt werden – in einer heinrich-hoffmann-ausstellung, die für diesen sommer geplant ist.
über den stand der forschung zum alter des „affenstein“-mauerwerks verrät die kurznachricht leider nichts. laut einem blog-eintrag vom 29.01.2009 auf www.eiskeller-frankfurt.blogspot.com (wo wiederum die FAZ vom 21.01. zitiert wird) soll das denkmalamt am 30.01. aber das langerwartete gutachten vorgestellt haben, das die mittelalterliche herkunft der ruine belegt. na, ich bin weiterhin gespannt!
Affensteiner says:
Grüße vom Affensteiner
Affensteiner says:
Schade, dass man nach dem 30. Januar (Vorstellung des Gutachtens im Landesdenkmalamt) noch nix gehört hat.
frankpro replies:
nachtrag: ein anruf heute nachmittag beim denkmalamt ergab, daß eine pressekonferenz zum thema „affenstein“-ruine für anfang märz angesetzt ist. solange werden wir uns also wohl noch gedulden müssen ...
frank edited this comment 3 years ago.
Affensteiner says:
Rettung für den Affenstein
"Der Affenstein wird erhalten werden", antwortete Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Dienstag im Landtag auf eine Frage der Frankfurter Grünen-Abgeordneten Sarah Sorge. Das Bauwerk werde in den Uni-Neubau integriert und "die damit verbundenen Kosten vom Land finanziert", sagte die Ministerin zu.
Affensteiner says:
Bericht des Magistrats vom 20.03.2009, B 188
Betreff:
Mittelalterlicher Wachturm "Affenstein" bei Bauarbeiten gefunden - er ist zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen
Vorgang:
Beschl. d. Stv.-V. vom 28.08.2008, § 4421
- NR 962 SPD, l. B 695/08 -
Der mittelalterliche Wachturm Affenstein wird als Kulturdenkmal erhalten bleiben und Bestandteil des neuen Instituts für Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt am Main. Entsprechende Planungen liegen vor und müssen im Detail abgestimmt werden.
Die Zugänglichkeit wird im Rahmen des Möglichen geprüft und mit der Universität abgestimmt.
Harry says:
Der alte Turm steht mittlerweile recht einsam und frei zugänglich, heute wurde er eingemessen um baubedingte Bewegungen zu beobachten.
Hoffentlich "überlebt" der alte Turm die Unterbauung, die Tiefgarage soll ja zwei Stockwerke unterirdisch drunter angelegt werden und da muß sowohl die Planung wie auch die Ausführung stimmen - es wurden heute auch teure Rissmarken aus Plastik angeklebt, aber ob die den Wehrturm zusammenhalten können ?? Wir wollen es mal hoffen ..... Gruß Harry
Harry edited this comment 3 years ago.
Harry says:
Affensteiner says:
Und jetzt pumpen am heiligen Sonntag, 7. Juni, früh die Bauarbeiter Beton unter den Turm, so dringend ist das jetzt.
Immerhin schaut man nicht tatenlos zu, aber vielleicht hätte man doch vorsorgen können?
Hoffentlich hält es!
Grüße vom Affensteiner
P.S.: hier drei aktuelle Bilder von heute und vom 10. Mai
www.ipernity.com/doc/54938
Affensteiner edited this comment 2 years ago.
frankpro replies:
Affensteiner says:
www.ahnenforschung-bub.de/affenstein.html
Harry says:
Gestern wurden neben dem Turm die letzten Schalbretter gesetzt um das Erdreich abzustützen, der alte "Affensteiner Weg" ist völlig verschwunden (um 20 m nach Norden verlegt) , ebenso die Zäune und Einrichtungen (Hundezwinger, Kontrollstellen, etc.) der US-Army - statt dem "Scherbenhaufen" findet man einen riesigen Berg mit dem Basalt-Steinmaterial und Erde - wie schnell sich doch eine Gegend verändern kann. Wo sich wohl das Wasser-Closett und die restlichen Scherben nun befinden - es ist alles weg!
Gruß Harry
Harry says:
Affensteiner says:
Habe mal zwei aktuelle Bilder aus dem August neben meine älteren Aufnahmen eingestellt. Unverständlich, dass man einen Teil des Bauwerks einfach verschwinden lässt. Ein großer Teil des Zugangs fehlt jetzt. Offenbar hat man das ganz bewusst getan, denn eine rote aufgesprühte Linie markiert noch die Stelle auf der Mauer, ab der man alles weggeräumt hat. Merkwürdige Auffassung von Denkmalschutz.
http://www.ipernity.com/doc/54938/5625853
Im Internet findet sich übrigens auch ein schönes Foto aus dem Juni:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/2449/display/17599896
Dass man vor einigen Monaten die Dachschichten abgetragen hat, die ganz offensichtlich auf den mittelaterlichen Turm aufgesetzt wurden, als man diesen im 19. Jh. zum Eiskeller umgewidmet hat, ist nachvollziehbar, da waren roter Sandstein, Ziegel und Mörtel oder Beton verbaut, die passten nicht zum Rest. Aber jetzt auch Teile des Zugangs wegfallen zu lassen? Der war eindeutig aus dem selben Material wie der Turm, vermutlich auch gleich alt.
Wurde das offizielle Gutachten vom Denkmalschutz eigentlich je veröffenlicht? Findet man es im Internet?
Grüße vom Affensteiner
frankpro replies:
eigentlich hätte ich ganz gerne mal einen befund von einem unabhängigen gutachter; da das denkmalamt eine behörde der stadt frankfurt ist, ist es ja immerhin nicht völlig auszuschließen, daß „höhere“ interessen eine veröffentlichung des „affenstein-gutachtens“ ver- oder zumindest doch behindern. selbst wenn das gutachten zu dem schluß kommen würde „nichts genaues weiß man nicht ... “ würde mich das immer noch weniger frustrieren als das fehlen der zugänglichkeit zu jeglichen ergebnissen. ach ja, ...
grüße zurück, und ich freue mich, daß auch du immer noch an dem thema dranhängst. :^)
frank
Harry says:
1.) Aus Sicherheitsgründen ?? Da konnte sich keiner im Turm (ohne Leiter) aufhalten und so instabil war die Kuppel des "Hoffmann´schen Eiskellers" nun auch wieder nicht - zumindest hätte man die Irrenschloß-Sandsteine liegen lassen können, um die Zweitverwendung in der Zeit der Anstalt zu dokumentieren. Außerdem ist die Baustelle für Unbefugte weiterhin gesperrt.
2.) Oben hatte ich ja schon meine Ängste um den Turm "eingestanden" - das betraff aber zunächst die Gesamtsituation, da der Turm ja noch für die geplante Tiefgarage "unterkellert" wird und eine solche Belastung erfahrungsgemäß kaum von den Erbauern berücksichtigt werden konnte (Im Odenwald ist mal ein kompletter Bergfried weggebrochen - wegen Tieffliegern, die ihre Übungsflüge in nächster Nähe abhalten mußten, die waren im Mittelalter halt noch nicht bekannt....). Vor Ort sind keine Zwingermauer-Reste mehr zu sehen, ob bewußt abgetragen oder zur "Sicherheit" - sie sind verschwunden. Auch sieht man auf Deinen Fotos (7. Juni % 9. August) recht deutlich, daß die Betonpumpe auch unter den Zwingermauern injiziert hatte; es ist nichts abgebrochen - es wurde mit dem Bagger abgeräumt !
3.) Der Turm ist in die Denkmal-Liste eingetragen und somit geschützt - Deine Behauptung, lieber Frank, möchte ich mal mit der Aussage konfrontieren, daß die "wissenschaftliche Diskussion" angeblich noch nicht abgeschloßen sei. (siehe Wikipedia / Affenstein) - unterm Strich heißt das, dass die Uni-Abteilung, weiterhin am Gutachten der Denkmalpflege "zweifelt" und ein "Gegengutachten" vorgelegt hat, was nun im LAfD Hessen für die Verzögerungen sorgt, der Frankfurter Journalist Hermann Wygoda wußte am 15. März noch vom "Expertenstreit" und diesen Verzögerungen zu berichten (http://www.wygodaffm.de/?p=90).
4.) Insgesamt erscheint dieser Uni-Blog - der ja mit der Überschrift "Diskussionsforum" bezeichnet ist - nun rückblickend mehr als verwirrende PR-Aktion, als dass er tatsächlich zum Austausch oder gar zu einer Diskussion geführt hätte. Die Angehörigen des Instituts für Archäologische Wissenschaften, zuständig für den Studiengang „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“, die zunächst vollmundig die Frankfurter Bürger in einer Presse-Erklärung zur öffentlichen Diskussion aufriefen - haben es noch nicht einmal für nötig befunden, Hinweise auf die historischen Erwähnungen des Affensteins ("Frankfurter Chronik vom Jahre 1494 - 1502" - des Kanonicus Rohrbach / Bericht des Stadtbaumeisters Carl Wolff in "Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main" (1898)) wahrzunehmen oder zu kommentieren, geschweige denn zu "diskutieren"....
5.) Ebenso erging es dem Hinweis auf die, bereits von Georg Wolff am Anfang des letzten Jahrhunderts festgestellte, wichtige Römerstraße vom römischen Hauptort Nida (Heddernheim) zum Frankfurter Domhügel. Besonders "peinlich", in meinen Augen dem eigenen Auftrag widersprechend und damit mehr als enttäuschend, erscheint mir persönlich hier der Umstand, daß dieser Studiengang sich für die römischen Forschungen verantwortlich zeichnet - unterm Strich aber weder den Verlauf dieser (mittelalterlich weiterbenutzten) Römerstraße über das (eigene) Uni-Gelände wahrnehmen möchte, noch den nötigen Schutz für dieses historische Bodendenkmal fordert. Nun stehen die "schönen neuen" Hörsäle als "Tatsache" und die letzen römischen Spuren sind weggebaggert oder zumindest dauerhaft zubetoniert. Enttäuschend für eine wissenschaftliche Institution und - mehr noch - wie der Weg eines archäologischen Befundes zu (k)einem Ergebnis führt.
Aber auch ich freue mich, daß zumindest hier das Thema nicht stillsteht - deshalb an Euch die besten Grüße ! Harry
frankpro replies:
am „affenstein“-artikel-entwurf auf meinen wikipedia-benutzerseiten werde ich solange nichts mehr ändern bis mir gesicherte, zitierfähige erkenntnisse zugänglich sind. ja, die warterei darauf empfinde ich als frustrierend; doch zum glück habe ich noch andere interessengebiete, auf denen ich mich hier und in der wikipedia „austoben“ kann – ohne auf gutachten von behörden angewiesen zu sein.
grüße, frank
Affensteiner replies:
wo habe ich denn etwas von "Sicherheitsgründen" gesagt? Auch für mich wäre eine Konservierung aller historischen Bauteile sinnvoll, besonders schlimm finde ich aber den Abriss der vermutlich mittelaterlichen Teile.
Gruß vom
Affensteiner
Harry says:
Aber um Dir persönlich keinen weiteren "Wiki-Stress" zu bereiten - halte ich sie hier dann heraus.
Wenn nun schon eine Warte den Raum um das "Affensteiner Feld" VOR dem Bau der Frankfurter Landwehr überwacht hat - ist es schon notwendig, das damalige Wegenetz zu betrachten - hier möchte ich auf die schöne Karte von Professor Doktor Eduard Pelissier (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Frankfurt_Am_Main-Kuehhornshof-Karte-Pelissier.jpg) verweisen, die ja auch in "Deinen" Kühhornshof-Artikel von Doenertier82 so freundlich eingestellt wurde.
Hier sind die mittelalterlichen Straßenverbindungen innerhalb der Landwehr gut nachzuvollziehen und der Affensteiner Weg - als uralte West/Ost-Verbindung von Bockenheim nach Bornheim - noch deutlich zu erkennen; heute ist er verlegt und die LKWs fahren darauf in die Baugrube.
In Deinem "Affenstein-Artikel" ist ja nun seit fast einem Jahr (außer ein paar Cola- und Bier-Dosen) nichts mehr eingetragen worden - ich möchte hier nicht in die allg. WIKI-Diskussion einsteigen - aber es ist schon sehr bezeichnend und mAn mehr als beschämend für Deine hervorragende Recherche und Artikel-Arbeit, daß aufgrund gewisser Taktiken (sowohl in WIKI als auch in der öffentlichen Diskussion) eine Blockade um das Thema dieses Blogs entstanden ist. Du brauchst Dich ebenso wenig über "Behörden" ärgern - die hier zuständige Fachbehörde hat sich in eindeutiger Weise geäußert und auch öffentlich (z.B. am Tag des Denkmals 2008) zur Diskussion gestellt. Auch vom Landesamt für Denkmalpflege wird der Turm als Denkmal bezeichnet (http://www.denkmalpflege-hessen.de/Tag_des_offenen_Denkmals/Pressefahrten/Ausgrabung_Affenstein/ausgrabung_affenstein.html )
Aber auch ich "warte" auf das Einstellen des Artikels - aber Du solltest die "Schuld" bzw. den Grund Deines ärgerliches Warten nicht an der falschen Stelle suchen - die "Verlagerung der Diskussion" am 17. Sept.2008 (!) kannst Du ja noch nachlesen - und was in der Uni-Diskussion dann tatsächlich "diskutiert" wurde - habe ich ja oben schon beschrieben.
Heute war ich nochmal am Affenstein, nun sind die Basaltschichten runter bis auf den sandigen Untergrund weggebagggert und dem einsamen Turm-Rest gegenüber beginnen die Bauarbeiter bereits mit den Armierungen für´s Beton-Fundament - was mit dem Turm (und auch Deinem WIKI-Beitrag) weiter geschieht, bleibt ungeklärt und weiterhin "blockiert". Entschuldige bitte, wenn ich meiner Verärgerung hier Ausdruck verleihe - aber man sollte schon einem Denkmal etwas mehr Beachtung schenken dürfen - Ich wünsche einen Euch einen kühlen Ort in diesen Tagen - Harry
Harry says:
Frankfurter Neue Presse vom 26.8.2009 - http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6441818.de.htm Gruß Harry
Affensteiner says:
die FR hat es am 17.9.2009 zuerst gelöst:
"Vom Eiskeller zum Bibliotheksmobiliar"
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/campus/?em_cnt=1952697&ebenfalls FNP am
dann auch ausführlicher die FNP am 26.10.2009
"Rätsel des Affensteins gelöst"
http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6743971.de.htm
Frau Hampel vom Denkmalschutz bestätigt die These vom mittelalterlichen Turm
und erkennt sogar eine weitere Zwischennutzung als Windmühle (holländische Bauart)!
Das war also lange vor dem Eiskeller, der ja unstrittig ist.
Tja Geschichte und Archäologie ist eben oft komplizierter als man denkt.
Und derweil ist die Ruine unter einer Plane und zwischen Betonguß verschwunden, der Universitätsbau wächst so langsam über sie hinaus.
Lieber Frank,
jetzt ist es also wohl endlich an der Zeit, den Wikipedia-Artikel zu vervollständigen. Danke schon mal im voraus.
Grüße vom Affensteiner
Affensteiner edited this comment 2 years ago.
frankpro replies:
lieber affensteiner, herzlichen dank an dich für die gute neuigkeit, für die beiden weblinks und dafür, daß du „drangeblieben“ bist; dann werde ich mich in den kommenden tagen mal daran machen, den wikipedia-artikel über den affenstein zur veröffentlichungsreife zu bringen. wer mitmachen mag ist herzlich willkommen! hier nocheinmal der link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Frank_Behnsen/Affenstein_(Wartturm)
herzliche grüße zurück, frank
Harry says:
schön, daß Ihr "dran" geblieben seid - in der Wikipedia hatte ich bereits von der Veranstaltung in der Uni berichtet - zur Info hier nochmals zitiert / hierher kopiert :
Im Rahmen einer Vortragsreihe der Uni Frankfurt wurde ja neulich das Thema wieder aufgegriffen - hier zeigte sich allerdings, auch in der anschließenden Diskussion, dass zum Thema keine neuen Argumente vorgebracht werden konnten und die Beurteilung der Denkmal-Behörden nicht zur Kenntnis genommen wurden. Die, ebenfalls anwesende, Frankfurter Denkmalpflege hat dann nochmals die neuen Ergebnisse vorgestellt und das eingeschlagene Verfahren verteidigt. Im Wesentlichen entspricht die aktuelle Einschätzung den Berichten in der lokalen Presse. Hier sollte noch der Artikel um die weiteren urkundlichen Nennungen ergänzt werden. Die Fach-Diskussion scheint damit abgeschlossen - nachdem sich auch der Uni-Blog als offensichtliche PR-Maßnahme entlarvt hat. Deshalb ist es mehr als begrüßenswert, dass die Relevanz des Artikels bzw. dieses Baudenkmals insgesamt erkannt und eine Löschung nicht notwendig wurde.
Neue Argumente, die noch im Januar 2009 im Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden angekündigt wurden, werden kaum erwartet - der Uni-Blog ist seit diesem Zeitpunkt / seit einem Jahr verwaist....
Der Affenstein ist ins Denkmalbuch eingetragen, somit unter Schutz gestellt und der Fund in den 2009 erschienenen Fund und Grabungsberichten der Archäologie in Frankfurt am Main 2002 bis 2006 als FFM181 erwahnt - allerdings war die Einschätzung der Denkmalpflege zum Zeitpunkt der Drucklegung noch recht spekulativ, damals war der Turm noch nicht freigelegt und lediglich der obere Beton-Aufsatz und die Backstein-Kuppel waren zu diesem Zeitpunkt sichtbar: Allerdings sind die Öffnungen nur klein und geben keinen Hinweis auf Ausmaße und innere Struktur, wie auch die Umrisse insgesamt schwer abzuschätzen sind, da der Hügel einen dichten Baumbestand hat.
Der Wikipedia-Artikel ist imho mehr als überfällig - wurde aber bisher verhindert. Auch aus eben diesem Grund kann ich momentan nur Beiträge beisteuern - würde mich freuen, wenn ich Dich Frank bei der Fertig-Stellung/Artikel-Einstellung in jeder gewünschten Weise unterstützen dürfte ! Mit bestem Gruß ! Harry
Harry says:
Hier zu Eurer Info noch zwei Links zu neue(re)n Presse-Artikel:
Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/rhein-main/und-mittendrin-das-mittelalter/-/1472796/4452854/-/index.htm
Frankfurter Neue Presse: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/geisteswissenschaftler-studieren-am-affenstein_rmn01.c.7937616.de.html - mit Foto-Montage der geplanten Situation (Müller/Reimann-Architekten) - Grüße zum WE ! Harry
Affensteiner says:
hatte unser Thema fast schon wieder vergessen.
Da man den Artikel der FNP dort nicht mehr findet,
hier ein Link auf die Datenbank des Artikelautors:
http://www.wygodaffm.de/?cat=5
da ist die Animation auch drin.
Interessant, dass es wohl eine weitere Zwischennutzung
des Turms als Windmühle gab.
Gruß vom Affensteiner
Affensteiner says:
"Bibliothek des Vergessens: Haltbarkeit garantiert! Das Irrenschloss am Campus." Im Bibliothekszentrum der Uni, Q1, 1. Stock. Installation zeigt ein paar der im Turm gefundenen Bruchstücke, wie Bettpfannen, Zahnbürsten, Essgeschirr, Kämme. Täglich 18-21 Uhr, aber nur bis 27. April 2012:
www.ub.uni-frankfurt.de/aktuell.html#vergessen
auch ein paar historische Fotos vom Gelände.
Gruß
Affensteiner
frankpro replies: