Heute (bzw. bereits am 10.12.) nahm meine Katze Noisy Abschied von dieser Welt, sie befindet sich jetzt in einer neuen, anderen Welt, eine Welt ohne Krebs, ohne Hunger und ohne Schmerzen.
Noisy, lass dir gesagt sein, du warst eine besondere Katze. Du halfst mir nicht nur über die Trauerphase hinweg, die ich nach dem Tod meines ersten Kater Pauly hatte (seinerseits der erste Braun-Weiße Siamkater mit Befugnis auf die Menschentoilette zu gehen), nein, du hast auch den zunächst etwas störrischen Kater erzogen, den ich dir eines Tages, ohne dich vorher um deine Erlaubnis zu fragen vor die Nase gesetzt habe. Du hast mich begrüsst, wenn ich abends nach Hause kam oder mich mit Mauen verabschiedet, als ich die Wohnungstür hinter mir verschloß.
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| Israel Kamakawiwo'ole - Somewh… |
Als sie es dann, vollkommen abgemagert und praktisch nur noch Haut und Knochen, dieses Wochenende nicht mehr schaffte in ihr selbstgebautes Futonbed (na gut, es war ein zwischen zwei Seilen gespanntes Futonkissen) zu springen, in welchem sie so gerne schlief, entschloss ich mich, mit ihr ein letztes Mal zum Tierarzt zu gehen, den sie in der letzten Zeit regelmäßiger sah, um sie in eine neue Sphäre zu verhelfen, da dieses offenbar ihr Wunsch war.
Dieses kraftlose, erschöpfte Wesen kätzischer Ausformung verabschiedete sich auf ihre ganz eigene Art von mir- sie krabbelte die letzten beiden Nächte das erste Mal überhaupt unter meine Bettdecke, da ahnte ich, dass das das letzte Wochenende sein würde, welches ich mit ihr erleben würde.
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| The definitely last photo of m… |
Das Blutbild, welches heute beim TA genommen wurde, ließ keine weiteren Entscheidungen zu, als die, ihr in Zukunft ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen - diesen Gefallen tat ich ihr dann.
Gerade jetzt stehe ich vor dem unheimlichen Glück, meine Trauer mit einem anderen Kater teilen zu können und nicht plötzlich (wieder) komplett ohne tierischen Begleiter dazustehen, denn bereits kurz nach Noisys Einzug leistete ihr, wie gerade geschrieben, ein zu ihr passender Kater Gesellschaft. Naja, was halt so als passend erwartet wird, denn anfangs gabs schon hin und wieder mal Zoff zwischen den vielen Phasen, in denen die beiden zusammen schliefen, aber Noisy hat Rocky da diesbezüglich ganz gut erzogen…. Mitlerweile hatten die beiden sich aber ausgesprochen gut verstanden, wenngleich dieses dann auch mal so aussah, dass sie sich einfach nur ignoriert haben, aber das war in jedem Fall eine Verbesserung zum anfänglichem rumgehacke. Teilweise haben sie zuletzt sogar zusammen geschlafen, so sehr haben sie sich ignorieren können. ;-)
Nunja, der Umstand, dass da jetzt noch eine weitere kätzerische Lebensform in meiner Wohnung lebt, erleichtert mir die Sache mit Noisys Tod deutlich. Der Kater nimmt jetzt gerade von ihr Abschied, er sitzt neben ihr und schnüffelt, hin und wieder von einem fragendem Mauen unterbrochen an ihr herum, ich denke, ich werde ihm die kommende Nacht die Balkontür offenlassen, um ihm die Zeit zu geben, die er nun seinerseits benötigt- die momentanen Temperaturen kommen mir diesbezüglich entgegen.
Jetzt, wo ich das hier schreibe (in der Nacht, nachdem sie eingeschläfert wurde), geht es mir erstaunlich gut. Na gut, ich kann nicht einschlafen. Aber ich hatte genug Zeit, von ihr Abschied zu nehmen, und konnte mich gut auf den Tag vorbereiten, an dem es ihr offenkundig nicht mehr gut genug ging, um ein katzengerechtes Leben führen zu können - was auch das herumspringen einschließt. Glücklicherweise ging es ihr bis gestern ausgesprochen gut- so das ihre Leidenszeit, die sie auch als solches wahr nahm, eine kurze war.
Noisy hatte zwar mit ihren knapp sechs Jahren (geboren wurde sie am 20.03.02) nur ein verhältnismäßig kurzes Katzenleben, aber es war hoffentlich ein Gutes, zuletzt sogar noch eines mit ein bischen Freilust auf dem neuen Südseiten - Balkon.
Morgen wird sie dann an ihren neuen Wohnort ziehen, inmitten einer schönen, duftenden Wiese mit schattenspendendem Baum.
Tschüß Noisy - und grüß mir Pauly von mir.
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nochjemand says:
Du scheinst die Sache auch logisch zu sehen, es musste so sein und du hast dem Tier damit einen Gafallen getan.
Herzliches Beileid.
Martin
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Kiezkicker pro replies:
Natürlich. Ich habe ja gesehen, dass es ihr im letzten halben Jahr zunehmend schlechter ging. Meine Aufgabe in ihrem Leben war es einfach, ihr diese Zeit möglichst angenehm zu machen, und sei es, indem ich ihr mal eine Kartoffel extra kochte oder ein Stück "Spezial-Katzenfrikadelle" versehentlich fallen liess, und sie gelegentlich dem Tierarzt vorstellig werden zu lassen, der sich um den gesundheitlichen Faktor kümmerte.
Das Problem, dass mir die Katze durch diese vielen Leckereien zu sehr aufgeht, stellte sich ohnehin eher nicht, eher galt es, das weitere in sich zusammenschrumpfen zu verlangsamen. Das da irgendwann dann trotzdem ein Schlußstrich zu ziehen sein wird, war mir seit langem klar, es galt halt, den passenden Zeitpunkt zu wählen (den sie mir aber dankenswerterweise recht deutlich durch ihr unter die Bettdecke krabbeln anzeigte. Das sie kurz darauf dann nicht mehr ins Bett springen konnte, machte es dann nur noch deutlicher).
Das war insofern anders als beim Tod meines ersten Katers (Pauly), der fiel von einem auf den anderen Tag einfach mit Krämpfen um, die sich im folgenden dann als akutes Nierenversagen herausstellte (von dem ich zuvor nichts bemerkt hatte).
So gesehen hatte ich ein gutes halbes Jahr Zeit, mich einerseits von meiner Katze zu verabschieden, und ihr andererseits das restliche Leben möglichst königlich zu gestalten. So gesehen war ihr Tod zwar einerseits etwas sehr trauriges, aber andererseits auch eine beidseitige Erlösung, für sie, weil sie nun keine Schmerzen mehr hat, und für mich, dass ich weiß, dass sie diese Schmerzen eben nur sehr kurzzeitig erlitt, weil sie halt sehr intensiv durch mich und den Tierarzt beobachtet wurde.
Letztlich wars also nur das voraussehbare Ende einer längeren Geschichte, auf das ich mich hinreichend vorbereitet hatte/ konnte. Danke für deinen Kommentar.
nochjemand replies:
Einfacher ist es halt auch, wenn wie bei deiner Katze der Tod absehbar ist. Ich hab hier nen uralten Hund, der auch mit riesigen Schritten näher ans Ende tritt. Darauf kann man sich ein wenig vorbereiten, emotional treffen wird es einen aber wohl immer.
However, beeindruckender Blogeintrag von dir!
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matteskoeln pro says:
Von 1992 bis 2007.
Naja, ich könnte noch mehr über Gigi schreiben (der Name stammt aus dem Film "Momo" von Michael Ende und ist eigentlich ein italienischer Männername), aber da würde den Rahmen sprengen und würde nich hier her passen.
Unten einige Foto von ihr.
Und eines der letzten Fotos vor Ihrem Tod nach einem Herzinfarkt im April 2007
matteskoeln edited this comment 9 months ago.
Ricarda pro says:
Egal, wie sehr man sich auf so einen Tag vorbereitet kann, er kommt immer unerwartet, ungewollt und hinterlässt ein großes Loch. Danach ist das Leben nicht mehr wie es vorher war. Dieses Loch lässt sich nicht füllen, aber man lernt mit der Zeit, mit diesem Loch zu leben.
Aber glaub mir, du hast das richtige getan und Noisy wird dir, egal wo sie nun ist und zu dir herab schaut, dankbar sein, dass sie nun keine Schmerzen mehr hat.
Kümmer dich jetzt viel um Rocky, der spürt den Verlust auch und vielleicht seit ihr dann irgendwann soweit, Rocky wieder kätzische Gesellschaft zu geben. Nicht um Noisy zu ersetzen, denn das kann niemand, sondern um ihm ein bisschen die Einsamkeit zu nehmen.
Aber trotzdem, nimm dir die Trauerzeit, die du brauchst. Ich weiß, wie sehr man an so einem Tier hängt.
Ich bin in Gedanken bei euch!
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'_.-!Ano!-._' says:
Kiezkicker pro replies:
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