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Vielfalt macht Spaß!

Wednesday October 8, 2008 at 03:38PM

Die Idee entstand vor einiger Zeit bei der Zeitungslektüre: Schülerinnen und Schüler aus dem Westen, so stand zu lesen, haben Vorurteile gegenüber einem Studium in Dresden. Weil die Leute hier so merkwürdig sprechen (nu!), weil sie angeblich Ausländer nicht mögen.

Als jemand, der aus dem Westen kommt und seit 18 Jahren in Dresden lebt, merkt man da auf: Eigentlich reden die Menschen hier doch verständlich - verständlicher gar als manch andere (die ja auch schmunzelnd-selbstbewusst bekennen, alles zu können - außer hochdeutsch). Und Ausländer sind hier Kommilitonen, Partner und Freunde, auch wenn es schlagzeilenträchtige Ausnahmen gab.

Die Idee war: Ausländerfreundlichkeit zu zeigen. Ein Wort, dass es so kaum in den Zeitungen gibt (steht es eigentlich im Duden? Und warum nicht?). Mitstreiter waren schnell gefunden: Jens Bemme, während der Drehzeit zum Film im Marketing der TU Dresden beschäftigt. Juliane Terpe, Chefin des Kulturteams im akademischen Auslandsamt der TU Dresden als Kontaktfrau zu den ausländischen Studentinnen und Studenten, die im Film auftreten. Silke Scheerer, die mit mir zusammen die DFG-Science-TV-Filme für den SFB 528 gedreht hat. Und Robert Schymiczek aka Zorknemesis, der in der letzten Phase des Projekts als kreativer Filmemacher das Vorhaben mit dem nötigen Fertigungs-Schub versah.

Oh, und dann natürlich die Hauptpersonen im Film (Nebenrollen gab's keine ;-)! Vor und im Beyer-Bau spielten sie fast wie Profis ihre Rollen: In der Heimatsprache stellten sie sich vor, auf deutsch sagten sie, was sie an der TU Dresden umtreibt. Was die MItglieder des Laienteams von Profis unterschied: Sie waren herzerfrischend unkompliziert, wiederholten ihren Text für andere Kameraeinstellungen immer wieder - und sie lachten, lachten, lachten!

Ja: Es hat Spaß gemacht - und die bunte Vielfalt der Sprachen und Lebensbiographien kumulierte dann doch im italienisch-deutsch-englischen Mittagsvergnügen nach dem Dreh: Es gab Pizza und Gespräche!

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14 Comments / add your comment?

KaDDie says:
Sehr schön!!! (Und ich kenn sogar welche...)
Muss mal dazu sagen, dass ich lustigerweise insgesamt mehr Leute aus dem Westen an der TU kennengelernt habe...
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Marcelpro says:
Ein hübscher kurzer Film. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Schülerinnen und Schüler aus Westdeutschland sich in benanntem Zeitungsartikel wirklich zu den wahren Gründen bekannt haben. Es scheint mir seltsam, das - mal übertrieben interpretiert - Wert auf einen hohen Ausländeranteil und gute Integration der verschiedenen Kulturen gelegt wird. Soweit ich weiß, ist der Drang doch in Westdeutschland auch nicht sonderlich hoch, jene Schulen zu besuchen, die durch kulturelle Vielfalt und Schüler aus aller Herren Ländern hervorstechen. Oder fühlen sich die westdt. Schüler selbst als Ausländer in Sachsen? Glaube ich eher weniger. Vielleicht liegt es doch am geringeren "Statusfaktor", der weiten Entfernung, der Unkenntnis über die schöne Stadt, ...
Oder sehe ich da was falsch?

Viele Westdeutsche, die es aus allerlei Gründen ins hiesige Weimar verschlagen hat (im Falle der Studenten wohl vor allem wegen billiger Wohnräume, geringer Lebenshaltungskosten - wenn ich mal von den Spezialisten aus Asien absehe, die wegen des Musikstudiums hier sind), scheinen sich recht wohl zu fühlen. Wenn sie natürlich auch häufig später wieder der Arbeit hinterherziehen. Vielleicht sollte man in einem zweiten Film mal die befragen, die den Sprung "gewagt" haben?
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Marcel edited this comment 13 months ago.
stip replies:
weitgehend zustimmung - und die idee für den folgefilm ist aufgegriffen!
ich glaube nicht, dass jemand übertrioeben hohen "Wert auf einen hohen Ausländeranteil und gute Integration der verschiedenen Kulturen" legt. das verhältnis sollte nur entspannt sein und nicht angespannt. mir (uns) war es wichtig, einmal zu zeigen, dass ausländerfreundlichkeit etwas normales ist - und dass man mit der normalität sich durchaus auch einmal zu worte (zu bilde) melden darf!

--
Seen in my account recent activity (?)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
widdersonpro says:
eine Freundin von mir ist in den frühen 90ern ihrem beruftstätigen (West-)Mann nach Leipzig gefolgt und hat dort Kunstgeschichte und Archäologie studiert.
DREI Studierende auf einen Prof., gemütliche Lehrstunden in dessen Arbeitszimmer. Sie schwärmt noch heute davon (inzwischen Galeristin in Düsseldorf ....)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
stip replies:
die weit besseren studienverhältnisse haben wir auch - die relation der studierenden und lehrenden bauingenieure ist bestens, deren verhältnis miteinander und untereinander auch. achlich-fachlich ist das vielen auch klar - aber sie kommen eben nicht, weil sie die genannten vorurteile haben (das ergeben auch umfragen der studenten, die andernorts gefragt haben, warum die leute nicht nach dd gekommen sind).
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
rob_visual says:
Habe mir den Film auch gerade angeschaut und finde ihn klasse. Vielleicht sollte mal in Zukunft mehr Licht ins Dunkel der Hochschulen gebracht werden. Da liegt doch der Auftrag. Die Menschen richtig zu informieren. Damit Vorurteile gar nicht erst entstehen. Das Wort "Ausländerfreundlichkeit" sollten eine Zeit lang mal alle Blogger verwenden, damit es bei Google ganz oben auftaucht. Das gäbe vielleicht einen Wirbel ;-)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
stip replies:
Das Wort "Ausländerfreundlichkeit" sollten eine Zeit lang mal alle Blogger verwenden, damit es bei Google ganz oben auftaucht.
Super-Idee. Mal sehen, ob unser kleines virales Wirken Wirkung zeigt :-)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
Dafuer wuensche ich euch viel Glueck - der Film ist sehr beeindruckend!
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Habe ich etwas übersehen? Wo kann man den Film ansehen?
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
lichtundschattenpro says:
Schon gut...habs gefunden. Ist wohl etwas spät, ich gucke ihn morgen an. ;-)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Torsten D-P says:
Von der Inspiration durch eine Zeitungsmeldung zu solch einem Film - Hut ab! Die Idee finde ich klasse, vor allem, weil es in der Umsetzung um viel mehr geht, als um das (abgedroschene) Ost-West Problem! Habe mal "gegoogled" Ausländerfreundlichkeit = 16.300 Treffer, Ausländerfeindlichkeit = 198.000 Treffer - das sagt alles....
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
jeb replies:
Freundliche Ausländer gibt es überall. Und von unfreundlichen Inländern sollten wir uns nicht die Laune, das Leben und die nähere Umgebung verderben lassen. Den Film zu drehen war ein großer Spaß! Wir sollten das jedes Jahr wiederholen. :-) Und zu beobachten, wie solche Impulse Wahrnehmung verändern finde ich unglaublich spannend.
Drum schnell noch die Konjugation gelernt: 1. Ich bin ein freundlicher Ausländer. 2. Du bist ein freundlicher Äusländer. 3. Er ist auch ein freundlicher Ausländer. Wir sind freundliche Ausländer. Ihr seid ja auch freundliche Ausländer. Und Sie sind alle auch und erst recht freundliche Äusländer. :-)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Studentenstiftung Dresden says:
Wer Freunde hat ist klar im Vorteil.
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )
Curlgirl says:
Für einige aus Westdeutschland scheinen ja die Ostdeutschen selber auch sowas wie Ausländer zu sein...immer noch.
Ein gelungener Film, Fortsetzung folgt (hoffentlich)
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )

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