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Erste Erfahrungen mit der FZ50

Thursday August 9, 2007 at 04:53PM

Nach vier Wochen mit der FZ50 ist es Zeit für ein erstes, sehr vorsichtiges Resmuee. Eins vorweg: Ich nutze die Kamera weiterhin meist mit den Standarteinstellungen, ausser, dass ich die Noise Reduction auf "low" gesetzt habe. Alle anderen Einstellungen sind ab Werk, aber ich nutze natürlich auch die manuelle Blenden/Zeit Einstellung.

Die Ergebnisse sind, bisher, etwas widersprüchlich. Einerseits liefert die Kamera brillante Fotos bei höchster Auflösung. Aus 10 MP kann man, wenn ein wenig rumfummelt, schon Fotos rausziehen, die eine halbe Wand bedecken könnten und trotzdem noch einigermaßen scharf sind. Aber das gilt nach meinen ersten Erfahrungen aber nur, wenn a) keine Vorsatzobjektive wie ein Weitwinkel nutzt und b) immer schön mit Neat Image Pro arbeitet. Denn die FZ50 hat ein Problem Rauschproblem und das schon, je nach Licht, ab 100 ISO. Man muss sich schon ein wenig mit einem Rauschunterdrückungsprogramm beschäftigen, will man klare Ergebnisse haben. Aber selbst dann kann es einem passieren, dass man kräftige Artefakte bei 100% Auflösung auf dem Bildschirm sieht. Komischerweise gilt das aber nicht immer. Wenn die Lichtverhältnisse klar und eindeutig sind, also keine großen Schatten oder Lichtunterschiede im Bild auftauchen, dann sind die Bilder nicht sehr viel schlechter als die, die meine Freundin mit ihrer 400D macht, was für eine Superzoomkamera schon ein mehr als respektables Ergebnis ist.

Ich bin noch nicht so richtig durchgestiegen, was den Bilder hilft. Eine kurze Belichtung bei einer Blende zwischen 5 und 3, oder einer längere, bei Blenden über acht. Da muss ich noch rumprobieren. Manche Aufnahmen bei sehr starken Tageslicht wirken ab und an zu dunkel, weil der Sensor nicht so recht weiß, was ich gerade richtig belichtet haben will. Ich habe schon mehrfach festgestellt, dass man hier und da den Hintergrund überblichten muss, will man den Vordergrund in einem vernünftigen Licht haben.

Geradzu erschreckend groß ist der Qualitätsunterschied der Aufnahmen, wenn ein Vorsatzobjektiv verwendet. Beim Tele habe ich das noch nicht ausprobiert, aber mit dem Weitwinkel habe ich schon etliche Aufnahmen gemacht. Mal abgesehen von den sehr unscharfen und verzerrten Ecken ist vor allem bei schlechten oder diffusen Lichtverhältnissen kaum ein gutes Bild zu machen. Der Hintergrund verschwindet selbst bei maximaler Blende in einem Meer aus Unschärfe und Artefakten, die man nur mit großer Mühe einigermaßen raus bekommt. Das muss in diesem Fall aber nicht an der Kamera liegen, sondern kann auch an meinem Weitwinkel hängen, dass ich von Sony habe und noch von der H1 stammt. Der sichtbare Lichtverlust ist jedenfalls so enorm, dass ich mich dazu entschlossen, auf das Weitwinkel in Zukunft lieber zu verzichten. Muss ich halt mit dem 35 mm leben, die die FZ50 liefert.

Ich bin mir bewußt, dass ich die Fähigkeiten der Kamera erst zu einem Teil verstehe und nutze und komme daher auch mal zum positiven Teil. Die RAW Funktion habe ich noch gar nicht genutzt, da ich erstmal verstehen wollte, wie die Kamera mit jpgs umgeht. Ich weiß aber aus den vielen Testberichten und Userkritiken, dass der RAW Modus das Rauschproblem etwas abmildert. Da muss ich noch viel lernen. Ich tendiere mittlerweile dazu, die Schärfe von "normal" auf "high" zu setzen, weil die Kamera dann meist etwas klarere Bilder liefert. Da muss ich aber noch ausprobieren, wann genau das Sinn macht.

Sehr positiv aufgefallen ist mir die Lebensdauer der Batterie. Selbst mit ein paar geblitzen Bildern, der AF Lampe, viel rumprobieren, angeschalteten LCD, Bilderbetrachtung im Monitor und lange Einschaltzeiten, schafft der Akku deutlich über 300 Bilder. Das reicht locker für einen Tag und einen Ersatzakku habe ich immer dabei. Das Handling der Kamera ist trotz der Grösse phantastisch. Mit den beiden Scrollrädern lassen sich Belichtung und Blende sehr schnell einstellen, der Zoom, den man nur per Hand bedienen kann, ist ebenfalls schön und einfach zu bedienen. Der Markomodus ist sehr gut, die Bildqualität selbst bei maximalen Zoom ist ebenfalls überraschend gut, auch wenn die Kamera da schon mal, je nach Lichtverhältnissen, etwas "schmiert". Eine Kleinigkeit, die mir dann gerade noch auf der Negativseite einfällt: Bei Dateigrößen der jpgs von rund 4MB ist der USB 1.1 Anschluss ein Witz. RAW Bilder haben locker 20 MB. Da wird das Runterladen zur Geduldsprobe.

Dafür ist er Blitz wirklich gut. Er macht in dunklen Räumen klare und sehr scharfe Fotos, ohne dass man das Gefühl bekommt, die Bilder seinen "überblitzt". Auch die Menüführung ist in Ordnung. Die wichtigsten Funktionen kann man mit zwei Klicks erreichen, der Rest erklärt sich auch von selbst. Die eingebauten Programme habe ich noch nicht genutzt und warum die Kamera gleich zwei Programme für Fotos von Babys besitzt, habe ich auch noch nicht so ganz verstanden.

Geradzu phantastisch ist die Bildstabilisierung. Mit einer ruhigen Hand gelingen selbst Bilder mit einer Belichtungszeit von einer knappen Sekunde.

Deutlich ist allerdings, dass die Superzoomkameras zurzeit am Ende der Entwicklungstange angelangt sind. Das Problem ist dabei nicht der Zoom. Das Leica Objektiv der FZ50 ist wirklich phantastisch. Das Problem ist der Sensor und das Rennen nach immer mehr MP. 10 MP sind einfach das Ende der Fahnenstange. Mehr geht nicht im Moment nicht, weil das Bildrauschen immer größer wird, je mehr Pixel sich um die nicht größer werdende Verfügbarkeit von Licht auf dem Sensor prügeln. Die Hersteller versuchen das Problem im Moment nicht mit größeren Sensoren, sondern mit der Software zu regeln. Da gibt es gute Ansätze, wie bei der S5 und schlechte wie bei der H9. Die FZ50 liegt da knapp hinter der Canon, aber wie schon erwähnt muss man die Bilder, will man sie wirklich groß ziehen, noch deutlich bearbeiten. Ich bin weiterhin der Meinung, dass die FZ50 zurzeit die beste Superzoomkamera ist, die man auf dem Markt bekommen kann, aber sie hat eben auch ihre deutlichen Schwächen. Will man die nicht haben, bleibt einem nichts anderes übrig, als eine DSLR zu kaufen.

Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich mir die Kamera wieder kaufen würde, müsste ich mit einen "Jein" antworten. Es ist zu früh um klar "Ja" oder "Nein" zu sagen. Das Rauschverhalten stört mich schon, weil das Rausfiltern auch immer bedeutet, dass man etwas an Tiefenschärfe verliert. Aber manche Bilder haben mich derart vom Hocker gehauen, dass ich alles andere sofort wieder vergessen habe. Auch dass man bis zu 60 Sekunden belichten kann, und die Bilder außerordentlich gut sind, ist ein riesiges Plus der Kamera. Aber auf der anderen Seite würde ich jedem, der eine Superzoom Kamera kaufen möchte, dringend empfehlen sich zusätzlich entweder die Canon S3 oder die Sony H5 genauer anzuschauen. Die gibt bei Ebay mittlerweile für unter 300 Euro und die fehlenden Megapixel fallen so stark nicht auf.

Naja, ich habe bei der H1 rund ein Jahr gebraucht, um deren Leistungsfähigkeit kennen zu lernen und an deren Grenzen zu stossen. Das wird mit der FZ50 nicht anders sein.

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5 Comments / add your comment?

Michael B.pro says:
mmm. Die bauen Klasse Kameras mit Superlinsen. Mit meiner FZ8 bin ich auch erst zufrieden, seit ich RAW fotografiere und mit dem mitgelieferten Silkypix nachbearbeite. Da hat man einfach mehr Reserve. Übrigens: auch mit einer SLR muss man, nach meiner Erfahrung, oft nacharbeiten, um das zu bekommen, was man eigentlich haben wollte.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
morgenland says:
Guter Bericht (!) und .. was soll ich sagen: Ich mache ähnliche Erfahrungen mit meiner S9600. Es sind natürlich nicht dieselben Details, die mir auffallen, aber es gibt Lernbedarf und dieser Lernbedarf scheint vor allem durch Erfahren statt zu finden. Meiner Erfahrung nach funktioniert das Kombinieren à la "ich mache das und dann jenes und dann müsste dieses passieren" eher selten. Es gibt auch noch weiter Aspekte in Deinem Bericht, die ich mittlerweile ebenfalls erfahren habe. Ein Beispiel: Aus meiner Sicht war es die richtige Entscheidung, mich für eine Kamera zu entscheiden, die bis auf 28mm nach unten reicht. Die 400mm+ brauche ich eigentlich nie. Dafür musste ich auf eine Bildstabilisierung verzichten. Auch hier gilt: Ich kann gut damit leben und wurde während der ersten gut 3000 Bilder darin bestätigt, dass die Bildstabilisierung für mich entbehrlich ist.

Ich will noch einen weiteren Aspekt anfügen, den es zu bedenken gilt, wenn man DLSR's mit Prosumern vergleicht: Die DSLR's mögen schlussendlich an manchen Stellen noch bessere Ergebnisse bringen. Aber selbst wenn ich den finanziellen Aspekt vollkommen ausser Acht lasse, bleibt mir noch das Argument, dass ich nur eine einzige Kamera herumtragen muss. Ich habe keine dicke Tasche und auch sonst keine "Sekundär-Ausrüstung" zu schleppen. Und mit dieser Beweglichkeit nehme ich die Kamera auch dann mit, wenn ich eine dicke "Spiegelreflextasche" sicher zuhause lassen würde.

Ein Ende will ich den Aspekt des Lernens nocheinmal unterstreichen: Auch ich habe schon nach wenigen Tagen gewusst, dass mir da ein interessanter "Lehrpfad" bevorsteht, den ich nur allzu gerne gehen will. Wann ich an seinem Ende bin? Keine Ahnung. Ist das wichtig? Ich erziele auch jetzt schon manchmal Bilder, die umsetzen, was ich aufnehmen will. Darüber hinaus habe ich noch viel Potential nach oben ;-). Ich wünsche Dir noch viel Spass mit Deiner FZ50 und sende Dir liebe Grüsse nach Berlin :-). Ciao, Markus
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Barbara Fischer says:
Meine Empfehlung wäre auf Raw Format umzusteigen, vorallen Belichtungsprobleme lassen sich damit sehr viel flexibler ausbessern. In jpg wird sehr kontrastreich aufgenommen, so das es schnell zu Unter- und Überbelichtungen kommen kann, manchmal im gleichen Bild. (extra Schärfe verstärkt das noch.)
Die Raw Bearbeitungsprogramme haben auch fast alle die Möglichkeit das Rauschen auszugleichen, und auch mit der Farbgestaltung gibt's auch weitaus mehr Möglichkeiten als mit jpg. (z.B. mit der weissen Balance, die ja bei Nachtaufnahmen und Kunstlicht öfters problematisch ist.)

Ich weiss, Stative sind lästig..........aber seitdem ich eins gekauft habe, nehme ich es selbst bei bewölkten Wetter mit raus. Ich finde, man kann auch mit mehr Ruhe aufnehmen wenn man die Hände frei hat und die Kamera nicht vor's Gesicht gepresst ist.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
DonDahlmannpro says:
Dann werde ich mal das RAW Format bei mir wichtigen Motiven ausprobieren. Schön, dass man das in der FZ50 mit zwei Klicks einstellen kann ohne ins Menü zu müssen.
Ich hab auch ein Stativ, aber das hatte ich in Paris nicht dabei. Bei über 30° ist es auch einfach lästig, dauernd eins zu schleppen. Wenn ich auf Safari gehe, ist es aber immer mit.
Posted 2 years ago. ( permalink / translate )
Stefan Freundel says:
Hallo,

und ersteinmal vielen Dank für den Bericht. Ich besitze ebenfalls eine FZ-50 und wundere mich immer wieder über eine gewisse unschärfe. Dies ist besonders auffällig bei "bewegten" Objekten oder Personen. Aus meiner Sicht werden Bilder im "P" Modus mit zu geringer Belichtungszeit aufgenommen. Selbst bei Blitzaufnahmen wird 1/30tel verwendet, was dank Bildstabilisator kein Problem ist - Solange sich das Objekt nicht bewegt !

Wurden hier bereits ähnliche Erfahrung gemacht ???
Posted 20 months ago. ( permalink / translate )

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