Im Kärntner Gailtal, 2,5 Kilometer südlich von Hermagor, bei Möderndorf, hat der Garnitzenbach im Laufe der Geschichte eine 4 Kilometer lange Schlucht in das Gestein der Karnischen Alpen gegraben - die Garnitzenklamm.
Die Garnitzenklamm verdankt ihre Entstehung einerseits einer geologischen Störzone im Gebirge, die dem abfließenden Wasser weniger Widerstand bot als die umgebenden Felsformationen, andererseits den nach der letzten Eiszeit abschmelzenden Gletschern, die gewaltige Bäche, vermischt mit viel Gesteinsmaterial zu Tal sandten. Die Garnitzenklamm ist also rund 10.000 Jahre alt.
Geologischer Lehrpfad
Auf dem Weg durch die Garnitzenklamm durchstreift der Wanderer einen geologischen Zeitraum von ca. 200 Millionen Jahren, die ältesten Gesteine am Klammeingang (zugleich auch die ältesten Gesteine der Karnischen Alpen) sind unvorstellbare 460 Millionen Jahre alt, die jüngsten Gesteinsschichten am oberen Ende der Klamm ca. 250 Millionen Jahre.
Besonders interessant sind neben den zahlreichen Wasserfällen die Strudeltöpfe unterhalb der Franzenswarte, die durch in Wasserstrudeln rotierende Felsbrocken aus dem Untergrund herausmodelliert wurden. Hier sind auch verschiedenfarbige Gesteinsschichten gut zu erkennen.
Erschließung bereits vor über 100 Jahren
Der unterste Abschnitt der Garnitzenklamm wurde von der Alpenvereins-Sektion Hermagor, die auch heute noch für die Betreuung zuständig ist, bereits im Jahre 1891 für Wanderer erschlossen. Schon 1900 war die Klamm durchgehend begehbar!
Die Garnitzenklamm unterliegt aber immer wieder Veränderungen. Dies besonders bei Hochwässern, die die Bachlandschaft neu gestalten.
Leider wird dabei auch oft der Weg zerstört, was umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen erforderlich macht. So mussten z.B. auf Grund des Hochwasserereignisses vom Juni 1996 vier zerstörte Brücken durch Neubauten ersetzt werden, wobei allein der Materialtransport auf größte Schwierigkeiten stieß.
Im August 2003 wurde die Garnitzenklamm neuerlich schwer getroffen - ein Jahrhundert-hochwasser zerstörte 5 Brücken und auch den Weg selbst auf längeren Abschnitten. Die Wiederherstellung der Brücken und Steiganlagen war mit hohen Kosten und großem Arbeitsaufwand verbunden.
weitere Informationen auf http://www.alpenverein.at
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