Stellt euch vor ihr seid Kapitän eines Segelschiffs aus dem 17. Jahrhundert. Draußen stürmt es und die Wellen peitschen gegen die Planken. Die Mannschaft tut alles, um dem schrecklichen Sturm entgegenzutreten. Eure Männer wollen wissen, ob der Sturm bald vorbei ist. Da werft ihr einen Blick auf das Sturmglas auf eurem Schreibtisch in der Kajüte...


Ein Sturmglas, auch FitzRoy-Sturmglas (nach dem Admiral Robert FitzRoy) oder Campherglas, ist ein mit Wasser, Ethanol, Campher, Kaliumnitrat und Ammoniumchlorid gefülltes Glasrohr, in dem gelegentlich Kristalle in unterschiedlichen Formen wachsen und sich wieder auflösen.

Aufgrund von Beobachtungen vermutete man, dass in der Lösung Kristalle in Abhängigkeit von der Wetteränderung wachsen. Während der zweiten Reise der HMS Beagle arbeiteten FitzRoy und Charles Darwin folgende Deutung des Kristallwachstums heraus:

- Wenn die Flüssigkeit im Glas klar ist, wird das Wetter sonnig und klar.
- Ist die Flüssigkeit flockig, wird es bewölkt. Niederschlag ist möglich.
- Wenn kleine Flöckchen in der Flüssigkeit schweben, kann man feuchtes, nebeliges Wetter erwarten.
- Ein trübes Glas mit kleinen Sternen deutet auf Gewitter.
- Sind an einem schönen Wintertag kleine Sternchen in der Flüssigkeit, wird es
schneien.
- Sind große Flocken überall in der Flüssigkeit, wird es je nach Jahreszeit bedeckt oder im Winter fällt Schnee.
- Wenn viele Kristalle auf dem Boden sind, gibt es Frost.
- Wenn sich an der Oberfläche Kristalle bilden, wird es stürmisch.

Das Sturmglas soll dabei eine Vorhersage über einen Zeitraum von etwa 24 bis 36 Stunden erlauben.

Eine Untersuchung von Chemikern der Universität Duisburg-Essen konnte eine solche Eignung zur Wettervorhersage leider nicht bestätigen.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmglas; Zugr. 28.12.2013)

Da es im Internet wirklich ALLES gibt, konnte ich in den Besitz eines Sturmglases gelangen, das nun auf meiner Fensterbank steht und mich mit seinen wachsenden und wieder lösenden Kristallen erfreut. Schon länger dachte ich darüber nach, diese Kristalle zu fotografieren. Mit dem Ergebnis (s. oben) bin ich aber ganz und gar nicht zufrieden. Ich habe verschiedene Einstellungen ausprobiert, die Blende verkleinert, um größere Tiefenschärfe zu erreichen, aber es will mir einfach nicht gelingen ein ordentliches hübsches Foto zu machen.
Liegt das womöglich an der Lichtbrechung durch das gewöblte Glas und das Lösungsmittel?
Hat jemand Tipps für mich? Ich wäre wirklich sehr dankbar.

Im Wiki steht weiterhin ein "Rezept":
Das Glas besteht aus einer hermetisch abgeschlossenen Glasröhre mit einer gesättigten Campher-Alkohol-Lösung. Die Chemiker der Universität Duisburg-Essen analysierten den Inhalt eines Sturmglases von E. S. Sørensen, Malov, Dänemark. Er enthielt je kg: 243 g Wasser, 243 g Ethanol, 363 g Campher, 50 g Kaliumnitrat und 100 g Ammoniumchlorid.

Ich denke, mein nächstes Projekt ist der Bau eines Sturmglases ... :o)