Es war einer jener Oktobertage, an denen der Sommer sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt. Bei Temperaturen um die 25 Grad zogen kleine weiße Schäfchenwolken am azurblauen Himmel entlang und ein leichter kühlender Luftzug strich durch die Gassen der Vorstadt. Der Herbst kündigte sich zwar durch die ersten bunten Verfärbungen der Blätter an den Bäumen an, aber so schnell schien sich der Sommer nicht vertreiben zu lassen.
Das Lärmen der Spatzen vermischte sich mit dem Weinen eines Kindes.
Dann war etwas Merkwürdiges zu beobachten. Mehrere Menschen versammelten sich an der Pappel, die an der Giebelseite eines der Vorstadthäuser schlank in den Himmel ragte, und schauten nach oben. Danach sah man, wie zwei davon ein Tuch ausgebreitet hielten, als wollten sie etwas Imaginäres, was vielleicht vom Himmel fiel, auffangen. Die Blicke waren währenddessen weiter nach oben in die Pappel gerichtet. Ein Mann stocherte mit einem langen Stock in der Luft herum, als wolle er irgend etwas für den entfernt stehenden Beobachter Unsichtbares an oder auf der Pappel aufspießen. Später standen dann alle Beteiligten etwas ratlos beieinander, inzwischen ohne nach oben zu sehen. Während einer aus der Gruppe mit dem Mobiltelefon telefonierte, richtete sich der Blick der Versammelten immer mal wieder in die Krone der Pappel. Zögerlich löste sich später die Menschengruppe auf.
Da war es wieder, dieses eindringliche Weinen – aber das war kein Kind! Dieses herzzerreißende, ängstliche Gewimmer kam zweifellos aus dem Geäst der alten Pappel. Seit Stunden klangen die Klagelaute nun schon durch die Vorstadt, mal leiser, mal lauter. Sie schienen der Grund zu sein, für die merkwürdige Menschenansammlung. Dann endlich ist der Verursacher des anfangs unerklärlichen Vorgangs auszumachen – hoch oben in einer Astgabel der Pappel hockte ein schwarzweiß gefleckter kleiner Kater. Was mochte ihn so in Schrecken versetzt haben, dass er bis dort oben hingelangte? Er zitterte wie Espenlaub und klammerte sich an den Baum.
Allein schien kein Weg mehr vom Baum herunter zu führen, was auch einige der Anwohner bemerkt hatten und dem Tier zur Hilfe geeilt waren.
Sie hatten mit der Feuerwehr telefoniert, um Hilfe zur Bergung des Tieres zu bekommen, waren aber vom dort Diensthabenden auf den nächsten Tag vertröstet worden.
Schließlich gelang es doch noch einem der Anwohner, mit einer für das Vorhaben viel zu kurzen Leiter, akrobatischem Geschick und beherztem Zugriff, den kleinen Schreihals vom Baum zu holen.
Während die Gedanken bei dieser kleinen Episode sind, liegt der Pappelkater zusammengerollt auf dem Sofa in seinem neuen Zuhause bei den Menschen, die sich bereits bei seinem Baumabenteuer um ihn sorgten, und schnurrt zufrieden vor sich hin.
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| Siesta |
PS:
Die Geschichte hat sich tatsächlich vor 3 Jahren so zugetragen und der Pappelkater mit dem Namen Benni gehört fest zu unserer Familie.
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Barbarossa says:
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Monika says:
Elbertinumpro says:
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