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In wenigen Tagen kommt der Nikolaus. Hier eine Geschichte dazu, die in der Pirnaer Schifftorvorstadt spielt ...
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In wenigen Tagen kommt der Nikolaus. Hier eine Geschichte dazu, die in der Pirnaer Schifftorvorstadt spielt ...
…read moreEs ist noch früh am Morgen, als sich der Kater Ambrosius auf dem Fensterbrett der kleinen Schmiede am Plan rekelt und dem alten, über das Pflaster holpernden Karren nachblinzelt.
Der Platzbäcker von nebenan ist auf dem Weg in die Stadt, um auf dem Marktplatz einen guten Stand zu erwischen, wo er sein Backwerk verkaufen kann. Während er sich sonst gemeinsam mit seinem Eheweib auf den Weg macht und die Backwaren in 2 großen Weidenkörben verstaut zu Markte trägt, zieht Meister König, der seine Backstube vor nicht allzu langer Zeit vom alten Trumer übernommen hatte, heute allein den Holzkarren hinter sich her. Das Mehl auf dem Speicherboden des Bäckerhauses ist zur Neige gegangen und so wird er heute versuchen, einige Säcke für einen guten Preis beim Mehlhändler zu ergattern. Noch eine ganze Weile ist das Klappern und Knarren des von Hand gezogenen Gefährts zu hören. Dann wird es wieder still. Die Morgendämmerung taucht den Platz am Plan in ein eigenartiges schummriges Licht. Anfangs heben sich nur die Konturen des über der Schifftorvorstadt thronenden Schlosses vom graublauen Himmel ab. Die ersten aus den Kaminen der Häuser aufsteigenden Rauchschwaden künden schließlich vom Erwachen der vierten Vorstadt.
Als sich die Tür zur Schmiedewerkstatt öffnet, nutzt der Kater die Gelegenheit, um das Haus zu verlassen und zu seinem allmorgendlichen Kontrollgang aufzubrechen. Bevor Ambrosius dem kleinen Hinterhof den Rücken zukehrt, streicht er noch einmal Maria, der Frau des Schmiedemeisters, um die Beine, die gerade am hauseigenen Brunnen 2 kleine Holztröge mit Wasser füllt. Kurze Zeit später ist aus der Werkstatt der rhythmische, helle Klang des Schmiedehammers auf dem Amboss zu hören. Ein Nagel nach dem anderen landet nach einer kurzen Abkühlung im bereitgestellten Wassertrog in einer Holzkiste. Die Lohgerber aus der Stadt hatten vorige Woche beim Nagelschmiedemeister Schererz eine ziemlich eilige Bestellung aufgegeben. Für das Spannen der Viehhäute sollte am Zwinger ein neues Trockengestell gebaut werden und dafür wurden mehrere Dutzend Nägel gebraucht. Auch die Fischer, die in der Nähe der Ziegelei wohnten, hatten Nägel und Haken beim Schmied bestellt.
Der Kater Ambrosius ist auf seinem Streifzug inzwischen am kleinen Hafen der Vorstadt angelangt. Schließlich würde es nicht mehr allzu lange dauern, bis die Elbefischer von ihrem ersten Fischzug zurückkehrten. In den vergangenen 2 bis 3 Stunden hatten sie zwischen Wesenitzmündung und Struppener Bach ihre Netze ausgeworfen und kehren nun mit ihrem Fang nach Hause zurück. Nach dem Anlegen des Bootes sortiert der Fischer Carl Just die zum Teil noch zappelnden Fische nach Art und Größe getrennt in verschiedene muldenartige, weidengeflochtene Körbe. Karpfen, Barben, Schleie, Döbel und auch ein kapitaler Hecht sind heute dabei. Während ein Teil der Fische gleich am Hafen verkauft wird, müssen einige der Fische später noch zu den Gasthäusern der Schifftorvorstadt gebracht werden.
Nur selten ist jedoch der gesamte Fang für den Verkauf geeignet, von den oft nur fingerlangen Schmerlen und Gründlingen, die sich im Netz verfangen haben, fällt auch für Ambrosius etwas Fressbares ab.
Gottlieb Eschke, der seit geraumer Zeit gemeinsam mit Just zum Fischen auf die Elbe hinaus fährt, kontrolliert und ordnet derweil die Netze.
Der Kater mag den Geruch, der von den später am Ufer zum Trocknen aufspannten Netzen und den Fischresten ausgeht, und widmet sich deshalb nach seinem Mahl gleich vor Ort genüsslich der Fellpflege, ehe er sich an Bord des Fischerbootes auf einem dort liegenden groben Leinenhemd des Fischers ein ruhiges Plätzchen zum Schlummern sucht.
Pferdegetrappel und die Geräusche eines Fuhrwerks wecken den Kater geraume Zeit später aus seinem Schlaf.
Aus der Lehmgrube vom Hospitalbusch bei Großsedlitz wird wieder mit dem Pferdefuhrwerk gelbe Lehmerde zur alten Ziegelei in der Schifftorvorstadt gebracht. Schon im 14. Jahrhundert wurden hier in den Brennöfen an der Elbe Ziegel gebrannt. Die Ziegelmeister hatten in der ganzen Gegend einen guten Ruf. So kam es, dass Mitte des 16. Jahrhunderts einige tausend Stück der roten Steine für den Schlossbau in Stolpen abgegeben wurden. Zur sogenannten Communalen Ziegelscheune gehörten ein Wohnhaus, ein Seitengebäude mit Stall und Schuppen, ein großer Brennofen, das Brennhaus und die Ziegelscheune.
Von dort drang nun ein lautes Rumoren an die empfindsamen Katzenohren. Neugierig schleicht sich Ambrosius auf das Gelände der Ziegelei.
Die angelieferten Lehmstücke werden gerade in einen großen Trichter geschüttet, zerkleinert und gut vermischt. Zwischen zwei riesigen Walzen wird der Lehm dann solange gedrückt, bis er völlig klein gerieben ist. Die pastenartige Masse gelangt anschließend mit Hilfe einer überdimensionalen Schraubenwelle, die dem Fleischwolf in Mutters Küche ähnelt, zu einem viereckigen Mundstück. Dort durchgepresst erhalten die Ziegel ihre rechteckige Form. Mit einem Stück Draht von der Endlosmasse abgeschnitten, werden die einzelnen noch gelben Ziegel später auf langen Gerüsten zum Trocknen an der Luft ausgelegt bevor sie später bei etwa 1000 Grad im Brennofen ihre rote Farbe erhalten.
Plötzlich vernimmt der Kater ein bedrohliches Knurren hinter sich. Er war von dem Treiben der Ziegelmacher so fasziniert gewesen, dass er das Kommen des Hofhundes gar nicht bemerkt hatte. Wie ein Blitz schoss der Kater nun davon, um dem drohenden Unheil zu entkommen. Mit einem gewaltigen Satz springt er auf eines der Trockengerüste und versinkt, bevor er das Weite suchen kann, mit seinen Pfoten in einem der noch nassen ungebrannten Steine...
Während Ambrosius die morgendlichen Erlebnisse bald vergessen hat, überdauern seine Spuren ebenso wie so mancher Nagel des Nagelschmiedes mehrere Jahrhunderte. Als im Frühjahr des Jahres 2003 bei Arbeiten im Wohnhaus Plangasse 8 ein kleiner Keller freigelegt wird, taucht auch der Ziegelstein mit dem Abdruck der Katzenpfote auf.
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| spur |
PS:
Die Geschichte spielt in der Pirnaer Schifftorvorstadt, dem ältesten Stadtteil, der schon um 800 besiedelt war (Die Plansiedlung ist damit wesentlich älter als die im 13. Jahrhundert gegründete Stadt Pirna). Während die Handlung frei erfunden ist, gab es sowohl die Schauplätze (Schmiede und Haus des Bäckers Am Plan, Ziegelscheune, kleiner Hafen, Trockengestelle der Gerber am Zwinger) als auch die benannten Personen (Trumer, König, Schererz, Eschke und Just) wirklich. In der Ziegelei wurden wie beschrieben Ziegel hergestellt und die Fischer Just und Eschke besaßen ein verbrieftes Fischereirecht für die Elbe. Wer heute aufmerksam durch das alte Viertel geht, findet noch Spuren aus der beschriebenen Zeit und in unserem Besitz ist auch der Ziegelstein mit dem tierischen Abdruck, der letztendlich als Ideengeber für die Geschichte diente.
Wachsend die Zahl der Sterne,
die dem anfangs lichtlosen Himmelszelt Glanz verleihen.
Dem leuchtenden Schweif gleich,
der die Sternschnuppen am Firmament begleitet,
erhellen kleine und größere Sternhaufen beachtenswerte Bilder und Worte
und lenken so die Aufmerksamkeit auf sich.
Thank you for faves by ipernity
Es war einer jener Oktobertage, an denen der Sommer sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt. Bei Temperaturen um die 25 Grad zogen kleine weiße Schäfchenwolken am azurblauen Himmel entlang und ein leichter kühlender Luftzug strich durch die Gassen der Vorstadt. Der Herbst kündigte sich zwar durch die ersten bunten Verfärbungen der Blätter an den Bäumen an, aber so schnell schien sich der Sommer nicht vertreiben zu lassen.
Das Lärmen der Spatzen vermischte sich mit dem Weinen eines Kindes.
Dann war etwas Merkwürdiges zu beobachten. Mehrere Menschen versammelten sich an der Pappel, die an der Giebelseite eines der Vorstadthäuser schlank in den Himmel ragte, und schauten nach oben. Danach sah man, wie zwei davon ein Tuch ausgebreitet hielten, als wollten sie etwas Imaginäres, was vielleicht vom Himmel fiel, auffangen. Die Blicke waren währenddessen weiter nach oben in die Pappel gerichtet. Ein Mann stocherte mit einem langen Stock in der Luft herum, als wolle er irgend etwas für den entfernt stehenden Beobachter Unsichtbares an oder auf der Pappel aufspießen. Später standen dann alle Beteiligten etwas ratlos beieinander, inzwischen ohne nach oben zu sehen. Während einer aus der Gruppe mit dem Mobiltelefon telefonierte, richtete sich der Blick der Versammelten immer mal wieder in die Krone der Pappel. Zögerlich löste sich später die Menschengruppe auf.
Da war es wieder, dieses eindringliche Weinen – aber das war kein Kind! Dieses herzzerreißende, ängstliche Gewimmer kam zweifellos aus dem Geäst der alten Pappel. Seit Stunden klangen die Klagelaute nun schon durch die Vorstadt, mal leiser, mal lauter. Sie schienen der Grund zu sein, für die merkwürdige Menschenansammlung. Dann endlich ist der Verursacher des anfangs unerklärlichen Vorgangs auszumachen – hoch oben in einer Astgabel der Pappel hockte ein schwarzweiß gefleckter kleiner Kater. Was mochte ihn so in Schrecken versetzt haben, dass er bis dort oben hingelangte? Er zitterte wie Espenlaub und klammerte sich an den Baum.
Allein schien kein Weg mehr vom Baum herunter zu führen, was auch einige der Anwohner bemerkt hatten und dem Tier zur Hilfe geeilt waren.
Sie hatten mit der Feuerwehr telefoniert, um Hilfe zur Bergung des Tieres zu bekommen, waren aber vom dort Diensthabenden auf den nächsten Tag vertröstet worden.
Schließlich gelang es doch noch einem der Anwohner, mit einer für das Vorhaben viel zu kurzen Leiter, akrobatischem Geschick und beherztem Zugriff, den kleinen Schreihals vom Baum zu holen.
Während die Gedanken bei dieser kleinen Episode sind, liegt der Pappelkater zusammengerollt auf dem Sofa in seinem neuen Zuhause bei den Menschen, die sich bereits bei seinem Baumabenteuer um ihn sorgten, und schnurrt zufrieden vor sich hin.
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| Siesta |
PS:
Die Geschichte hat sich tatsächlich vor 3 Jahren so zugetragen und der Pappelkater mit dem Namen Benni gehört fest zu unserer Familie.
aus allen wolken fallen,
die äußere hülle bis aufs äußerste gespannt,
im freien fall kleinste partikel an sich binden,
licht in sich bündeln und brechen,
beim aufprall die spannung verlieren und
wellen um sich verursachen,
um schließlich EINS zu werden
mit tausenden anderen -
regentropfen.
unser Planet von ferne betrachtet und
der weite Himmel über uns,
die Wogen des Meeres und
die Tiefe des Ozeans,
...
die Heidelbeeren um den Hefekloß und
die Rundumleuchte auf dem Polizeiauto,
die geliebten Jeans und
die weniger geliebten Arbeitslatzhosen,
das Namensschild unserer Straße ebenso wie
Picassos Pferde
...
all das ist blau
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